Taiwan: Zwei Inseln, ein politischer Gefangener für fast dreißig Jahre und ein nuklearer Müllhaufen seit über vierzig Jahren
30-Sekunden-Überblick: Der Landkreis Taitung hat eine Fläche von 3.515 Quadratkilometern und beherbergt etwa 210.000 Menschen, was einer Dichte von ungefähr 60 Einwohnern/km² entspricht – die niedrigste im ganzen Land und nur ein Zehntel der Metropolregion Taipeh. Die indigene Bevölkerung macht rund 37,5 % aus und ist mit Abstand am höchsten; hier leben sechs indigene Völker: Amis, Beinan, Paiwan, Rukui, Bunun und Taiduhu. Bei der Bauarbeiten der Nan-Hui-Eisenbahn im Jahr 1980 wurde die Beinan-Stätte ausgegraben, bei der 1.600 Steinsarkophage gefunden wurden, deren kulturelles Alter zwischen 5.300 und 2.300 Jahren liegt – dies ist die größte prähistorische Siedlung Taiwans. Von 1951 bis 1965 wurden in der Green Island New Training Center etwa 2.000 politische Gefangene des Weißen Terrors festgehalten; sieben Jahre lang wurden diese politischen Gefangenen nach Taitung Taiyuan verlegt, und von 1972 bis 1987 wurden sie im Lushou-Resort untergebracht. Im Jahr 1975 stimmte Chiang Ching-kuo der Lagerung nuklearen Abfalls auf Lan Yu zu; die erste Ladung wurde am 5. Mai 1982 transportiert, und am 20. Februar 1988 startete das Taiduhu-Volk die Anti-Nuklear-Bewegung „Vertreiben der bösen Geister“. Bis 2026 wurden 97.672 Tonnen gelagert, die noch nicht entfernt wurden. Am 25. August 1968 besiegten sieben Bunun-Kinder in Taitung das Kansai Junior Baseball Team aus Japan (nicht das später von staatlichen Medien als Weltmeister bezeichnete Team) mit einem Ergebnis von 7:0 und initiierten so den Mythos des taiwanesischen Nationalspiels. Neun der 13 Spieler trugen falsche Namen, und acht dieser jungen Spieler starben später im Alter um die 40. Was dieser Artikel vermitteln möchte ist: Taitung ist ein Mikrokosmos einer Insel, bei dem zwei Inseln den Preis für die Modernisierung Taiwans getragen haben.
Nach der Nan-Hui-Tunnelausfahrt sieht man 3.515 Quadratkilometer
Wenn man mit dem Auto die Nan-Hui-Straße fährt, überquert man am Ende des Zentralgebirges von Fenggang in Pingtung nach Osten und passiert den Checkpoint Da Wu, woraufhin sich der gesamte Blick öffnet.
Links liegt das Küstengebirge, rechts das Zentralgebirge, und dazwischen liegen die Reisfelder des Hoa-Dong-Tals, die bis nach Hualien reichen. Vorne ist der Pazifische Ozean. Diese Straße wurde erst 1985 fertiggestellt 1 und verbindet die Halbinsel Pingtung mit dem Osten über die kürzeste Strecke. Zuvor musste man entweder den Nan-Hui-Gebirgsweg umfahren, ein Schiff nehmen oder die Nanheng-Straße benutzen, die 1972 eröffnet wurde, um Yushan zu überqueren 2.
Nach der Ankunft im Landkreis Taitung wird zuerst die Bevölkerungsdichte wahrgenommen.
Mit einer Fläche von 3.515 Quadratkilometern ist es der drittgrößte Verwaltungsbezirk Taiwans, nach Hualien und Nantou 3. Mit 208.000 Einwohnern fiel die Zahl im Juli 2025 unter 210.000 und machte den Landkreis zum am wenigsten bevölkerten Bezirk der Insel 4. Rechnen wir es durch, leben hier nur 60 Menschen pro Quadratkilometer, was landesweit am niedrigsten ist – ein Zehntel dessen ist in Taipei Stadt zu finden, wo fast 9.800 Menschen pro Quadratkilometer leben 4.
Hinter diesen Zahlen steht die physische Realität: Wenn man in diesem Landkreis fährt, dauert die Fahrt von der Stadt Taitung zum Bunun-Dorf in Haidan Township zwei Stunden, und um nach Green Island zu gelangen, muss man noch eine halbe Stunde fliegen. Nach Lan Yu benötigt man über zwei Stunden Bootsfahrt vom Fischereihafen Fugang in Taitung. Der gesamte Landkreis besteht aus einer Stadt, zwei Bezirken und 13 Dörfern, von denen fünf Bergdörfer sind und zwei direkt auf Inseln liegen 3.
📝 Kuratorennotiz: „Das letzte unberührte Land“ ist ein häufig verwendeter Begriff für Taitung, aber dieser Begriff reduziert den gesamten Landkreis auf einen Hinterhof für Touristen und ignoriert die 210.000 Menschen, die hier leben. Ein anderer gebräuchlicher Ausdruck ist „der abgelegenste Bezirk“, was Taitung in einem Koordinatensystem zentriert um Taipei misst. Aus Sicht des Ozeans liegt Lan Yu näher an den Batanes-Inseln der Philippinen als an Taipei, und die Sprache der Atami ähnelt dem Ivatan auf Batanes zu sechzig Prozent 5. Aus zeitlicher Sicht ist die Beinan-Stätte 5.000 Jahre älter als jede Han-Siedlung auf der Hauptinsel Taiwans. „Abgelegen“ ist ein richtungsbezogenes Problem, keine Tatsachenfrage. Taitung ist eine gesamte Zeitachse einer Insel, die in einem Landkreis verdichtet ist – einschließlich der frühesten Menschen, der letzten Insel und des tiefsten Widerstands.
5000 Jahre unter der Nan-Hui-Eisenbahn entdeckt (1980)
Bei der Errichtung des Bahnhofs in Taitung wurden Steinsarkophage ausgegraben.
Im Jahr 1980, während der Bauarbeiten für den neuen Bahnhof in Taitung im Rahmen der Nan-Hui-Eisenbahn erreichten die Arbeiter die unterirdische Phase und deckten zahlreiche Artefakte auf. Die Regierung des Countys Taitung beauftragte die Anthropologieabteilung der National Taiwan University mit einer Rettungsarchäologie, an der Professor Song Wen-xun und Professor Lian Chao-mei beteiligt waren. Diese Ausgrabungen dauerten neun Jahre und umfassten insgesamt 13 Sondierungen auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern 6.
Die letzten Funde schockierten die Wissenschaft:
1.600 Steinsarkophage, die größte Gruppe von Gräbern mit Steinsarkophagen in der Region des Pazifiks und Südostasiens. Über 20.000 Artefakte wie Keramik, Steinwerkzeuge und Jade wurden gefunden und setzten einen beispiellosen Rekord in der archäologischen Geschichte Taiwans 6. Die kulturelle Datierung reicht etwa 5.300 bis 2.300 Jahre zurück, und die Gesamtfläche beträgt eine Million Quadratmeter, was sie zu einer der größten prähistorischen Siedlungen auf Taiwan macht 7.
Fundort der Steinsarkophage in Beinan, 28. Februar 2012. Foto: Benson KC Fang. CC BY-SA 3.0 via Wikimedia.
Die mitbestatteten Jadeobjekte waren so fein gearbeitet, dass sie als national wertvolles Kulturgut eingestuft wurden. Dazu gehören Jadescheiben in Mensch- und Tierform, Glockenperlen, Trompetenringe und Jaderohre. Das Rohmaterial stammt aus dem Fengtian-Jade von Hualien, was bedeutet, dass die Menschen der Beinan-Kultur bereits vor 5.000 Jahren ein Fernnetzwerk mit Reichweite von über hundert Kilometern besaßen 8.
Die frühesten Aufzeichnungen reichen bis zur japanischen Kolonialzeit zurück. Im Jahr 1896 fotografierte der Anthropologe Torii Ryuzo aus der japanischen Verwaltung die Steinsäulen an der Oberfläche, was das älteste Bildmaterial ist, das von der Beinan-Stätte erhalten wurde 7. Zu dieser Zeit hatten die Han-Chinesen dieses Land noch nicht ausgegraben; aus Sicht der modernen Geschichtswissenschaft war Torii Ryuzo vom Anthropologieabteilung der Kaiserlichen Universität Japan somit die erste Person, die diesen Boden berührte.
Das Vorbereitungskomitee für das Nationalmuseum der prähistorischen Kultur Taiwans wurde 1990 gegründet und eröffnete im August 2002 offiziell als das erste Museum prähistorischer Kulturen in Südostasien mit internationalem Ansehen 9. Vier Monate später wurde das Besucherzentrum des Beinan-Kulturparks eröffnet, wodurch der erste archäologische Park Taiwans entstand. Im Jahr 2003 wurden die Stätten von Beinan und Dulan als erste potenzielle UNESCO-Welterbestätten Taiwans eingestuft 10.
„Die Stätte Beinan ist die größte Stätte auf Taiwan, mit dem vollständigsten prähistorischen Siedlungstypus und den umfassendsten Daten, und sie ist auch die größte Gruppe von Gräbern mit Steinsarkophagen in der Region des Pazifiks und Südostasiens“ (offizielle Beschreibung des Nationalmuseums der prähistorischen Kultur Taiwans 9).
Die dichteste bewohnte Präfektur, in der die frühesten Bewohner Taiwans lebten.
Sechs Völker in einem Landkreis
Die offiziellen Statistiken des Landkreises Taitung zeigen immer eine Zahl: die indigene Bevölkerung macht etwa 37,5 % aus und ist damit der höchste Anteil im ganzen Land4.
Doch dieser Prozentsatz verschleiert tiefere Tatsachen. Taitung ist ein Landkreis, in dem sechs indigene Völker koexistieren, was in den 22 Landkreisen Taiwans einzigartig ist.
Die Amis (Amis): Sie sind die größte Gruppe mit etwa 40.000 Einwohnern und konzentrieren sich auf die Dörfer Changbin, Chenggong, Donghe, Bainan und Taitung City an der Ostküste11. Das Erntedankfest (Ilisin) wird jedes Jahr im Juli von den einzelnen Stämmen gefeiert. Im Jahr 1911 organisierten die Stämme Malalau und Tuli an der Ostküste einen Widerstand gegen die japanische Kolonialherrschaft, bekannt als das Maolao-Ereignis11. Das Erntedankfest des Stammes Tuli ist bis heute eines der wichtigsten jährlichen Feste an der Ostküste.
Die Puyuma (Puyuma): Sie haben etwa 14.000 Einwohner und leben in Taitung City und Bainan Township. Die Namen der traditionellen acht Gemeinschaften variieren leicht je nach Quelle; die Version des indigenen Volkskomitees umfasst Nanwang (Puyuma), Zhiben, Jianhe, Lijia, Tai'an, Xiabinlang, Alibai und Chulu12. Das große jährliche Fest, das Mangayaw, findet Ende Dezember bis Anfang Januar statt und beinhaltet zwei zeremonielle Phasen: ein Affenfest und die Jagd der jungen Männer. Die Hierarchiestruktur des Altersverbandes ist die wichtigste soziale Funktionsweise dieses Volkes.
Die Paiwan (Paiwan): Die östlichen Paiwan leben hauptsächlich in Daren Township, Jinfeng Township, dem südlichen Taimali Township und Wadu Township mit etwa 14.000 Einwohnern im Landkreis Taitung. Das Dorf Tousan in Daren Township ist einer der zwei Orte auf Taiwan, die das Fünfjahresfest (Maljeveq) noch durchführen; der andere befindet sich in dem Dorf Gulou in Laiyi Township, Pingtung County13. Die Geschichte des Fünfjahresfestes reicht bis zu den niederländischen Aufzeichnungen zurück und ist mindestens 400 Jahre alt. Das gesamte Ritual dauert etwa 15 Tage, wobei die Ballwerfzeremonie im Mittelpunkt steht.
Die Rukai (Rukai): Die östlichen Rukai haben etwa 2.100 Einwohner und leben hauptsächlich in Dongxing Village, Bainan Township (ehemals Danan)11. Die östlichen Rukai grenzen an die östlichen Paiwan und pflegen sowohl ihre eigenen traditionellen Bräuche als auch den kulturellen Austausch mit den Paiwan. Sie sind eine Minderheit unter den Minderheiten im Landkreis Taitung.
Die Bunun (Bunun): Dieses Volk ist nicht aus Taitung stammend. Während der japanischen Kolonialzeit lebten die Bunun weit verbreitet in verschiedenen Einzugsgebieten oberhalb des Bainan-Tals und lebten von Subsistenzwirtschaft durch nomadische Landwirtschaft und Jagd. Zwischen 1931 (Showa 6) und 1941 (Showa 16) führte die japanische Kolonialregierung eine Umsiedlungspolitik in der heutigen Haidan Township und Yanping Township im Landkreis Taitung ein, bei der die verstreuten Bunun-Gemeinschaften aus den Bergen auf flache Alluvialebenen nahe dem Fuß des Berges umgesiedelt wurden, was zu einer Dorfstruktur führte14.⚠️ Diese Geschichte wird in der mündlichen Überlieferung von Taitung oft vereinfacht als „Ankunft 1934“, aber Akten zeigen eine zehnjährige Politik; 1934 könnte lediglich ein Jahr einer bestimmten Gruppe sein. Die Umsiedlung veränderte die Lebensweise der Bunun: Sie wurden von Waldjägern zu sesshaften Bauern.
Das repräsentativste kulturelle Erbe der Bunun ist das Pasibutbut, ein „Gebetslied für eine gute Maisernte“. Im Jahr 1943 nahm der japanische Gelehrte Takashi Hokusawa dieses polyphone Gesang in den Bergregionen Taiwans auf15. Die Stimmenkombination ist raffiniert, und der Chor klingt majestätisch; er entwickelte erstaunliche harmonische Techniken im Einklang mit Wasserfällen und Flüssen. Die Bunun-Gemeinschaften in Haidan Township pflegen diese Tradition bis heute.
Die Tao (Tao): Die sechs Dörfer auf Lan Yu Island (Langtau, Dongqing, Yining, Hongtou, Yuren und Yeyou) sind das einzige indigene Volk Taiwans, das auf einer Insel lebt, und die einzige Gruppe, die nicht zur südlichen Inselgruppe Taiwans gehört. Die Tao-Sprache gehört zu den Badan-Dialekten der Malaysisch-Polynesischen Sprachfamilie und weist eine 60%ige Ähnlichkeit mit dem Ivatan in der Philippinen auf5. Archäologische und linguistische Analysen sehen Lan Yu als einen Vermittlungspunkt auf der Ausbreitungsroute der südlichen Inselgruppen.
Sechs Völker leben in einem Landkreis, und jedes Volk hat seinen eigenen Kalender der Rituale, sein eigenes System von Tabus und seine eigene Geschichte. Das Wort „Indigene“ im Plural ist hier ein Singular, das sich nicht ersetzen lässt.
Sieben zu null im Herbstlaub, doch der Gegner war kein Weltmeisterteam
Hongye Village in Yanping Township, Taitung County, ist eine kleine Siedlung der Bunun. Im August 1968 veränderten sieben Kinder die Geschichte des taiwanesischen Baseballs, allerdings auf eine Weise, die heute als Täuschung entlarvt wurde.
Der Gegner bei diesem Spiel war nicht das „japanische Jugendteam aus Wakayama, das Weltmeister im Minor League Baseball ist“.
Im Juli 1968 lud der Nationale Baseballausschuss Taiwans ein japanisches Amateurbaseball-Team aus der Region Kansai ein, um in Taiwan zu spielen 16. Sie waren damals kein Weltmeisterteam. Japan hatte zwar tatsächlich zwei aufeinanderfolgende Meisterschaften bei der William Porter Minor League Baseball Championship gewonnen, aber das Team, das nach Taiwan kam, war ein anderes 16. Die investigative Berichterstattung von 《背負 50 年罪與罰》 (Die Last von 50 Jahren Schuld und Strafe) stellte klar: „Wie ist dieses ‚Weltmeisterteam aus Wakayama‘ entstanden? Dieser Behauptung wurde erst später nachgespielt“ 16.
Das Ergebnis des Spiels am 25. August, wie es in der damaligen Ausgabe von 《聯合報》 (United Daily News) vom 26. August 1968 festgehalten wurde:
„Die Anzeiger zeigten sieben zu null; Hongye besiegte das weltberühmte japanische Jugendbaseballteam mit überwältigender Macht.“ 16
7:0, nicht 4:0, wie es in vielen späteren Erinnerungen kursiert.
Hongye gewann. Ein Jahr später geschah etwas.
Das Urteil des Bezirksgerichts von Taitung im Jahr 1969 enthüllte: Von den 13 Spielern der Hongye-Jugendmannschaft waren nur 4 mit ihrem richtigen Namen aufgestellt; die anderen 9 gaben sich als andere aus, wobei 5 jüngere Spieler unter ihrem tatsächlichen Alter und als 12 Jahre angegeben hatten 16. Der Schulleiter Hu Xue-li, der Trainer Qiu Qing-cheng und der Manager Zeng Zhen-dong wurden jeweils wegen Fälschung amtlicher Dokumente zu einer Strafe von einem Jahr mit zwei Jahren Bewährung verurteilt. Das war keine Jugendmannschaft; das waren erwachsene Kinder, die ein internationales Spiel gewannen.
Doch dieser Skandal zerstörte nicht die historische Bedeutung von Hongye; er wurde vielmehr zum Fundament der Mythologie des Nationalsports. Er führte direkt zur Gründung der Golden Dragon Youth Team im Jahr 1969 und deren Sieg in William Porter in den USA 16. Die Ära des dreistufigen Baseballs in Taiwan begann hier offiziell, wobei Taitung allein über 60 Jugendmannschaften hatte 16. Der Beginn des taiwanesischen Baseballs als Nationalsport war ein Jubel, der auf Täuschung aufgebaut war.
⚠️ Kontroverse Sichtweise: War die Hongye-Jugendmannschaft ein „Sieg in der nationalen Erzählung“ oder eine „Selbsttäuschung im kollektiven Gedächtnis“? Beide Antworten schließen sich nicht aus. Der Reporter schrieb einen Satz, der möglicherweise am präzisesten ist: „Die 13 jungen Spieler von Hongye damals waren acht bereits verstorben, und es gab keinen Applaus bei ihrem Lebensende.“ 16 Die durchschnittliche Lebenserwartung der indigenen Völker war sieben Jahre geringer als die der Han-Chinesen; Armut und Alkoholsucht waren die Hauptgründe, sodass die meisten Hongye-Kinder im Alter von etwa 40 Jahren starben. Das Spiel, das sie gewannen, war niemals ein Weltmeisterspiel; selbst mit ihrem tatsächlichen Alter hätten sie dieses japanische Team nicht besiegt, und sie erhielten auch keine Anerkennung für die Veränderung der Baseballgeschichte. Heute leben in Hongye Village noch etwa 500 Menschen 17 (⚠️ Die kursierende Behauptung von „30 Haushalten“ ist unbekannt; die recherchierte Zahl beträgt „etwa fünfhundert“). Weniger als 50 Schüler waren in der gesamten Schule, und das Jugendteam wurde im Jahr 1999 aufgelöst und 2009 neu gegründet.
Hongye Village existiert heute noch. Bunun und Han-Chinesen leben dort zusammen und bauen Mais an. Im Winter fahren Touristen aus dem Westen in das Dorf, um sich das „Hongye Youth Baseball Museum“ anzusehen; sie essen dann zu Abend und gehen. Von den sieben Kindern von damals ist nur Qiu Chun-guang 16 noch in Hongye Village geblieben.
Feuerinsel, 1951 bis 1987: Fast dreißig Jahre Gefangenschaft politischer Häftlinge
33 Kilometer vom Fischerhafen in Futao, Taiwan, liegt Grüninsel.
Die Vulkaninsel mit einer Fläche von 15,09 Quadratkilometern ist die Gemeinde Grüninsel im Landkreis Taitung. Während der japanischen Kolonialzeit hieß sie „Feuerinsel“ (Huo Shao Dao); nach dem Krieg wurde sie einmal zu „Grüninsel“ umbenannt. Ihr bekanntestes geografisches Merkmal sind die Asahi-Thermalquellen, eine der drei bekannten Meerwasserthermen weltweit, die sich in der Nähe von Kyushu in Japan und Sizilien in Italien befinden 18. Es handelt sich um salzhaltige Thermalquellen mit Sulfatchlorid, deren Temperatur zwischen 60 und 70 °C liegt. Bereits während der japanischen Kolonialzeit wurde sie zu einer der vier berühmten Quellen gezählt.
Doch die tiefere Geschichte von Grüninsel ist nicht die der Thermalquellen.
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Gedenkstein für Menschenrechte auf Grüninsel, 28. August 2022. Foto: S8321414. CC BY-SA 4.0 via Wikimedia.
Im Jahr 1951 errichtete die Nationalregierung in Grüninsel das „Provinzialkommandobehörde für Sicherheit Taiwan (Tainan Sheng Baoan Silingbu) Neuanweisungsanstalt“, und zahlreiche politische Häftlinge wurden dorthin verbannt 19. In ihrer Hochphase beherbergte die Neuanweisungsanstalt etwa 2.000 politische Häftlinge, aufgeteilt in drei Bataillone und zwölf Kompanien. Im Jahr 1965 wurde die Neuanweisungsanstalt aufgelöst, und die Gebäude wurden an das Sicherheitskommando übergeben; die politischen Häftlinge wurden zur Taisuan-Gefängnis im Osten des Landes Taitung verlegt 20. Nach dem Taisuan-Vorfall im Februar 1970 beschloss die Behörde, die politischen Häftlinge nach Grüninsel zu konzentrieren. Im Jahr 1972 wurde neben dem Gelände der Neuanweisungsanstalt das „Militärgefängnis Grüninsel (Guandu Bu Lushou Jianxun Jiangu)“ fertiggestellt, bekannt als „Oase-Residenz“, und im April desselben Jahres wurden die politischen Häftlinge aus Taisuan dorthin verbracht 2021.
Von 1951 bis zur Lockerung der Repression im Jahr 1987 waren politische Häftlinge auf dieser Insel fast dreißig Jahre lang inhaftiert. In den sieben Jahren dazwischen blieben sie nicht von der Präfektur Taitung entfernt, sondern wurden lediglich nach Taisuan in der Bergkette verlegt 20.
Im Kontext des Festlandes Taiwan umfasst diese Zeitspanne: den Paifang-Krieg (823), den Austritt aus den Vereinten Nationen, die Zehn Großen Bauprojekte, den Tod von Chiang Kai-shek, den Meili-Vorfall, den Lin-Familienmord und den Chen Wen-cheng Vorfall. Der gesamte Zeitraum der Repression in Taiwan war geprägt davon, dass die Orte zur Inhaftierung politischer Häftlinge zwischen Grüninsel und Taisuan im Landkreis Taitung wechselten.
Während der repressiven Ära gab es insgesamt über 29.000 politische Haftfälle in ganz Taiwan, wobei 140.000 Menschen darunter litten und 3.000 bis 4.000 Menschen hingerichtet wurden 19. Ein beträchtlicher Teil dieser Menschen wurde auf diese Vulkaninsel gebracht, die 33 Kilometer von Taitung entfernt ist; sie lebten in den Holzbaracken der Neuanweisungsanstalt oder in den Betonzellen der Oase-Residenz und sahen jeden Tag die Wellen des Pazifiks, wartend auf eine Heimkehrnachricht, die vielleicht nie kam.
Als die Repression 1987 aufgehoben wurde, wurde das Militärgefängnis Grüninsel aufgelöst. Die verbliebenen 36 politischen Häftlinge wurden nicht von Grüninsel entfernt, sondern in das Ministerium für Justiz auf der Insel, das Dorf Zhongliao, verbracht 22. Nach der Lockerung beherbergte die Oase-Residenz noch Disziplinargruppen; erst im Jahr 1992 wurde das Sicherheitskommando der Region Grüninsel aufgelöst, und dieses Gelände stand leer 23. Am 10. Dezember 1999, dem Tag des Internationalen Menschenrechtstags, weihte der damalige Präsident Lee Teng-hui persönlich den Gedenkstein ein – dies war die erste physische Szene, in der Taiwan durch einen Präsidenten die Geschichte des Weißen Terrors anerkannte 24. Im Jahr 2002 wurde der Gedenkpark für Menschenrechte auf Grüninsel gegründet (der vollständige Name „Gedenkpark für den Weißen Terror auf Grüninsel“ wurde erst 2018 offiziell festgelegt). Der Park erstreckt sich über etwa 32 Quadratkilometer und liegt in der Nordostspitze von Grüninsel und umfasst die Überreste der Neuanweisungsanstalt und die Oase-Residenz.
Heute sind die meisten Touristen auf Grüninsel Taucher, Radfahrer oder Besucher der Asahi-Thermalquellen. Nur wenige besuchen den Park. Der Park befindet sich auf derselben Straße wie Tauchgeschäfte und Fahrradvermietungen. Auf der einen Seite stehen die Überreste der Häftlingsbaracken; auf der anderen Seite das „Grüninsel-Stern“-Touristenzentrum. Diese Insel ist sowohl ein physisches Zeugnis des repressiven Gedächtnisses Taiwans als auch eine beliebte touristische Attraktion in den östlichen Inseln, zwei Identitäten, die nie harmonisiert wurden, sondern nur koexistieren.
Das Land von Longmen war nicht für eine Konservenfabrik bestimmt
90 Kilometer südlich des Fischerhafens in Futao, Taiwan, und 2,7-mal weiter entfernt als Green Island, liegt Lan Yu.
Diese Vulkaninsel ist weiter von der Hauptinsel Taiwans entfernt, aber näher an den Batanes-Inseln auf den Philippinen. Sie beherbergt sechs Atayal-Stämme mit einer Gesamtbevölkerung von etwa 5.000 Menschen. Im Jahr 1975 ereignete sich etwas, das Lan Yu bis heute beeinflusst.
Damals stimmte der damalige Premierminister Chiang Ching-kuo der Einrichtung eines Lagerplatzes für niedrigradioaktiven Müll in der Region Longmen auf Lan Yu zu25. Der Entscheidungsprozess konsultierte die Bewohner von Lan Yu nicht. Zwischen 1977 und 1980 arbeiteten die Atomenergiebehörde und Taipower auf Lan Yu, wobei die Erinnerungen der lokalen Ältesten durchweg auf Täuschung hindeuteten. Die Regierung lockte mit dem Bau einer „Konservenfabrik“ (in einigen Berichten „Ananas-Konservenfabrik“) zur Unterschrift und täuschte vor, dass die Atayal wissen nicht, wofür die Baustelle wirklich bestimmt war26. ⚠️ Offizielle Regierungsmitteilungen bestreiten die Verwendung des Begriffs „Konservenfabrik“; der „Bericht zur Wahrheit über die Einrichtung des nuklearen Mülllagerplatzes auf Lan Yu im Jahr 2018“ bestätigt, dass die Stämme „unwissend“ waren, aber die genaue Täuschungsvokabular ist weiterhin umstritten. Dennoch deuten die Erinnerungen der Atayal durchweg darauf hin, dass ihnen damals nicht mitgeteilt wurde, dass es sich um eine nukleare Müllanlage handelte.
Im Mai 1982 wurde die erste Phase des Lagerplatzes auf Lan Yu fertiggestellt und die erste Charge niedrigradioaktiven Abfalls begann einzutreffen25. Von diesem Zeitpunkt bis zum letzten Eintrag im Jahr 1996 wurden in 14 Jahren insgesamt 97.672 Fässer niedrigradioaktiver Abfall aufgenommen25, der von den Kraftwerken No. 1, No. 2 und No. 3 sowie medizinischen, landwirtschaftlichen, industriellen und akademischen Einrichtungen auf der ganzen Insel stammte.

Landschaft von Lan Yu, 2017-07-21. Foto: Pai-Shih Lee (白士 李). CC BY 2.0 via Wikimedia.
Im Jahr 1987 protestierten die Atayal am Flughafen gegen die Einladung der Taipower, lokale Vertreter von Lan Yu für eine Tour nach Japan zu gewinnen, und der Anti-Müll-Bewegung begann offiziell27.
Am 20. Februar 1988 starteten die Atayal die „Vertreibung der bösen Geister“-Bewegung. Sie zogen mit traditionellen Rankenhelmen und -panzern, Speeren und Dolchen um die Insel. Dies war der erste organisierte Protest der indigenen Völker Taiwans gegen nuklearen Müll28. Der Protestbegriff „Vertreibung der bösen Geister“ wurde im Januar 1988 in einem Treffen im Redaktionsbüro von Human Magazine in Anhe Road, Taipei, initiiert28.
An diesem Tag gaben die Stämme eine gemeinsame Erklärung ab. Die wortgetreue Wiedergabe lautet:
„Dieses Land hat eine Seele; es schützt unsere Stämme seit alter Zeit. Nun verletzen die Toxine des nuklearen Mülls es. Die Stämme tragen traditionelle Kriegeruniformen, benutzen Rankenhelme und -panzer, tragen Dolche und halten Speere, um dem ‚bösen Geist‘ ihren entschlossenen Kampfgeist zu zeigen.“28
Im Jahr 1995 startete das Gemeindeamt von Lan Yu die „Ein Stein pro Mensch“-Aktion. Im April 1996 versammelten sich der Bürgermeister und Dorfvorsteher von Lan Yu sowie Anti-Müll-Befürworter am Kai in Longmen, um gegen den Transport von 168 Fässern nuklearen Mülls durch die Kraftwerk No. 2 zu protestieren. Das Müllschiff „Dian Guang Yi Hao“ wurde von den Bürgern von Lan Yu blockiert und musste nach vier Tagen auf dem Meer vor Lan Yu abdrehen29. Nach 1996 transportierte Taipower keinen neuen nuklearen Müll mehr dorthin.
Aber die 97.672 Fässer blieben zurück. In Longmen.
✦ „Von 1982 bis 1996 gelangten über 100.000 Tonnen nuklearer Abfall in das Lager, bis der Protest der Atayal die Müllschiffe zum Kai von Mingguang beim Kraftwerk No. 2 zurückhielt.“ (Bericht eines Fokusereignisses30)
In der traditionellen Kultur der Atayal ist das Meer der Bereich der Männer und der Berg der Frauen. Die Fischsaison (beginnend, wenn die Schwarzwasser im Februar/März nach Norden ziehen) ist ein Vertrag dieser ethnischen Gruppe mit dem Ozean. Bei der Verteilung des Fischs während der Fischsaison wird nach Geschlecht und Alter unterschieden: Weiblicher Fisch, Männlicher Fisch, Altenfisch, wobei jede Kategorie anders behandelt wurde31. Während der Fischsaison werden Korallenriffe nicht gefischt (um die Laichfische zu schützen); erst nach Ende der Saison werden die Riffbewohner gefangen (damit die Fische zurückkehren und laichen). Dieses ökologische Wissen funktioniert seit Tausenden von Jahren.
Die traditionellen Kanus (chinurikuran mit 27 Planken, tatara mit 21 Planken) sind der Höhepunkt der Atayal-Handwerkskunst. Die traditionellen Farben sind Rot (rote Erde vom Berg), Weiß (Muschelschalenstaub), Schwarz (Kohle), und das kreisförmige Muster im Bootsauge ist ein weit verbreitetes kulturelles Symbol der Atayal32.

_Traditionelles Atayal-Kanu. Foto: Cho Hsun Lu, CC BY 3.0 via Wikimedia._
Das Klima von Lan Yu ist tropisch-ozeanisch; der jährliche Niederschlag übersteigt 3.000 mm (weit mehr als die ca. 1.900 mm in der Stadt Hualun im Hoa-Tung Valley und die 1.500 mm auf der Leeseite des Küstenmountains), und der Nordostmonsun ist stark im Winter. Die traditionellen Erdhöfe der Atayal (talakaval) wurden speziell für dieses Klima konzipiert: niedrig, halbtauglich, mit Erdwänden zur Isolierung, sodass der Nordostmonsun direkt über das Dach streicht33. Das Dorf Yein-Nan bewahrt die vollständigste traditionelle Siedlung unterirdischer Häuser und ist die einzige alte Siedlungsform auf Lan Yu, in der noch gelebt wird.
Über vier Jahrzehnte.
Am Tag der indigenen Völker am 1. August 2016 entschuldigte sich Präsident Tsai Ing-wen im Namen der Regierung bei den indigenen Völkern. Am 15. August wurde Tsai Teng-dao zum ersten Staatsoberhaupt, das persönlich nach Lan Yu reiste, um mit den Atayal über die nuklearen Müllprobleme zu sprechen34. Am 22. November 2019 gab das Ministerium für Wirtschaft in Hualun eine rückwirkende Entschädigung von 2,5 Milliarden NT$-Dollar (abgedeckt für den Zeitraum 1974 bis 1999)34.
Der Atayal-Ältester Lin Xin-yu lehnte dies vor Ort ab. Seine wortgetreue Aussage:
„Ich erkläre hiermit, dass wir keinen einzigen Cent nehmen! Wir haben Süßkartoffeln, Fisch und Taro; nehmt dieses Geld und verlegt euch!“35
Er fügte hinzu:
„Solange der nukleare Müll Lan Yu nicht verlassen hat, wird dieser Tod, diese Vernichtung fortgesetzt werden.“35
Bis heute im Jahr 2026 ist der nukleare Müll nicht verlagert worden. Die 97.672 Fässer werden weiterhin auf Lan Yu in Longmen gelagert. Die weiße Terrorherrschaft endete vor Green Island fast dreißig Jahre, während der nukleare Müll auf Lan Yu über vier Jahrzehnte lag. Zwei Inseln im Landkreis Taitung trugen den Preis eines Teils der Geschichte Taiwans, während die Hauptinsel Taiwan dies größtenteils nicht spürte.
Reisende Musik aus dem Teich: Die Goldenen Melodien von Puyuma
Von Lan Yu wird der Blick zurück in das Huadong-Tal, und die Geschichte nimmt eine andere Tonalität an.
Das Dorf Chishang liegt im südlichen Teil des Tals, auf einer Höhe von 250 bis 280 Metern, mit dem Zentralgebirge im Westen und dem Küstengebirge im Osten. Die Bewässerungswasser stammt aus den Quellen des Zentralgebirges und aus der großen Senke (Dapo-Chi) an der Verwerfung36. Während der japanischen Kolonialzeit wurde erfolgreich Reis der Saginakako-Sorte eingeführt, und das Dorf belegte die ersten drei nationalen Reiskwalitätswettbewerbe37; selbst der Reis dieser Zeit diente dem japanischen Kaiser.
Die Mr. Brown Avenue ist ein 2,2 Kilometer langer gerader Bauernweg ohne Strommasten, der berühmt wurde, weil er für eine Werbung von Brown Coffee gedreht wurde. Seit 2009 findet das Chishang Herbstreis-Kunstfest Ende Oktober jedes Jahr statt und hat Auftritte von Ensembles wie Yunmen Dance, Youren Shengu, Jolin Tsai und Qiezidan beherbergt; die Reisfelder sind die Bühne38.
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_Mr. Brown Avenue, Chishang, 03.09.2016. Foto: Sinchen.Lin. CC BY 2.0 via Wikimedia._
Doch die Reisfelder von Chishang sind für Touristen reserviert. Die lokale Geschichte des Taitung hat eine andere Stimmenquelle: Nanwang (Puyuma).
Dieses indigene Dorf im Stadtgebiet von Taitung hat weniger als 1.500 Einwohner, aber es hat mehr als neun Goldenen Melodien-Awards gewonnen und wird daher „die Heimat der Goldenen Melodien“ genannt39. Die wichtigsten Vertreter in chronologischer Reihenfolge:
Hu Defu (geboren 1950, Vater ist Bēnan, Mutter ist Paiwan), ein Pionier der taiwanesischen Volksliedbewegung und „Vater des Volksliedes“, förderte in den 1970er Jahren die Bewegung „eigene Lieder singen“.
Chen Jiannian (geboren am 1. August 1967, Bēnan), Einwohner von Nanwang im Stadtgebiet von Taitung, Nachfahre des Bēnan-Gesangsexperten Lu Senbao. Sein Beruf ist Polizeibeamter. Mit seinem ersten Studioalbum „Ocean“ im Jahr 1999 gewann er beim Goldenen Melodien-Preis der 11. Ausgabe den Preis für den besten Mandarin-Sänger – der einzige Polizist, der diesen Preis gewonnen hat, und besiegte damit Jay Chou, Yu Cheng-ching, David Tao und Wang Leehom40.
„Ocean“ ist ein Ereignis in der taiwanesischen Populärmusikgeschichte. Der Produzent brachte das Aufnahmegerät nach Taitung mit; „die Aufnahme fand in Taitung statt, und die beschriebenen Lebensumstände und diskutierten Themen stehen in engem Zusammenhang mit der Region“41. Das gesamte Album verwendet Chen Jiannans Gitarre als Haupt- oder einziges Instrument und integriert Geräusche aus den Tälern und Küstenregionen von Taitung. Dies ist das erste Goldene Melodien-würdige Werk, das aus der lokalen Perspektive der indigenen Völker Taiwans entstand.
Bei der Preisverleihung im Jahr 2000 schüttelten Jay Chou, Wang Leehom und David Tao Chen Jiannian die Hand und gratulierten ihm – ein Polizist, der in einem Gebiet lebt, das von den Bunun, Bēnan und Paiwan bewohnt wird, wurde in der chinesischen Musikszene anerkannt.
Nanwang ist nicht nur Chen Jiannian. Ji Xiaojun (Chen Jiannans Nichte) gewann den Goldenen Melodien-Preis für den besten Sänger indigener Sprachen. Die „Nanwang-Schwestern“ (Chen Huiqin, Li Yulin, Xu Meihua) gewannen beim Goldenen Melodien-Preis der 20. Ausgabe den Preis für das beste Gesangsstück39. Die Bēnan haben auch Jolin Tsai (Stammesname Gulilai Amit, Bezirk Bēnan), die 1996 mit „Sister“ debütierte und zur Königin der chinesischen Populärmusik wurde. Banae Kuse (Vater ist Bēnan, Mutter ist Amis), aus Taitung stammend, wird als „die gewichtigste Stimme Taiwans“ bezeichnet und veröffentlichte 2000 ihr erstes Soloalbum „Mud Doll“42.
💡 Wussten Sie: Die Dichte von über neun Goldenen Melodien-Awards bei nur 1.500 Einwohnern in Nanwang ist weltweit einzigartig. Als Chen Jiannian gewann, wurde das Album „Ocean“ in einem tiefen Berg in Chiayi aufgenommen und vom Produzenten nach Taipeh zur Nachbearbeitung gebracht. Aber die Seele dieses Albums liegt in Taitung – er selbst sagte: „Die Aufnahme fand in Taitung statt“. Der Grund, warum die Musik der indigenen Völker von Taitung zu einer taiwanesischen Stimme wurde, ist, dass sie direkt aus den Ritualgesängen von Nanwang hervorging und dann mit Texten verpackt wurde, die nach Beendigung des Dienstes als Polizist geschrieben wurden – dies ging einem völlig anderen Weg als das vorherrschende westliche Cover-Singing oder die Adaption chinesischer Poptexte dieser Ära.
Der Sonnenaufgang in Taitung ist der erste Lichtstrahl des 21. Jahrhunderts Taiwans
Die Geschichte kehrt zu dem Weg zurück, der am Anfang genannt wurde.
Die Nanhuai-Straße wurde 1985 eröffnet, von Fenggang nach Taitung. Die Nanhuai-Eisenbahn wurde im Oktober 1992 vollständig (über 98,2 Kilometer) von Fangliao nach Taitung fertiggestellt. Am 23. Dezember 2020 wurde die gesamte Strecke der Nanhuai-Eisenbahn elektrifiziert, wodurch die Reisezeit von Kaohsiung nach Taitung um 27 Minuten reduziert wurde43.
Am Tag der Elektrifizierung fuhren die Puyuma und Taroko in den Bahnhof Taitung ein. Dieser Bahnhof liegt neben der Beinan-Stätte, wo vor 40 Jahren 1.600 Sarkophage ausgegraben wurden. Jeden Tag gingen Reisende aus dem Westen von diesem Bahnhof hinaus zu Chishang, Zhiben, Taimali, Nanheng und weiter nach Green Island und Lan Yu. Unter ihren Füßen befanden sich Siedlungen aus vor 5.300 Jahren.
In der Paiwan-Sprache heißt Taimali „Ja.Bau.Li“, was „der Ort, an dem die Sonne aufgeht“ bedeutet44. Am 1. Januar 2000 veranstaltete das Stadtbüro von Taimali ein Silvester-Sonnenaufgangs-Konzert. Es wurde von britischen und amerikanischen Fernsehsendern sowie aus 25 Ländern weltweit übertragen; dies war der symbolische Moment, in dem Taiwan das 21. Jahrhundert begrüßte45. An diesem Morgen gab es einen Lichtstrahl auf der Pazifikküste, den die Menschen im Westen nicht sahen, aber die Menschen im Osten.
Die Rahmungen „geringste Bevölkerungsdichte“, „letztes unberührtes Land“ oder „am entlegensten“ sind aus dieser Perspektive falsch gerichtet. Wenn man vom elektrifizierten Zug der Nanhuai-Strecke aus nach draußen blickt, liegen die Lichtstrahlen des Taimali-Silvesteraufgangs und eine Beinan-Töpfe von vor 5.300 Jahren im selben Sichtfeld. Taitung ist der Ort mit der tiefsten Zeitachse und dem frühesten Gedächtnis Taiwans in einer Region geringer Bevölkerungsdichte.
Wenn Sie das nächste Mal nach Taitung reisen, besuchen Sie nicht nur die Reisfelder in Chishang oder tauchen nicht nur in Lan Yu. Versuchen Sie, zehn Minuten vom Bahnhof Taitung zum Museum für prähistorische Kultur zu gehen und die Jade-Scheiben zu sehen, die aus den 1.600 Sarkophagen geborgen wurden. Fahren Sie dann mit dem Boot nach Green Island und suchen Sie vor der Mauer des Menschenrechtsdenkmals einen Namen, den Sie kennen. Fahren Sie dann weiter nach Lan Yu und stehen Sie drei Minuten außerhalb des Stacheldrahtzauns des Yongmen-Speichers.
Die Kreisstadt mit der geringsten Bevölkerungsdichte beherbergte die frühesten Menschen. Die Jade-Scheiben, die diese frühen Menschen hinterließen, befinden sich im Museum. Die tiefste politische Unterdrückung ist auf Green Island verblieben. Der tiefste Kampf für Umweltgerechtigkeit findet noch in Lan Yu statt. Diese vier Dinge sind kein Zufall; sie sind die Entfaltung derselben Geschichte in verschiedenen Dimensionen. Taitung ist ein Mikrokosmos dieser Insel.
Weiterführende Lektüre
- Lan Yu Ökosystem — Die biogeografische Grundlage, auf der die endemischen Lebewesen und das Ökosystem der vulkanischen Insel Lan Yu mit der traditionellen Kultur des Atami-Volkes koexistieren.
- Green Island Gefängnis — Die Geschichte der Inhaftierung politischer Gefangener in der Strafanstalt von 1951–1987 und dem Oase-Resort, eine Erweiterung des Abschnitts „Feuerinsel“ dieses Artikels.
- Keelung Stadt — Eine weitere "Faultline"-Stadt in der Reihe der 22 Städte und Landkreise, die vom Großstadtmaßstab ebenso übersehen wird wie Taitung, aber den Weg einer „schrumpfenden Hafenmetropole“ statt eines „Landkreises mit geringster Bevölkerungsdichte“ beschreitet.
- Penghu County — Reihe der 22 Städte und Landkreise: Die Souveränitätswahl der Insel, die zweimal das Spiel abgelehnt hat; ähnlich wie Taitung ist es der am weitesten von der Hauptinsel gelegene Landkreis, bewohnt jedoch von Han-Migranten statt indigenen Völkern.
- Lienchiang County — Reihe der 22 Städte und Landkreise: Die Insel mit 36 Jahren als Schlachtfeldpolitik; die zeitliche Achse der politischen Gefangenen von Green Island von 1951 bis 1987 ist nahezu parallel.
- Taiwanische Weiße Terrorherrschaft — Der gesamte Kontext der politischen Unterdrückung nach 1949, wobei Green Island ein physischer Zeuge ist.
- Landgerechtigkeit und traditionelle Gebiete der indigenen Völker Taiwans — Land, traditionelle Gebiete und aktuelle Streitigkeiten aus Sicht der indigenen Völker; die Position der sechs Stämme in Taitung auf dieser Karte.
- Zeitgenössische indigene Künstler — Von Huddeff zu Chen Jiannian bis Ai-Mei; der Kontext des Nanwang-Clans als Heimatort des Golden Melody Awards.
- Küstentopographie und Meereslandschaft Taiwans — Die geologische Entstehung des Zentralgebirges, des Küstengebirges und des Hoa-Dong-Tals.
- Miaoli County — Reihe der 22 Städte und Landkreise: Das Paradoxon zwischen dem hartnäckigen Hakka und dem Fünf-Sterne-Landrat; ähnlich wie Taitung ist es ein Landkreis, der vom Großstadtmaßstab falsch interpretiert wird.
- Yilan County — Reihe der 22 Städte und Landkreise: Zwei Yilan vor und nach dem Schneetunnel; ähnlich wie Taitung steht es unter touristischem Druck als „letztes unberührtes Stück im Osten“.
- Chiayi Stadt — Reihe der 22 Städte und Landkreise: Die Präfektur, die vom Kaiser benannt wurde, aber am leichtesten übersehen wird; ähnlich wie Taitung ist sie eine historisch dichte Region, die ignoriert wird.
Bildquellen
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- Hero (Frontmatter): Taitung County Montage — Sleepingstar, 2012-07-06, CC BY-SA 3.0. Landschaftsmosaik des Taidong-Landes, das die Städte Taitung, Baishawan, Zhiben Hot Springs, Green Island und Lanyu zeigt.
- Szene §Peinan-Stätte: Excavation of the Peinan Site — Benson KC Fang, 2012-02-28, CC BY-SA 3.0. Ausgrabungsstätte der Steinsarkophage von Peinan.
- Szene §Green Island: Taiwan GreenIsland Human Rights Memorial Monument — S8321414, 2022-08-28, CC BY-SA 4.0. Gedenkmal für Menschenrechte auf Green Island.
- Szene §Lanyu-Landschaft: Lanyu landscape - Taiwan — Pai-Shih Lee (白士 李), 2017-07-21, CC BY 2.0. Vogelperspektive von Lanyu.
- Szene §Pangkaikanoe: The Traditional Boat Of Tao People — Cho Hsun Lu, 2015-08-02, CC BY 3.0. Traditionelles Pangkaikanoe der Taō-Völker.
- Szene §Chishang-Reislandschaft: 伯朗大道 — Sinchen.Lin, 2016-09-03, CC BY 2.0. Die Golden-City-Bäume der "Borlang Road" in Chishang Township.
Lizenzbedingungen: CC BY 2.0 / CC BY 3.0 / CC BY-SA 3.0 / CC BY-SA 4.0.
Referenzmaterialien
- Nanhu-Straße - Wikipedia — Die Eröffnung der Nanhu-Straße (Fenggang nach Taitung) im Jahr 1985 war die letzte Etappe von Taiwan Provincial Railway Line 9 und ein historisches Bauwerk, das die Pingtung Halbinsel mit dem Osten über die kürzeste Landverbindung verband.↩
- Nanheng-Straße - Wikipedia — Die Nanheng-Straße wurde 1972 eröffnet und führt von Yujing in Tainan durch Taoyuan und Taoyuan nach Taitung, sie ist eine der drei querlaufenden Straßen Taiwans.↩
- Taitung County - Wikipedia — Die Verwaltungsstruktur umfasst eine Fläche von 3.515,2526 Quadratkilometern, ist die drittgrößte Verwaltungseinheit Taiwans und besteht aus 1 Stadt, 2 Bezirken und 13 Dörfern, wobei 5 davon Bergdörfer sind und 2 Inseldörfer.↩2
- Haushaltsstatistik des Ministeriums für Zivilverwaltung von Taitung County — Im Juli 2025 sank die Bevölkerung unter 210.000, was eine Dichte von etwa 60 Einwohnern/km² darstellt und den niedrigsten Wert in ganz Taiwan ist; der Anteil der indigenen Bevölkerung liegt bei etwa 37,5 %, was den höchsten Wert in ganz Taiwan ist.↩23
- Tautau-Sprachen und die Migrationsrouten der Austronesier - Kulturpark der indigenen Völker Taiwans — Die Tautau-Sprache gehört zur Malayo-Polynesischen Sprachfamilie, zu den philippinischen Sprachen der Badan-Gruppe, und eine linguistische Analyse zeigt 60% Ähnlichkeit mit dem Ivatan auf der Insel Batan in den Philippinen.↩2
- Beinan-Stätte - National Museum of Taiwan Prehistory Culture — Die Ausgrabung bei der Nanhu Railway Station in Hualien im Jahr 1980 enthüllte große Mengen von Artefakten. Ein 9-jähriges, 13-maliges Forschungsteam aus Taiwan University und Professor Amero entdeckte 1.600 Steinsarkophage auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern – eine beispiellose Ausgrabung in der archäologischen Geschichte Taiwans.↩2
- Beinan-Kultur - Bildungspanne — Die Beinan-Kultur stammt aus vor etwa 5.300 bis 2.300 Jahren; die Blütezeit war zwischen 3.500 und 2.300 Jahren BP, mit einer geschätzten Fläche von 1 Million Quadratmetern. Die früheste bekannte Dokumentation stammt von der Aufnahme eines Steinsäulenfotos durch Torii Ryuzou im Jahr 1896.↩2
- Beinan-Jade und Fernhandel - National Museum of Taiwan Prehistory Culture — Die Jadeobjekte in den Steinsarkophagen, wie jadefarbene Scheiben, klingenförmige Anhänger, trompetenförmige Ringe und Jaderohre, sind nationale Schätze Taiwans; die Rohstoffquelle ist Fengtian-Jade aus Hualien, was auf die Fernhandelsfähigkeiten der Beinan-Kultur vor 5.000 Jahren hinweist.↩
- Offizielle Website des National Museum of Taiwan Prehistory Culture — Das Vorbereitungskomitee wurde im Februar 1990 gegründet, und das Museum eröffnete offiziell im August 2002. Es ist das erste Museum für prähistorische Kulturen in Südostasien mit internationalem Rang und beschreibt offiziell die Beinan-Stätte als 'die größte von Taiwan.'↩2
- Potenzialbereiche des Weltkulturerbes Taiwans - Bureau of Cultural Heritage, Ministry of Culture — Die Beinan-Stätte wurde zusammen mit der Dulan Mountain in die erste Gruppe von Potenzialbereichen im Jahr 2003 eingetragen.↩
- Amis und das Chengguangao-Ereignis in Taitung County - Indigenenrat Taiwans — Die Amis-Bevölkerung in Taitung County beträgt etwa 40.000; die Hauptsiedlungen sind Changbin in Donghe, erfolgreich in Beinan Township und Taitung City. Das Chengguangao-Ereignis von 1911 ist ein historischer Widerstand gegen die japanische Kolonialherrschaft.↩23
- Die acht traditionellen Clans der Beinan - Indigenenrat Taiwans — Die offizielle Version der acht traditionellen Clans (Nanwang, Zhiben, Jianhe, Lijia, Taian, Xiabinlang, Alibai, Chulu) und die Struktur des Festivals am Ende Dezember sind dargelegt.↩
- Das Fünfjahresfest der Paiwan - Gemeindehaus von Daren Township, Taitung County — Tuhsan Village in Daren ist einer der beiden Orte in ganz Taiwan, die das Fünfjahresfest noch pflegen und hat eine dokumentierte Geschichte von mindestens 400 Jahren, zusammen mit Goulou Village in Laiyi Township, Pingtung County.↩
- Die Umsiedlungspolitik der Pa'uan - National Archives of Taiwan — Von 1931 bis 1941 führte Japan die Politik der Umsiedlung der Pa'uan in den Dörfern Haidan und Yanping durch, wobei sie von einer zerstreuten Subsistenzwirtschaft zu einer konzentrierten Siedlung überging.↩
- Die mehrstimmige Gesangsdarbietung der Pa'uan - Kulturzentrum von Haidan Township — Die polyphone Gesangstechnik des 'Gebetsliedes für die Reisernte' (Pasibutbut) der Pa'uan und die verifizierbare historische Aufzeichnung durch den japanischen Gelehrten Takashi Kurosawa im Jahr 1943.↩
- Die Sünde und Strafe von 50 Jahren – Die Rot-Blatt-Junior-Baseballspieler, die Taiwan zum Leuchten brachten - Reporter — Am 25. August 1968 besiegten die Rot-Blatt-Spieler der Junior-Mannschaft (kein Weltmeisterteam) aus Kansai, Japan, mit 7:0. Neun der 13 Spieler gaben sich als andere aus; fünf meldeten ihr Alter falsch an. Die vollständige und tiefgründige Berichterstattung über das Urteil von 1969, bei dem acht der 13 Spieler gestorben sind, enthält die wörtlichen Zitate: „Die Aufzeichnung auf der Anzeigetafel war sieben zu null“, „Wie ist dieser ‚Weltmeister-Junior-Team und das Waseda-Team‘ entstanden? Diese Behauptung tauchte erst später auf“, „Acht der 13 Rot-Blatt-Jugendspieler sind gestorben“.↩23456789
- Die aktuelle Situation des Dorfes Hongye - Gemeindehaus von Yanping Township, Taitung County — Das Dorf Hongye hat etwa 500 Einwohner, in denen Pa'uan und Han leben. Sie leben von Maisanbau; die Grundschule hat weniger als 50 Schüler. Es ist eine zeitgenössische Aufzeichnung der Auflösung des Junior-Teams im Jahr 1999 und der Neugründung im Jahr 2009.↩
- Asahi Thermalquelle - Taitung Tourismusnetzwerk — Eine der drei Meerwasserthermen weltweit (die anderen befinden sich in Kyushu, Japan und Sizilien, Italien). Es ist eine salzhaltige Sulfat-Chlorid-Quelle mit einer Temperatur von 60–70°C und wird als eine der vier berühmten Quellen während der japanischen Kolonialzeit beschrieben.↩
- Gomera Memorial Park für die Weiße Terrorherrschaft - National Museum of Human Rights — Die Einrichtung des Schulungspunkts im Jahr 1951, in dem etwa 2.000 politische Gefangene festgehalten wurden; der Betrieb von Oasis Resort begann 1972; während der Martial-Law-Ära gab es über 29.000 politische Haftfälle in ganz Taiwan und 3.000 bis 4.000 Hinrichtungen.↩2
- Das Tränen-Denkmal auf Gomera zeugt von der blutigen Menschenrechtsgeschichte - Central News Agency — Bericht vom 16. Mai 2018: Vom Jahrgang 40 bis 54 (1951–1965) hielt der Schulungspunkts-Büro etwa 2.000 politische Gefangene in 12 Kompanien und einer Frauenkompanie; nach dem Ende im Jahr 54 wurden die politischen Gefangenen zur Haftanstalt Taiyuan in Taitung verlegt; nach dem Taiyuan-Ereignis im Jahr 59 wurde das Oasis Resort gebaut, fertiggestellt im Jahr 61 (1972).↩23
- Das Schulungsgefängnis von Gomera des ehemaligen Verteidigungsministeriums - Wikipedia — Nach dem Taiyuan-Ereignis im Jahr 1970 beschloss die Regierung, politische Gefangene nach Gomera zu verlegen. Das neue Gefängnis wurde 1972 fertiggestellt, und am 23. April wurden 170 politische Gefangene von der Haftanstalt Taiyuan nach Gomera verlegt; es wurde 1987 aufgelöst.↩
- Das Schulungsgefängnis von Gomera des Verteidigungsministeriums - National Memory Bank of Human Rights — Eintrag im National Museum of Human Rights: Das Gefängnis wurde am 15. Juli 1987 aufgelöst, nachdem die Martial-Law-Ära beendet war und Zivilisten nicht mehr unter Militärgerichtsbarkeit standen. Die verbleibenden 36 politischen Gefangenen wurden von Oasis Resort zur Taiwan Green Island Prison in Zhonglia Village (bekannt als Chongde Mountain Resort, heute das Green Island Prison des Ministeriums für Justiz) versetzt.↩
- Wartungsplan für das historische Gebäude 'Oasis Resort' (Schulunggefängnis von Gomera des Verteidigungsministeriums) - National Museum of Human Rights — Abschnitt 1 der Version November 2025: Nach der Beendigung der Martial-Law-Ära wurde das Gebäude laut Interviews mit beteiligten Personen weiterhin zur Inhaftierung und Schulung genutzt. Die Polizeidirektion von Gomera im Jahr 1992 wurde aufgelöst, und sowohl das Gelände als auch Oasis Resort standen leer, bevor sie vom Ministerium für Justiz als Untergefängnis für die Green Island Prison verwendet wurden. Bei der Renovierung im Jahr 1998 wurde nach Forderungen von Shi Mingde die Arbeit eingestellt und stattdessen die Erhaltung der Stätte gefördert.↩
- Gomera Memorial für Menschenrechte - National Museum of Human Rights — Am 10. Dezember 1999 wurde das Denkmal von Präsident Lee Teng-hui bei der internationalen Tag der Menschenrechte eingeweiht; der Gomera Memorial Park wurde 2002 gegründet und offiziell als 'Gomera Memorial Park für die Weiße Terrorherrschaft' im Jahr 2018 benannt. Die offizielle Aufzeichnung gibt eine Fläche von etwa 32 Hektar an.↩
- Lan Yu Lagerstätte - Wikipedia — Chiang Ching-kuo stimmte 1975 der Einrichtung einer Lagerstätte für radioaktive Abfälle zu; die erste Phase wurde im Mai 1982 abgeschlossen und begann mit der Annahme von Material. Zwischen 1982 und 1996 wurden insgesamt 97.672 Tonnen niedrigradioaktiver Kernabfall angenommen, wobei die Quellen die Nuklearkraftwerke I, II und III sowie medizinische, landwirtschaftliche und industrielle Einrichtungen in ganz Taiwan umfassen.↩23
- Untersuchung zur Wahrheit der Lagerstätte für Kernabfälle auf Lan Yu - Bericht des Atomenergieausschusses der Executive Yuan von 2018 — Der offizielle Untersuchungsbericht von 2018 bestätigte, dass die indigenen Völker 'unwissend' waren. Obwohl die Regierung den Begriff 'Konservendosenfabrik' leugnete, gibt es weiterhin Streit über die spezifischen täuschenden Formulierungen.↩
- Chronologie der Anti-Kernabfall-Bewegung der Tautau - Zentrum für Umweltinformationen — Die Bewegung begann am Jahr 1987, als die Tautau in einem Flughafen protestierten, weil Taiwan Power einen lokalen Abgeordneten nach Japan zur Tourismusreise einlud.↩
- Bewegung der Tautau gegen die bösen Geister von Lan Yu - Praktik Online — Im Januar 1988 wurde in dem Redaktionsbüro der Zeitschrift 'Human' in Anhe Road, Taipei City, das Protestwort 'Böse Geister vertreiben' von Chen Yingzhen initiiert. Am 20. Februar 1988 starteten die Tautau einen Inselumrundungs-Protest gegen Kernabfälle – der erste organisierte Protest der indigenen Völker Taiwans gegen Kernabfälle, mit der gemeinsamen Erklärung: „Dieses Land hat eine Seele“.↩23
- Der Steinwurf auf Lan Yu im Jahr 1996 - Brennpunkt-Ereignis — Die Aktion 'Eine Person, Ein Stein' fand 1995 statt. Im April 1996 versammelten sich die Bewohner von Lan Yu am Longmen Pier und protestierten gegen den Transport von 168 Tonnen Kernabfall durch Taiwan Power. Nach vier Tagen Blockade wurde das Schiff gezwungen, abzufahren. Dies war ein Wendepunkt, da danach keine neuen Kernabfälle mehr transportiert wurden.↩
- Kernabfall auf Lan Yu - Brennpunkt-Ereignis — Die wörtliche Quelle besagt: „Von 1982 bis 1996 gelangten über 100.000 Tonnen Kernabfälle in die Lagerstätte, bis zum Protest der Tautau gegen das Blockieren des Hafens“.↩
- Der Fischfangzyklus der Tautau - WellMedia Kulturspalte — Jedes Jahr im Februar oder März ziehen die Lachsfische (wandernde Fische) aus dem Schwarzen Strom nach Norden. Der Kalender der Tautau ist um diesen Fisch organisiert, wobei die Regeln lauten: Meer gehört den Männern, Berge gehören den Frauen, und es gibt Klassifikationen für alte, junge und ältere Fische – eine vollständige Erklärung des nachhaltigen Ökosystems, das keine Korallenfische fängt.↩
- Die Kanu-Technik der Tautau - Lan Se Da Men — Das große Boot (chinurikuran) besteht aus 27 Planken und kann 8–10 Personen befördern; das kleine Boot (tatara) besteht aus 21 Planken. Die traditionelle Farbgebung ist Rot, Weiß und Schwarz, mit kreisförmigen Motiven an den Bootslöchern. Dies ist eine vollständige Dokumentation der Handwerkskunst und Tabus, die verbieten, Kanus ohne Erlaubnis zu fotografieren oder zu berühren.↩
- Das unterirdische Haus von Lan Yu (talakaval) - Kulturartefakte des Dorfes Lan Yu — Die Bauweise der unterirdischen Häuser ist an den starken Nordostwind angepasst. Die niedrigen, halbtiefen Räume mit Erdmauern zur Isolierung sind dokumentiert. Das Wildsilver Village bewahrt die vollständigste Form eines alten Dorfes auf Lan Yu, das noch bewohnt ist.↩
- Entschuldigung und Entschädigung von Präsident Tsai Ing-wen für Lan Yu - Nachrichten des Präsidentenamtes — Am 1. August 2016 entschuldigte sich Tsai Ing-wen, die Regierung stellvertretend, am Tag der indigenen Völker. Am 15. August besuchte sie zum ersten Mal Lan Yu und sprach direkt mit den Tautau über das Kernabfallproblem. Am 22. November 2019 kündigte das Ministerium für Wirtschaft in Taitung eine vollständige Entschuldigung und Entschädigung von 2,55 Milliarden NTD (für den Zeitraum 1974–1999) an.↩2
- Die Tautau-Ältesten lehnen die Kernabfallentschädigung in Höhe von 2,55 Milliarden ab: „Ich erkläre hiermit, dass wir keinen einzigen Cent nehmen werden!“ - Zentrum für Umweltinformationen — Zwei wörtliche Zitate der Tautau-Ältesten Lin Xinyu vom November 2019: „Ich erkläre hiermit, dass wir keinen einzigen Cent nehmen werden! Wir haben Süßkartoffeln, Fische und Taro; nehmt dieses Geld und verlagert euch!“, „Solange die nuklearen Abfälle Lan Yu nicht verlassen, wird dieser Tod, diese Vernichtung andauern.“↩2
- Natur und Bewässerung in Chishang Township - Gemeindehaus von Chishang Township — Chishang Township liegt im südlichen Teil des Hoa-Dong Rift Valley auf einer Höhe von 250 bis 280 Metern. Es grenzt an die Ostseite der Zentralgebirgskette und wird mit Wasser aus Quellen der Zentralgebirge und dem Bruchsee bewässert. Die geographischen Bedingungen sind durch eine geringe Verschmutzung und große Tag-Nacht-Temperaturschwankungen gekennzeichnet.↩
- Die Qualität des Chishang-Reises - Taitung Agricultural Research Center — Der Chishang-Reis hat drei nationale Reisqualitätspreise gewonnen. Während der japanischen Kolonialzeit wurde die Reissorte aus der Präfektur Yamagata, Japan, erfolgreich angebaut und für den japanischen Kaiser verwendet.↩
- Chishang Herbsternte-Kunstfest - Taiwan Good Foundation — Dieses Festival wird seit Ende Oktober 2009 jedes Jahr abgehalten. Es hat Aufführungen von Tanzgruppen wie Yunmen Dance, Youren Shengu und singers wie Jolin Tsai und Qiezi Dan gesehen und ist eine kuratierte Ausstellung, bei der die Reisfelder zur Bühne werden.↩
- Sonderausstellung für Musiker aus Taitung – Eine Reise in die Heimat des Goldenen Song-Preises - Made in Taitung — Das Dorf Puyuma (Nanwang) mit weniger als 1.500 Einwohnern hat den Spitznamen „Heimat des Goldenen Song-Preises“ und ist bekannt für Persönlichkeiten wie Hu Defu, Chen Jiannian, Ji Xiaojun und die Schwestern Nanwang sowie Hao'en und Jiajia – eine vollständige musikalische Genealogie.↩2
- Chen Jiannian gewinnt mit 'Ocean', besiegt alle Taishang-Könige - Fayan Fount Media — Das erste eigene Album von Chen Jiannian, 'Ocean', wurde 1999 veröffentlicht. Im Goldenen Song Award der 11. Ausgabe im Jahr 2000 gewann er als bester Mandarin-Sänger. Er ist der einzige Polizeisänger in der Geschichte, der Künstler wie Jacky Cheung, Yu Chengqing, David Tao und Jay Chou besiegt hat.↩
- Aufnahmelokal für Chen Jiannians 'Ocean' - Fayan Fount Media — Das wörtliche Zitat: „Die Aufnahme fand in Taitung statt; das beschriebene Leben und die diskutierten Themen sind eng mit der Region verbunden“, bewertet die Lokalisierung des Albums 'Ocean' von Chen Jiannian.↩
- Banae. Kusu - Made in Taitung — Banae, dessen Vater aus Beinan und dessen Mutter aus Amis stammt, kommt aus Taitung und wird als „die schwerste Stimme Taiwans“ bezeichnet. Er veröffentlichte 2000 sein erstes Soloalbum 'Tonpu' und ist ein Künstler, der sich für die Rechte indigener Völker einsetzt.↩
- Die vollständige Elektrifizierung der Nanhu Railway - Pressemitteilung des Taiwan Railway Administration, Ministerium für Verkehr — Am 23. Dezember 2020 wurde die gesamte Nanhu Railway elektrifiziert. Die Fahrzeit von Kaohsiung nach Taitung wurde um 27 Minuten verkürzt, und die Züge Puyuma und Taroko fuhren in den Bahnhof Taitung ein.↩
- Die Herkunft des Ortsnamens Taimali - Gemeindehaus von Taimali Township — „Taimali“ ist der Name aus der Paiwan-Sprache „Ja.Bau.Li“, was „Ort, an dem die Sonne aufgeht“ bedeutet und auch als „Land des Sonnenaufgangs“ bekannt ist.↩
- Tai Mali Millennium Sunrise Memorial Park - Taitung Tourismusnetzwerk — Am 1. Januar 2000 veranstaltete das Gemeindehaus von Taimali ein Musikkonzert zum Millennium-Sonnenaufgang. Es wurde weltweit über amerikanische und britische Fernsehsender übertragen und dokumentiert den symbolischen Moment, als Taiwan in das 21. Jahrhundert eintrat. Das wörtliche Zitat lautet: „Am 1. Januar 2000 fand unter sorgfältiger Planung des Gemeindehauses hier ein Musikkonzert zum Sonnenaufgang am Strand statt und wurde über amerikanische und britische Fernsehsender weltweit übertragen, um gemeinsam den ersten Sonnenaufgang des 21. Jahrhunderts zu begrüßen“.↩