Im Winter 1948 wurden mehrere Kisten aus Holz nach Yangmei in Taoyuan gebracht und in einem Lagerhaus neben dem Bahnhof gestapelt.
Die Kisten gehörten dem Institut für Geschichte und Philologie der Academia Sinica. Der Gründungsdirektor des Instituts, Fu Ssu-nien, hatte sich während des Kriegs gegen Japan den Spitznamen „Herr Umzug" verdient, weil er das gesamte Material des Instituts von Nanjing über Changsha bis nach Kunming in Yunnan und Lizhuang in Sichuan transportiert hatte1. Diese Fahrt im Winter 1948 war ein weiterer Umzug derselben Sammlung. Von den Kisten der verschiedenen Behörden, die zur gleichen Zeit in Taiwan ankamen, blieben nur die des Instituts für Geschichte und Philologie in Yangmei; die übrigen wurden in ein Lagerhaus der Zuckerfabrik in Taichung verlegt2.
Nur wenige Menschen begleiteten die Kisten über die Meerenge. Die eigene Website zur Institutsgeschichte der Academia Sinica fasst jenes Jahr sehr knapp zusammen: „Nur wenige Einheiten der Academia Sinica – die Zentralverwaltung, das Institut für Geschichte und Philologie und das Institut für Mathematik – mit insgesamt gut 50 Mitarbeitenden folgten der Regierung bei der Übersiedlung nach Taiwan"3. Gut fünfzig Menschen, ein paar Einheiten, ein geliehenes Lagerhaus – das war die erste Habe in Taiwan einer Institution, die im Organisationsgesetz als „die höchste akademische Forschungseinrichtung der Republik China (Taiwan)" bezeichnet wird4.
30-Sekunden-Überblick: Die Academia Sinica wurde 1928 in Shanghai gegründet. Als sie um 1949 der Regierung nach Taiwan folgte, waren nur noch gut fünfzig Menschen übrig. Heute hat sie 24 Forschungsinstitute, neun Forschungszentren und fast tausend Forschende; ihre Rechtsgrundlage stammt direkt aus dem Organisationsgesetz des Präsidialamts, sie vergibt keine akademischen Grade und nimmt keine Studierenden auf. Was diese Position erkauft, ist „Länge": Die Ausgrabungen in Yinxu dauerten fünfzehn Kampagnen über zehn Jahre, und das Institut für Taiwan-Geschichte brauchte elf Jahre vom Vorbereitungsbüro bis zur formellen Gründung. Dieselbe Position sorgt aber auch dafür, dass der Präsident vom Staatspräsidenten aus einer Dreierliste ausgewählt wird, dass das Budget jedes Jahr im Legislativ-Yuan Punkt für Punkt aufgeschlüsselt wird und dass selbst die Frage, ob der englische Name geändert werden soll, zunächst beantworten muss, ob dahinter eine Frage der nationalen Identität steckt.
Erste Habe nach der Ankunft in Taiwan, zwischengelagert im Bahnhofslager
Zwanzig Jahre zuvor hatte auch die erste Sitzung dieser Institution nicht in einem Prunksaal stattgefunden. 1927 wurde der Antrag zur Gründung der Academia Sinica auf einer Zentralen Politischen Konferenz der Kuomintang beschlossen. Die Website zur Institutsgeschichte schreibt die Initiative einer Gruppe um Cai Yuanpei zu, während Wikipedia festhält, dass Li Shih-tseng den Gründungsantrag auf der 74. Sitzung am 17. April jenes Jahres einbrachte – beide Versionen bestehen seither nebeneinander5. Am 9. November desselben Jahres wurde das Organisationsgesetz verkündet. Am 23. April 1928 ernannte die Nationalregierung Cai Yuanpei zum Präsidenten. Am 9. Juni fand die erste Vorstandssitzung im East Asia Hotel in Shanghai statt und verkündete die offizielle Gründung5. In einem Séparée im Format eines Restaurantbesuchs eröffnete die höchste akademische Einrichtung des ganzen Landes. Laut der Website zur Institutsgeschichte wurden in der Gründungsphase „mit äußerst begrenzten Mitteln insgesamt zehn Forschungseinheiten aufgebaut"3.

Die Ernennungsurkunde vom 23. April 1928, mit der die Nationalregierung Cai Yuanpei zum Präsidenten der Academia Sinica ernannte. Aufgenommen in Cai Yuanpeis ehemaliger Residenz in Shanghai. Photo: Mountain / Wikimedia Commons, Public domain
Im Gepäck dieser gut fünfzig Menschen war auch etwas, das in keiner Kiste steckte. Artikel 1 des Organisationsgesetzes der Academia Sinica lautet: „Dieses Gesetz wird gemäß Artikel 17 des Organisationsgesetzes des Präsidialamts der Republik China (Taiwan) erlassen." Artikel 2 lautet: „Die Academia Sinica ist die höchste akademische Forschungseinrichtung der Republik China (Taiwan) mit folgenden Aufgaben: 1. Geistes- und naturwissenschaftliche Forschung. 2. Anleitung, Vernetzung und Förderung der akademischen Forschung. 3. Ausbildung akademischen Spitzennachwuchses."4
Anders als das Taiwan Design Institute, das ebenfalls vom Staat finanziert wird, aber dem Wirtschaftsministerium untersteht, hat die Academia Sinica ihre Rechtsgrundlage im Organisationsgesetz des Präsidialamts. Sie ist keine Universität: Sie hat kein Recht, akademische Grade zu verleihen, nimmt keine grundständig Studierenden auf, und ihre Forschenden müssen nicht lehren. Um ein Promotionsprogramm anzubieten, ist sie auf das seit 2002 bestehende International Graduate Program (TIGP) angewiesen, das gemeinsam mit zehn Universitäten – darunter der National Taiwan University, der National Tsing Hua University und der National Yang Ming Chiao Tung University – betrieben wird; die Studierenden erhalten den Abschluss der jeweiligen Partneruniversität zusammen mit einem TIGP-Abschlusszertifikat6. Ihre heutige Größe beschreibt die englischsprachige offizielle Website so: „24 research institutes and 9 research centers, with almost 1,000 researchers"7.
Im März 1948 wählte die Academia Sinica ihre erste Klasse von Academicians: 81 Personen, davon 28 aus der mathematisch-naturwissenschaftlichen, 25 aus der biologischen und 28 aus der geistes- und sozialwissenschaftlichen Gruppe; im September desselben Jahres fand in Nanjing die erste Vollversammlung der Academicians statt8. Diese Liste war die Spitzenrepräsentation der damaligen chinesischen akademischen Welt – und löste sich gut ein Jahr später schon wieder auf. Wikipedias zusammenfassende Einschätzung lautet: „Die meisten Einheiten der Academia Sinica und die Academicians der ersten Klasse blieben auf dem Festland oder gingen ins Ausland, nur sehr wenige folgten nach Taiwan"5. Wie viele tatsächlich mit nach Taiwan übersiedelten, dazu reichen die Angaben von sechs bis zwölf Personen – bis heute gibt es keine endgültige Zahl. Sicher ist: Wang Chung-hui erreichte Taiwan 1949 über Hongkong und starb 1958 in Taipeh; Wu Chih-hui starb 1953 in Taipeh; und Robert K. S. Lim, der ebenfalls auf der Liste stand, ging 1949 in die USA und kam nie nach Taiwan9.

Im September 1948 versammelten sich die Academicians der ersten Klasse zu einem Gruppenfoto in Nanjing. Von diesen 81 Personen folgten gut ein Jahr später nur sehr wenige nach Taiwan. Photo: Unbekannter Fotograf / Wikimedia Commons, Public domain
Die Zeit im Lagerhaus dauerte nicht lange. Im Sommer 1954 wurden die ersten Gebäude auf dem Campus in Nangang fertiggestellt, und die Institution hatte in Taiwan eine eigene Adresse3. 1957 fand in Taipeh die zweite Vollversammlung der Academicians statt, doch erst auf der dritten Vollversammlung 1958 wurde die zweite Klasse von Academicians gewählt8.
Auch das Amt des Präsidenten wurde weitergeführt. Hu Shi trat sein Amt im April 1958 an. Am 24. Februar 1962 leitete er die fünfte Vollversammlung der Academicians; am Nachmittag desselben Tages veranstaltete die Institution einen Empfang für die neu gewählten Academicians, darunter Chih-Kung Jen, und um 18:35 Uhr erlag er auf diesem Empfang plötzlich einem Herzinfarkt10. Sein Grab wurde später, dem natürlichen Geländeverlauf folgend, zum Hu-Shi-Park umgestaltet; noch heute üben dort ältere Menschen aus Nangang Tai Chi.
Quelle: Website zur Institutsgeschichte der Academia Sinica, offizielle Pressemitteilungen der Academia Sinica, Selbstdarstellung des Instituts für Taiwan-Geschichte
Eine einzige Grube förderte mehr Orakelknochen zutage als elf Kataloge zusammen
Das berühmteste Stück aus jenen Kisten stammt aus dem Dorf Xiaotun in Anyang, Provinz Henan.
Zwischen 1928 und 1937 führte das Institut für Geschichte und Philologie in der Gegend von Yinxu fünfzehn groß angelegte archäologische Ausgrabungskampagnen durch11. Zehn Jahre, fünfzehn Kampagnen, eine einzige Institution.
Am 12. Juni des 25. Jahres der Republik China (1936) stieß die dreizehnte Ausgrabungskampagne im westlichen Teil des Palastareals von Xiaotun auf eine Grube mit der Bezeichnung YH12711. Aus dieser Grube wurden 17.096 beschriftete Orakelknochen geborgen – zuvor hatten elf Kataloge wie der Tieyun Canggui zusammengenommen lediglich 9.913 solcher Knochen verzeichnet12. Was eine einzige Grube zutage förderte, überstieg die Gesamtsumme von elf Katalogwerken.
Acht Jahre, zwölf Kampagnen, bis diese eine Grube an der Reihe war. Ein solcher Rhythmus lässt sich in einer Institution, die Studierende aufnehmen, Lehrveranstaltungen anbieten und jedes Jahr Ergebnisse vorweisen muss, kaum in den Kalender einpassen. Acht Jahre zu graben, ohne auf das Wichtigste zu stoßen – auf den meisten Evaluierungsbögen würde das als Misserfolg verbucht, dabei ist es genau die Voraussetzung dafür, dass diese Grube überhaupt existiert.
📝 Kuratorische Anmerkung
Die gängige Erklärung für die Erfolge der Academia Sinica lautet: Talente und Mittel – man findet die besten Leute und bietet ihnen die besten Bedingungen. Diese Erklärung ist nicht falsch, aber sie übersieht eine dritte Zutat, und die kommt vom System selbst. Eine Institution, die keine Studierenden aufnehmen und nicht lehren muss und deren Budget vom Staat statt von Studiengebühren kommt, kann „in zehn Jahren nichts ausgegraben zu haben" als Prozess statt als Unfall behandeln. Geld kauft Ausrüstung, Talente lassen sich abwerben – einzig das „Sich-Zeit-lassen-Können" wird vom System selbst verliehen. Das ist auch der Grund, warum sich die Kontroversen in jedem der folgenden Abschnitte um dieselbe Frage drehen: Womit verdient gerade sie es, warten zu dürfen?

Das Forschungsgebäude des Instituts für Geschichte und Philologie auf dem Campus Nangang. Die Orakelknochen, Abreibungen und Archivalien aus Yinxu fanden hier nach ihrer Überfahrt im Winter 1948 schließlich ihren Platz. Photo: Ahao823 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Innerhalb derselben Institution blickte eine andere Gruppe weiter in die Ferne. 2011 übergab die US-amerikanische National Science Foundation ein zwölf Meter großes ALMA-Prototyp-Teleskop aus Nordamerika an „a team led by the ASIAA and the Smithsonian Astrophysical Observatory (SAO)" – also an ein gemeinsam vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Academia Sinica (ASIAA) und dem Smithsonian Astrophysical Observatory geleitetes Team13. Das Teleskop wurde umgebaut, nach Grönland verlegt und zum Greenland Telescope. Das Event Horizon Telescope (EHT) bezeichnet es offiziell als das einzige Submillimeterwellen-Observatorium innerhalb des Polarkreises, im Original: the only submillimeter-wave astronomical observatory in the Arctic Circle14. Das ASIAA ist eine von 13 Mitgliedsinstitutionen der EHT-Kollaboration; als am 10. April 2019 das erste Bild eines Schwarzen Lochs der Menschheitsgeschichte veröffentlicht wurde, war Taipeh einer von sechs Orten weltweit mit einer zeitgleichen Pressekonferenz15.
Es gab auch Momente, in denen es sehr schnell ging. Am 9. März 2020 veröffentlichte die Academia Sinica eine Pressemitteilung: Das Forschungsteam um Yang An-sui habe „innerhalb von nur 19 Tagen gegen Nukleokapsid-Protein-Antigene (Nucleocapsid protein) von sieben humanen Coronaviren die erste Charge von 46 monoklonalen Antikörper-Stämmen (IgG) im Milligrammmaßstab hergestellt"16. Research Matters beschreibt es so, dass damit eine ursprünglich auf zwei Monate geschätzte Forschungsarbeit auf neunzehn Tage komprimiert wurde17. Die Ergebnisse wurden anschließend an neun Hersteller weitergegeben und in Richtung Testreagenzien weiterentwickelt – das war eines der knappsten Güter in dem ersten Jahr der Pandemie (疫情頭一年) und zugleich der Abschnitt, in dem das Seuchenschutzsystem damals dem Labor am nächsten kam.

Am 29. Januar 2024 besichtigte der Präsident in Nangang die Forschungsergebnisse des Fachzentrums für Quantencomputer der Academia Sinica. Orakelknochen, Schwarze Löcher, Antikörper – alles unter demselben institutionellen Dach. Photo: Präsidialamt / Official Photo by Wang Yu Ching, CC BY 2.0
Eine Grube, zehn Jahre lang ausgegraben; ein Teleskop, von der Übergabe bis zur Installation im Polarkreis ebenfalls nach Jahren bemessen; eine Charge Antikörper, in neunzehn Tagen fertiggestellt. Im selben Jahresbericht betrachtet, wirken diese drei Dinge wie ein Widerspruch – tatsächlich sind es drei Anwendungen desselben Spielraums: Man kann sich Zeit lassen, gerade deshalb gibt es im Ernstfall etwas vorzuweisen. Was das Team um Yang An-sui in neunzehn Tagen leistete, war die Einlösung „jahrzehntelang angesammelter Ergebnisse und Techniken"17.
Eine Institution, die zur Erforschung Chinas gegründet wurde, beginnt diese Insel zu erforschen
Als die Institution 1928 gegründet wurde, sollte sie China erforschen. Es dauerte lange, bis sie begann, den Ort zu erforschen, an dem sie selbst stand.
Der Wendepunkt ist auf der Geschichtsseite des Instituts für Taiwan-Geschichte festgehalten: „Im Januar des 82. Jahres der Republik China (1993) kehrte Academician Chang Kwang-chih, Koordinator des Taiwan History Field Research Office, nach Taiwan zurück. Da er den Zeitpunkt für die Gründung des Instituts für gekommen hielt, berief er relevante Personen ein, um die Gründung gemeinsam zu beraten"18. Am 26. Juni desselben Jahres genehmigte das Präsidialamt die Einrichtung des Vorbereitungsbüros für das Institut für Taiwan-Geschichte; am 10. Juli wurde Huang Fu-san, Geschichtsprofessor an der National Taiwan University, zum Leiter des Vorbereitungsbüros bestellt. Die tatsächliche Gründung des Instituts erfolgte am 1. Juli 2004, mit Chuang Ying-chang als erstem Direktor18. Vom Vorbereitungsbüro bis zum Forschungsinstitut vergingen elf Jahre.
Das ist eine andere Verwendung derselben Länge: Die eine wurde in ein acht Jahre lang ertragloses Grabungsfeld investiert, die andere darin, das Problembewusstsein einer ganzen Institution zu wenden – von „wir erforschen jenen Kontinent" zu „wir erforschen die Insel unter unseren Füßen". Eine Kehrtwende vollzieht sich langsamer als eine Ausgrabung, denn zu ändern sind Stellenplan, Budget und Personal – das ist erheblich langsamer, als einen Spaten zu bewegen.
Der offizielle Imagefilm der Academia Sinica aus dem Jahr 2025 trägt den Titel „Im Forschen finden wir heraus, wer wir sind". Dass eine 1928 in Shanghai gegründete Institution die Frage „Wer sind wir" in den Titel ihres eigenen Werbefilms setzt, ist selbst schon die Fußnote zu diesem Abschnitt.
Diese Wendung ist auch im Lebenslauf eines Einzelnen festgehalten. Im offiziellen Lebenslauf des Academicians Ts'ao Yung-ho steht in der Rubrik Bildungsweg nur eine einzige Zeile: „Abschluss an der Taipei Prefectural Taipei Second Middle School (1939)". In der Rubrik Anstellung steht: „Nebenamtlicher Forscher am Institut für Sun-Yat-sen-Geistes- und Sozialwissenschaften der Academia Sinica (1984–)" – jenes Institut, dessen Vorläufer das Institut für die Drei Volksprinzipien war19. 1990 veröffentlichte er in Ausgabe 15 der Taiwan Historica Field Research Newsletter den Aufsatz „Ein anderer Zugang zur Taiwan-Geschichtsforschung: Das Konzept der ‚Inselgeschichte Taiwans'" und schlug vor, diese Geschichte mit der Insel selbst als Einheit und den auf ihr siedelnden Menschen als Subjekt zu betrachten20. 1998 wurde er zum Academician der 22. Klasse der Academia Sinica gewählt19. Ein Mann, dessen höchster Bildungsabschluss eine Mittelschule war, schaffte es auf diese Liste.
Es gibt noch eine Linie, die diese Insel als Forschungssubjekt noch weiter treibt – so weit, sie in die Herkunftsgeschichte einer ganzen Sprachfamilie einzuordnen. Die in der Linguistik gebräuchliche Klassifikation von Robert Blust teilt die austronesische Sprachfamilie in zehn Hauptzweige, von denen neun in Taiwan verbreitete Sprachen umfassen; die vergleichende austronesische Sprachforschung, die der Linguistik-Academician Li Jen-kuei der Academia Sinica seit langem betreibt, baut auf dieser Klassifikation auf21. 2015 veröffentlichte Chung Kuo-fang vom Biodiversitätsforschungszentrum der Academia Sinica als korrespondierender Autor in den Proceedings of the National Academy of Sciences eine phylogeografische Studie zum Papiermaulbeerbaum: Die Papiermaulbeerbäume im Pazifik werden überwältigend vom Haplotyp cp-17 dominiert, der sich aus den taiwanendemischen Haplotypen cp-9 und cp-16 entwickelt hat22. Dies sind Belege, die Linguistik und Genetik jeweils unabhängig vorgelegt haben; wer sie vorgelegt hat und worin sie bestehen, liegt offen in den Fachartikeln. Wie diese Belege zu einer Erzählung über Vorfahren verwoben werden, ist jedoch Sache der Erforschten selbst – und genau das ist die Position, um die die Revitalisierung indigener Sprachen seit Jahrzehnten ringt.
Die Wendung reicht bis in die jüngere Vergangenheit. Das Institut für Taiwan-Geschichte veröffentlichte Weiße Erinnerung: Interviewaufzeichnungen mit politisch Verfolgten und ihren Angehörigen, das Interviews mit 29 Befragten auf rund 480.000 Schriftzeichen versammelt23. Eine Institution, die einst nur die Ferne erforschte, arbeitet heute die mündlichen Aufzeichnungen zu der eigenen Wunde dieser Insel auf.
Die alle zwei Jahre erweiterte Liste der Academicians bewegt sich langsamer als die Außenwelt
Das System wandelt sich langsamer als das Problembewusstsein – und das steht sogar so im Gesetzestext.
Artikel 5 des Organisationsgesetzes: „Die Academicians der Academia Sinica werden alle zwei Jahre von der Vollversammlung der Academicians gewählt, mit höchstens vierzig Plätzen pro Wahl." Artikel 6 legt fest, dass Kandidaturen zunächst von Universitäten, Fachgesellschaften, Forschungseinrichtungen oder von mindestens fünf Academicians beziehungsweise Ratsmitgliedern vorgeschlagen und anschließend vom Evaluierungsrat geprüft werden müssen4. Artikel 2 der Wahlordnung für Academicians teilt die Plätze in vier Gruppen auf, mit höchstens zehn pro Gruppe24. Alle zwei Jahre, höchstens vierzig Namen pro Mal – dieser Rhythmus setzt sich von jener Liste mit 81 Personen aus dem Jahr 1948 bis heute fort.
Academician zu sein ist keine Anstellung: Nach der Wahl muss niemand nach Nangang ziehen, um dort zu arbeiten; die meisten bleiben an ihrer bisherigen Universität oder einer Forschungseinrichtung im Ausland. Das Organisationsgesetz gibt den Academicians das Recht, an der Vollversammlung teilzunehmen, neue Academicians zu wählen und Kandidaten für das Präsidentenamt zu wählen – ein Schreibtisch innerhalb der Institution gehört nicht dazu4. Taiwaner behandeln den Titel „Academician der Academia Sinica" intuitiv wie einen Rang, und dieser Instinkt täuscht nicht – nur hat dieser Rang nichts damit zu tun, ob man bei der Academia Sinica angestellt ist.
💡 Wussten Sie schon?
„Die N-te Vollversammlung der Academicians" und „die Academicians der N-ten Klasse" sind zwei unterschiedliche Zählweisen, die häufig durcheinandergebracht werden. Die vorhin erwähnte Sitzung 1957 in Taipeh ist genau so ein Fall: Die Versammlung fand statt, aber es gab keine Wahl – die offizielle Website schreibt wörtlich: „1957 fand in Taipeh die zweite Vollversammlung der Academicians statt, damals wurde jedoch keine Wahl der Academicians abgehalten. Erst auf der dritten Vollversammlung 1958 wurde die zweite Klasse von Academicians gewählt" (Academicians-Bereich der Academia Sinica). Dieselbe Falle taucht auch beim Präsidentenamt auf: Die offizielle Seite mit den bisherigen Präsidenten listet zehn Personen ohne Angabe einer Amtszahl, doch die offizielle Pressemitteilung bezeichnet Chen Chien-jen als „13. Präsidenten" – denn gezählt werden Amtszeiten, und wird dieselbe Person wiedergewählt, rückt die Zahl weiter vor.
Bei der Wahl der 35. Klasse im Juli 2026 wurden 19 neue Academicians und drei Honorary Academicians gewählt. Danach stieg die Gesamtzahl der Academicians auf 302 – 253 Männer und 49 Frauen – sowie 18 Honorary Academicians25. Die Geschlechterstruktur dieser Klasse passt nicht zur Gesamtzahl: Unter den 19 neuen Academicians waren 8 Frauen, alle drei Honorary Academicians waren Frauen, zusammen elf – so viele wie nie zuvor. Alle vier neuen Academicians der biowissenschaftlichen Gruppe waren Frauen26.
Quelle: Berichterstattung von China Times, UDN und Liberty Times über das Ergebnis der Wahl der 35. Klasse im Juli 2026
Die Länge des Systems wird hier zur Trägheit. Der Rhythmus – alle zwei Jahre, höchstens vierzig Personen pro Mal – bedeutet, dass frisches Blut die Gesamtzahl von Natur aus nur langsam verdünnen kann: Die gerade gewählte Klasse besteht zu fast der Hälfte aus Frauen, doch in der Gesamtliste bleibt der Frauenanteil bei nur einem Sechstel. Niemand hat hier irgendwen aufgehalten. Eine Liste, die sich über 78 Jahre aufgebaut hat, lässt sich naturgemäß nur mit derselben Größenordnung verändern.
Eine weitere Stelle wird oft als Widerspruch gelesen. Der Stellenplan der Forschungsinstitute gliedert sich in drei große Divisionen: mathematisch-naturwissenschaftliche, biowissenschaftliche und geistes- und sozialwissenschaftliche Division. Die Wahl der Academicians hingegen unterteilt sich gemäß Artikel 7 des Organisationsgesetzes in vier Gruppen: mathematische Wissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Biowissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften4. Die zusätzliche Gruppe der Ingenieurwissenschaften kam mit der am 15. Januar 2014 in Kraft getretenen Novelle des Organisationsgesetzes hinzu; die Pressemitteilung des Exekutiv-Yuan zur damals verabschiedeten Gesetzesvorlage formulierte es unverblümt: „Ergänzung der Academician-Gruppe ‚Ingenieurwissenschaften', die Höchstzahl der Academician-Plätze wird auf vierzig angepasst"27. Diese Gruppe hat kein eigenes Forschungsinstitut; Academicians aus dem Ingenieurbereich sind den Forschungseinheiten der drei bestehenden Divisionen zugeordnet. Die beiden Einteilungen regeln jeweils unterschiedliche Dinge: Die eine, wie die physischen Einheiten organisiert sind, die andere, wie die Academician-Plätze verteilt werden.
| Division | Forschungsinstitute | Forschungszentren |
|---|---|---|
| Mathematisch-naturwissenschaftliche Division | 8 | 3 |
| Biowissenschaftliche Division | 5 | 3 |
| Geistes- und sozialwissenschaftliche Division | 11 | 1 |
Quelle: Organisationstabelle der Forschungsinstitute der Academia Sinica
Zwei weitere Forschungszentren (das Zentrum für translationale Biomedizin und das Zentrum für Schlüsselthemenforschung) sind divisionsübergreifend eingerichtet und keiner einzelnen Division unterstellt; zusammengerechnet ergibt das jene 24 Institute plus 9 Zentren, von denen die offizielle Website spricht28. Das Organisationsgesetz regelt auch, wie der Präsident bestimmt wird. Artikel 3 legt fest: „Der Präsident wird vom Evaluierungsrat der Institution aus den Academicians als drei Kandidaten gewählt und dem Staatspräsidenten zur Auswahl und Ernennung vorgelegt … Die Amtszeit des Präsidenten beträgt fünf Jahre, eine einmalige Wiederwahl ist möglich." Der Evaluierungsrat setzt sich aus Ex-officio-Mitgliedern und 30 bis 50 berufenen Ratsmitgliedern zusammen; die berufenen Ratsmitglieder werden von den Academicians gewählt und dem Staatspräsidenten zur Berufung vorgelegt29. Der Ermessensspielraum des Staatspräsidenten beschränkt sich auf diese drei Namen: Er wählt aus, er schlägt nicht vor. Der amtierende Präsident Chen Chien-jen wurde von Präsident Lai Ching-te am 2. Januar 2026 ernannt; seine Amtszeit läuft vom 21. Juni 2026 bis zum 20. Juni 2031, angetreten hat er sie bereits am 21. Juni30.
Sechsundzwanzig Jahre in Folge, jedes Jahr im Oktober für einen Tag geöffnet
Eine Institution, die keine Studierenden aufnimmt, nicht öffentlich lehrt und im Alltag nur wenige Gebäude zu festen Zeiten öffnet, macht sich einmal im Jahr komplett auf.
Der Tag der offenen Tür wird seit 1998 jedes Jahr im Oktober veranstaltet; die offizielle Formulierung lautet: „bereits 26 Mal in Folge durchgeführt"31. Bei der Ausgabe 2022 schrieb ein Reporter der Central News Agency vor Ort: „Selbst bei Regen war es voller Besucherandrang, geschätzt über zehntausend Menschen"32. Den ganzen Tag über war die Academia-Sinica-Straße, Abschnitt 2, voller Menschen; Labore, Sammlungsräume und Serverräume boten allesamt Führungen an, die Schlangen reichten vom Haupttor bis zum Fuß des Forschungsgebäudes.

Tag der offenen Tür 2012 am Institut für Astronomie und Astrophysik. Einmal im Jahr, für einen Tag, werden Geräte, die sonst nur in der Danksagung eines Fachartikels auftauchen, auf den Rasen gestellt. Photo: BreakdownDiode / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
2017 gründete die Academia Sinica auch ihr eigenes Wissenschaftskommunikationsmedium. Research Matters ging am 6. April 2017 online; der Name ist ein Wortspiel auf die Redewendung „Worte mit Substanz" (言之有物), und die Aufgabe des Mediums ist es, die institutsinterne Forschung in für Laien lesbare Text-Bild-Beiträge zu übersetzen33. Ein Jahr und zwei Monate nach dem Start gewann es beim 11. Outstanding Public Relations Award den Anerkennungspreis in der Kategorie Regierungskommunikation34. Dass die höchste akademische Einrichtung des Landes einen eigenen Kanal aufmachen muss, um zu erklären, was sie eigentlich tut, sagt schon für sich, wie groß die Distanz ist. In derselben ökologischen Nische war die zivilgesellschaftliche Wissenschaftskommunikation Taiwans ihr um mehrere Jahre voraus.
Manches ist jeden Tag zugänglich. Die Historische Hundertjahreskarte Taiwans wurde vom Fachzentrum für Geoinformationswissenschaft des Forschungszentrums für Geistes- und Sozialwissenschaften entwickelt; sie versammelt mehrere zeitliche Kartenebenen von den Bao-Karten der japanischen Kolonialzeit (1898–1904) bis zu neueren topografischen Karten der Wirtschaftsplanung. Nutzende können beliebig zwei oder drei Ebenen übereinanderlegen und vergleichen sowie die Transparenz anpassen; hinzu kommen eine mobile App und ein WMTS-Dienst zur Anbindung anderer Systeme35. Wer sie öffnet, kann sehen, wie das eigene Grundstück vor hundert Jahren aussah. Das ist das Ergebnis jahrzehntelanger digitaler Archivierung, ausgebreitet auf einer einzigen Webseite.
Auf dem Campus gibt es außerdem zwei kostenlose Museen: Das Hu-Shi-Gedenkmuseum besteht aus Hu Shis Wohnsitz aus seinen letzten Lebensjahren in Taiwan, einem Ausstellungsraum und dem Hu-Shi-Park und ist von Dienstag bis Samstag geöffnet36. Die Ausstellungshalle für historische Artefakte des Instituts für Geschichte und Philologie öffnet mittwochs, samstags und sonntags und bietet Führungen auf Chinesisch und Englisch an37. Für Gruppenbesuche müssen Führungen im Voraus gebucht werden. Ein Teil jener Sammlung, die im Winter 1948 im Lagerhaus von Yangmei aufgestapelt war, liegt heute in den Vitrinen dieser Ausstellungshalle – kostenlos zu besichtigen.

Der Ökoteich auf dem Campus Nangang. Für die Menschen in der Nachbarschaft ist die Academia Sinica zunächst ein Ort und erst danach ein Rang. Photo: Lysimachi / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Für die Menschen in Nangang ist all das noch etwas alltäglicher. Der Sifen-Fluss fließt aus dem Bergland von Nangang herab und umrundet den Campus; seit 2011 hat die Stadtregierung Taipeh dort ein Fangverbot zum Schutz der Fischbestände verhängt, wodurch er zum ersten auf diese Weise geschützten Fluss Taipehs wurde, gepflegt von einer aus Anwohnenden gebildeten Flusspatrouille38. Im Hu-Shi-Park üben Menschen Tai Chi, am Ökoteich schieben andere Kinderwagen. Was sich über eine lange Zeit angesammelt hat, wird einmal im Jahr hervorgeholt. An den übrigen Tagen bleibt es als Grünfläche, als Fluss, als Webseite an seinem Platz.
Auf demselben Campus stehen manche Schlange, um hineinzukommen, andere sagen, er gehöre abgeschafft
Gesehen zu werden ist nicht dasselbe wie Vertrauen zu genießen. Derselbe Campus, in den man jeden Oktober Schlange stehend hineingeht, ist auch der Ort, dem seit zehn Jahren immer wieder die Frage gestellt wird: „Womit verdient sie das?" Die Position, die es ihr erlaubt, sich Zeit zu lassen, verschafft ihr zugleich zwei Dinge. Weil sie nicht lehren und keine Studierenden aufnehmen muss, kann sie keine fertigen Kennzahlen wie Studierendenzahlen oder Lehrstunden vorweisen und muss die Frage „Wofür wurde dieses Geld ausgegeben?" allein mit der Forschung selbst beantworten. Weil ihre Rechtsgrundlage im Organisationsgesetz des Präsidialamts steht, werden ihr Personal und ihr Budget von keinem Ministerium verwaltet, sondern liegen offen vor dem Staatspräsidenten und dem Legislativ-Yuan. Der Legislativ-Yuan gibt jedes Jahr einen Bewertungsbericht zum Haushaltsplan der Institution heraus und kommentiert ihn Punkt für Punkt: Der Bericht für das Haushaltsjahr 114 listete zehn Punkte auf, von denen einer das neu hinzugekommene „Projekt zum Aufbau und zur Erprobung eines dekarbonisierten Erdgas-Wasserstoff-Mischverbrennungs-Kraftwerks im MW-Maßstab" ins Visier nahm39. Sich Zeit lassen zu dürfen und sich Jahr für Jahr, Punkt für Punkt erklären zu müssen, sind zwei Seiten derselben Position.
Im März 2016 erreichte die Entblindung der Brustkrebsimpfstoff-Studie von OBI Pharma nicht die erwarteten Ergebnisse, und die Tatsache, dass die Tochter des damaligen Präsidenten Chi-Huey Wong OBI-Pharma-Aktien hielt, löste öffentliche Zweifel aus. Er bat am 28. März per Ferngespräch um seinen Rücktritt und reichte am 29. März das schriftliche Rücktrittsgesuch nach; Präsident Ma Ying-jeou verlangte, er solle zunächst nach Taiwan zurückkehren, um Stellung zu nehmen, und genehmigte den Rücktritt erst am 10. Mai – am selben Tag mit einem Schreiben: „Verschiedene Kreise vertreten mehrheitlich die Ansicht, dass der Herr Präsident angesichts der durch den OBI-Pharma-Fall ausgelösten staatsanwaltlichen Befragung und Durchsuchung zurücktreten sollte"40. Die offizielle Liste der bisherigen Präsidenten verzeichnet seine Amtszeit bis Mai 201641.
Die juristische Seite muss man in zwei Fälle aufteilen, weil sie oft als einer dargestellt werden. Der erste ist der Korruptionsfall. Die Staatsanwaltschaft Shilin erhob am 9. Januar 2017 nach dem Antikorruptionsgesetz Anklage gegen Chi-Huey Wong und den OBI-Pharma-Vorstandsvorsitzenden Zhang Nian-tzu. Das Bezirksgericht Shilin sprach beide am 28. Dezember 2018 in erster Instanz frei, mit der Begründung, die Staatsanwaltschaft habe nicht nachweisen können, dass sich beide Seiten über den konkreten Inhalt einer Bestechungsleistung einig gewesen seien. Am 21. Januar 2019 verzichtete die Staatsanwaltschaft Shilin auf Berufung, womit der Freispruch rechtskräftig wurde42. Der zweite Fall ist der Insiderhandelsfall mit Zhang Nian-tzu und vier weiteren Angeklagten; Chi-Huey Wong war nicht darunter. Dieser Fall wurde in erster Instanz am 21. Juni 2019 entschieden, in zweiter Instanz am 26. Januar 2021 wurde der Freispruch bestätigt, und die Oberste Staatsanwaltschaft verzichtete am 24. Februar 2021 auf weitere Berufung, womit auch dieser Fall rechtskräftig wurde43. Die kursierende Behauptung, „der OBI-Pharma-Fall habe sich über fünf Jahre hingezogen", fügt zwei getrennte Zeitlinien zu einer zusammen.
Neben dem strafrechtlichen Freispruch gibt es noch eine weitere Linie. Der Kontroll-Yuan verabschiedete im Juli 2017 ein Amtsenthebungsverfahren gegen Chi-Huey Wong, beantragt von den Kontrolleuren Chang Kuei-mei, Pao Tsung-ho, Liu Te-hsun und Wang Mei-yu. Die Begründung nannte drei Punkte, von denen einer besagte, dass er als Präsident die Aufstellung der institutseigenen Grundsätze zur Vermeidung von Interessenkonflikten beaufsichtigt, dabei aber selbst mit gutem Beispiel vorangehend gegen sie verstoßen habe44. Der Disziplinargerichtshof stellte fest, dass er sein Vermögen nicht wahrheitsgemäß angegeben und den Erhalt von OBI-Pharma-Aktien durch seine Tochter nicht offengelegt hatte, und verhängte einen Verweis. Nach dem Verweis gingen zwei Wege auseinander. Chi-Huey Wong selbst beantragte dreimal eine Wiederaufnahme des Verfahrens, die jeweils abgelehnt wurde. Am 6. April 2022 beantragte umgekehrt der Kontroll-Yuan, der ursprünglich das Amtsenthebungsverfahren eingeleitet hatte, beim Disziplinargerichtshof eine Wiederaufnahme zu seinen Gunsten – bis heute steht ein öffentliches Ergebnis dazu aus45.
Innerhalb der Institution wurde noch ein weiterer Fall öffentlich behandelt: ein Fall wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Ein Teil der Publikationen von Chen Ching-shih, einem besonders berufenen Forscher am Institut für Biochemie, wurde nach Untersuchung als gefälscht eingestuft. Die Academia Sinica veröffentlichte am 30. März 2018 ihren Untersuchungsbericht und gab am 17. Januar 2020 die Disziplinarmaßnahme bekannt: zehn Jahre lang kein Recht, sich für institutsinterne akademische Aktivitäten und Forschungsprojekte zu bewerben oder daran mitzuwirken, kein Zugang zu akademischen Verwaltungsressourcen der Institution, sowie die Rückforderung damit verbundener Prämien in Höhe von 1,86 Millionen NT-Dollar46. Dieser Fall unterscheidet sich vom OBI-Pharma-Fall dadurch, dass es sich um ein internes Verfahren handelte, das die Institution selbst festgestellt und selbst vollständig durchgeführt hat; in den öffentlich zugänglichen Unterlagen findet sich kein Hinweis darauf, dass er Einspruch erhoben oder Rechtsmittel eingelegt hätte.
📝 Kuratorische Anmerkung
Die Auflösung des öffentlichen Gedächtnisses in dieser Sache bleibt bei den Jahren 2016 bis 2017 stehen. „Der Präsident der Academia Sinica wurde angeklagt" hat sich allen eingeprägt, „am 21. Januar 2019 rechtskräftig freigesprochen" nicht. Das hat nichts mit böser Absicht zu tun, es ist schlicht die Physik des Nachrichtenzyklus: Der Tag der Anklage bot Bilder, eine Durchsuchung, einen Rücktritt; der Tag des rechtskräftigen Freispruchs bot nur die Entscheidung, keine Berufung einzulegen. Dieselbe Institution braucht zehn Jahre für ein Forschungsprojekt, die Öffentlichkeit bildet sich in zwei Wochen einen Eindruck, und dieser Eindruck bleibt dann unverändert stehen. Eine Institution, die „Länge" gegen Ergebnisse eintauscht, wird ausgerechnet in Sachen Ansehen von der kürzesten Zeiteinheit geprägt.
Die Sache mit dem Land bewegt sich noch langsamer. Der Nationale Biotechnologie-Forschungspark wurde auf dem alten Gelände der Munitionsfabrik 202 in Nangang errichtet und nimmt davon nur eine Ecke ein. Im Mai 2010 kniete die Schriftstellerin Chang Hsiao-feng vor Reportern vor Präsident Ma Ying-jeou nieder und forderte den Erhalt der alten Bäume und Teiche dort; der ursprünglich für den 1. Juni geplante Baubeginn wurde daraufhin vom Exekutiv-Yuan gestoppt47. Am 10. Juni 2011 wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung mit Auflagen bestanden, darunter ein Zertifikat für grünes Bauen und eine Zertifizierung als Einrichtung für Umweltbildung48. Der Park eröffnete am 15. Oktober 2018 – acht Jahre nach der knienden Petition bis zum Bandschneiden. Die offizielle Website des Parks schreibt heute: „engagiert für den Erhalt eines 14,19 Hektar großen Naturschutzgebiets sowie den Wiederaufbau eines 4 Hektar großen, ehemaligen Feuchtgebiets in Sanchongpu"49. Die Dokumentation Our Island des öffentlich-rechtlichen Senders PTS notiert: „25 Hektar Land, tatsächliche Erschließungsfläche 9,6 Hektar"50.
Blickt man ins Innere des Campus, herrscht ein anderes Zeitgefühl. Die Anstellung von Postdoktorandinnen und Postdoktoranden ist grundsätzlich auf zwei Jahre befristet; nach Ablauf muss eine Verlängerung neu beantragt werden, insgesamt höchstens vier Jahre. Bewerbende müssen sich innerhalb von sechs Jahren nach dem Doktorabschluss bewerben und zuvor die Zustimmung einer Forscherin oder eines Forschers der Institution als akademische Betreuung einholen; jährlich können Forschungsmittel von bis zu 500.000 NT-Dollar beantragt werden51. Eine Institution, die zehn Jahre für die Ausgrabung einer einzigen Fundstätte aufwenden kann, gibt ihren jüngsten Forschenden einen Zeitmaßstab von zweijährigen Perioden mit einer Obergrenze von vier Jahren.
Noch eine Ebene tiefer ist das Zeitgefühl wieder ein anderes. Im Juli 2022 wies eine Telefoninterviewerin (Pseudonym „A-hsiang") des Fachzentrums für Erhebungsforschung des Forschungszentrums für Geistes- und Sozialwissenschaften gegenüber Medien darauf hin, dass das Zentrum seit Jahren Teilzeit-Telefoninterviewende über „Werkverträge" beschäftige, ohne sie gemäß dem Arbeitsstandardgesetz sozialzuversichern; Arbeitsunfallversicherung, den 6-prozentigen Rentenbeitrag und die Krankenversicherung mussten die Beschäftigten selbst tragen. Den Hintergrund schilderte sie so: 2006, unter Präsident Lee Yuan-Tseh, sei in einer Sitzung beschlossen worden, den Telefoninterview-Fachkräften Ansprüche aus der Arbeiterversicherung zu gewähren; 2014 habe eine Sitzung der Institutsleitung beschlossen, stattdessen auf Werkverträge umzustellen. Zu jener Zeit bereiteten sich fast 15 Telefoninterviewende darauf vor, von der Institution Überstundenvergütung und nicht eingezahlte Rentenbeiträge einzufordern. Die Antwort des Zentrums lautete: „Unser Zentrum bearbeitet dies aktiv … und wird sich nach besten Kräften bemühen, ihre Interessen zu berücksichtigen und die Angelegenheit rechtmäßig und angemessen zu regeln."52 Nach diesem Satz gab es zu dieser Angelegenheit keine öffentliche Fortsetzung mehr.
Der Name ist eine weitere Linie, die seit vier Jahren nicht zu Ende geführt wurde. Am 9. März 2020 stellte die Abgeordnete Fan Yun im Legislativ-Yuan eine Anfrage und brachte einen Dringlichkeitsantrag ein, der forderte, die Academia Sinica solle innerhalb von drei Monaten einen Plan zur Änderung ihres fremdsprachigen Namens ausarbeiten und dem Legislativ-Yuan Bericht erstatten – mit der Begründung, eine englischsprachige Google-Suche nach „Academia Sinica" führe zur Chinesischen Akademie der Wissenschaften53. Der damalige Präsident James C. Liao antwortete an Ort und Stelle: „Der Name der Academia Sinica berührt Fragen der nationalen Positionierung und Politik und kann nicht von der Academia Sinica allein geändert werden", und: „Eine Diskussion kann eröffnet werden, aber eine einseitige Entscheidung ist nicht einfach zu treffen"53. Im März 2024 sagte der Generalsekretär der Academia Sinica, Tseng Kuo-hsiang, gegenüber den Medien: „Dieser Beschluss, die Sache ‚ruhen zu lassen', spiegelt die Auffassung der Mehrheit der Mitarbeitenden der Academia Sinica wider, dass keine Notwendigkeit für eine Namensänderung besteht."54 Die zivilgesellschaftliche Gruppe Liberty Academy schlug hingegen vor, den englischen Namen in National Academy of Taiwan zu ändern55.
Der Name der Academia Sinica berührt Fragen der nationalen Positionierung und Politik und kann nicht von der Academia Sinica allein geändert werden
Nachdem die Personalie des Präsidenten am 2. Januar 2026 feststand, gab es auch im Legislativ-Yuan Stimmen dazu. Die Kuomintang-Abgeordnete Wan Mei-ling stellte namentlich den Generationswechsel infrage: „Die letzten drei Präsidenten der Academia Sinica … traten ihr Amt jeweils im Alter von 58 Jahren an, doch nun übernimmt der bald 75-jährige Chen Chien-jen dieses Amt, was der Praxis von ‚Weitblick und Generationswechsel' zuwiderzulaufen scheint" – tatsächlich waren Lee Yuan-Tseh, Chi-Huey Wong und James C. Liao bei Amtsantritt alle 58 Jahre alt. Ihre Fraktionskollegin Lee Yen-hsiu hielt dagegen, Chen Chien-jens akademisches Ansehen und Verwaltungserfahrung reichten für das Amt aus, doch „Chen Chien-jens künftige Herausforderung liegt weiterhin im ‚Politischen'"56. Auch die wiederholte Frage „Womit verdient sie das?" läuft auf einer Zeitskala von Jahren: Der OBI-Pharma-Fall brauchte von der Anklage bis zur Rechtskraft zwei Jahre, das Gelände 202 von der knienden Petition bis zur Eröffnung acht Jahre, der Name von der Antragstellung bis zur Ad-acta-Legung vier Jahre.
⚠️ Kontroverse Sichtweise
Der Professor der National Taiwan University und Academician der Academia Sinica, Pei-Jer Chen, vertritt die Ansicht, die Academia Sinica solle „entkernt" werden – ja, ihr Fortbestand selbst solle grundsätzlich überdacht werden. Seine Begründung: Diese Institution wurde in den Anfangsjahren der Republik China gegründet und gehört zu einem aus der autoritären Ära übriggebliebenen System; sie erhält stabile Regierungsmittel und verfügt über reichliche Ressourcen, konkurriert aber dennoch gemeinsam mit den Universitäten um Forschungsgelder des National Science and Technology Council, was zu ungleichen Startbedingungen führe. Er spricht sich dafür aus, den Ehrenstatus der Academicians zu erhalten, die Forschungsfunktion jedoch an die staatlichen Universitäten zurückzugeben. Einer seiner Originalsätze lautet: „Die Academia Sinica sollte trotzdem abgeschafft werden!"; er kritisierte zudem, dass Chen Chien-jen und der scheidende James C. Liao es an „Rückgrat gegenüber der Macht" fehlen ließen (Storm Media, Nachdruck eines China-Times-Interviews). In einem anderen Interview stellte er die Frage, wer Präsident sei, hinter die Frage nach Fortbestand oder Abschaffung selbst zurück und meinte, Letzteres sei es, worüber Taiwans Gesellschaft und akademische Welt eigentlich mehr diskutieren sollten57. Öffentliche Stimmen, die es bis zur Formulierung „Fortbestand oder Abschaffung" bringen, konzentrieren sich derzeit auf ihn allein. Das Gefühl relativer Benachteiligung auf der Hochschulseite – jenes „Womit verdient gerade sie es, warten zu dürfen?" – besteht durchgehend, doch fehlt ihm eine namentlich benannte, repräsentative Stimme, wodurch diese Bruchlinie an der Oberfläche kleiner erscheint, als sie tatsächlich ist.
Ein Ort, der Jahrzehnte zur Planungseinheit machen kann
Was im Winter 1948 in jenem Lagerhaus in Yangmei aufgestapelt war, waren einige Dutzend Kisten und gut fünfzig Menschen. Von dort bis zu den heutigen 24 Forschungsinstituten, neun Forschungszentren und knapp tausend Forschenden in Nangang liegen 78 Jahre dazwischen.
Was diese Zeitspanne erkauft hat, ist ein Luxus: „Jahrzehnte" als Einheit für ein einzelnes Vorhaben behandeln zu können. Yinxu wurde zehn Jahre lang ausgegraben, das Institut für Taiwan-Geschichte wurde elf Jahre lang vorbereitet, die Belege zu den austronesischen Völkern reihen sich von der Linguistik bis zu jenem Papiermaulbeerbaum-Aufsatz von 2015. Der Weg, sich diese Länge zu erkaufen, bestand darin, sich selbst in eine Position zu bringen, die nicht lehren, keine Studierenden aufnehmen muss und deren Rechtsgrundlage direkt im Organisationsgesetz des Präsidialamts steht. Dieselbe Position sorgt dafür, dass ihr Präsident vom Staatspräsidenten aus drei Namen ausgewählt wird, dass ihr Budget jedes Jahr im Legislativ-Yuan Punkt für Punkt aufgeschlüsselt wird und dass sie selbst bei der Frage, ob ihr englischer Name geändert werden soll, zunächst die Frage der nationalen Positionierung beantworten muss. Sich Zeit lassen zu dürfen und ständig die Frage „Womit verdient sie das?" beantworten zu müssen, sind zwei Seiten desselben Entwurfs.
An jenem Samstag im Oktober werden die Menschenmassen weiterhin durch das Haupttor an der Academia-Sinica-Straße, Abschnitt 2, hineinströmen. An den übrigen mehr als dreihundert Tagen öffnen die Gebäude zu festen Zeiten, Gruppenführungen müssen im Voraus gebucht werden. Was sich hinter diesen Türen abspielt, lässt sich meist erst nach etlichen Jahren beurteilen – und ob es sich gelohnt hat, entscheiden am Ende jene selbst, die hindurchgegangen sind.
Weiterführende Lektüre
- Der weiße Terror in Taiwan — Genau diese Geschichte ist es, die das Institut für Taiwan-Geschichte der Academia Sinica heute in Form jener mündlichen Zeitzeugenberichte aufarbeitet.
- Taiwans Hochschulausbau und -rückzug — Die andere Hälfte der Frage „Womit verdient sie es, warten zu dürfen?" – dafür muss man sich die Ressourcenlage auf der Hochschulseite ansehen.
- Taiwan Design Institute — Ebenfalls eine vom Staat finanzierte Institution – doch ob sie einem Ministerium oder dem Präsidialamt untersteht, macht einen großen Unterschied dafür, was sie tun kann.
- PanSci — Lange bevor es Research Matters gab, war es die Zivilgesellschaft, die Wissenschaftskommunikation in Taiwan aufgebaut hat.
- Die Schnittstelle von indigener Bildung und Sprachrevitalisierung in Taiwan — Wer die Belege zu den austronesischen Völkern erforscht und wer sie zur Erzählung macht, sind zwei verschiedene Fragen.
Bildquellen
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Referenzen
- 研之有物:矛盾知青、搬家先生、傅大砲——中研院史語所創所所長傅斯年 — Eine Personen-Reihe der offiziellen Wissenschaftskommunikationsplattform der Academia Sinica, die die mehrfachen Umzüge des Instituts für Geschichte und Philologie unter Fu Ssu-nien von Nanjing über Changsha und Kunming bis nach Lizhuang in Sichuan sowie den Ursprung des Spitznamens „Herr Umzug" schildert.↩
- 維基百科:楊梅車站 — Der Artikel dokumentiert, wie die Kisten der verschiedenen Behörden nach ihrer Ankunft Ende 1948 verteilt wurden: Die Kisten des Instituts für Geschichte und Philologie blieben in Yangmei, die übrigen wurden im Lagerhaus der Taichung-Zuckerfabrik der Taiwan Sugar Corporation untergebracht.↩
- 中央研究院院史網 — Die offizielle digitale Plattform der Academia Sinica zur Institutsgeschichte, die die Selbstdarstellung der Institution zur Gründung, zur Übersiedlung und zur Nangang-Zeit versammelt; sowohl der Satz zu den „gut 50 Personen" bei der Übersiedlung nach Taiwan als auch der zur Fertigstellung der ersten Gebäude in Nangang 1954 stammen von hier.↩23
- 全國法規資料庫:中央研究院組織法 — Der Originalgesetzestext; die aktuelle Fassung wurde zuletzt am 15. Januar 2014 novelliert und verkündet. Artikel 1 (Rechtsgrundlage), Artikel 2 (institutionelle Stellung und drei Aufgaben), Artikel 3 (Auswahl des Präsidenten) sowie Artikel 5 bis 7 (Academician-System) finden sich hier.↩2345
- 維基百科:中央研究院 — Der Geschichtsabschnitt des Artikels dokumentiert, dass Li Shih-tseng den Gründungsantrag am 17. April 1927 auf der 74. Sitzung der Zentralen Politischen Konferenz der Kuomintang einbrachte, das Organisationsgesetz am 9. November verkündet wurde, Cai Yuanpei am 23. April 1928 ernannt wurde, die erste Vorstandssitzung am 9. Juni im East Asia Hotel in Shanghai stattfand, sowie die zusammenfassende Feststellung, dass „nur sehr wenige" der Academicians der ersten Klasse nach Taiwan folgten.↩23
- 中央研究院:國際研究生學程(TIGP) — Die offizielle Vorstellungsseite erklärt, dass das TIGP seit 2002 gemeinsam mit zehn Universitäten Promotionsprogramme auf Englisch anbietet; der Abschluss wird von der jeweiligen Partneruniversität verliehen, ergänzt durch ein gesondertes TIGP-Abschlusszertifikat.↩
- Academia Sinica 英文官網出版品頁 — Die offizielle englischsprachige Seite hält wörtlich fest: „24 research institutes and 9 research centers, with almost 1,000 researchers" – die primäre englischsprachige Selbstauskunft zur Größe der Institution.↩
- 中央研究院院士專區 — Die offizielle Seite hält wörtlich fest, dass im März 1948 die erste Klasse der Academicians gewählt wurde, im September desselben Jahres die erste Vollversammlung in Nanjing stattfand, bei der zweiten Versammlung 1957 in Taipeh keine Wahl abgehalten wurde und erst bei der dritten Versammlung 1958 die zweite Klasse gewählt wurde.↩2
- 維基百科:中央研究院第一屆院士 — Enthält die vollständige Liste der 81 Academicians der ersten Klasse mit den Gruppenzahlen (Mathematik/Naturwissenschaften 28, Biologie 25, Geisteswissenschaften 28); die Angaben der verschiedenen Quellen zur Zahl der nach Taiwan Übersiedelten schwanken zwischen 6 und 12 Personen, bis heute gibt es keine einzelne autoritative Festlegung.↩
- 中研院訊:【院慶特刊】緬懷永遠的院長——胡適墓園 — Der offizielle elektronische Newsletter der Academia Sinica dokumentiert, dass Hu Shi am 24. Februar 1962 die fünfte Vollversammlung der Academicians leitete, am Nachmittag desselben Tages bei einem Empfang für neu gewählte Academicians um 18:35 Uhr plötzlich verstarb, sowie den späteren Ausbau seines Grabes zum Hu-Shi-Park.↩
- 中研院史語所歷史文物陳列館:YH127 發掘七十週年紀念特展 — Die offizielle Website des Museums des Instituts für Geschichte und Philologie dokumentiert, dass die dreizehnte Ausgrabungskampagne am 12. Juni des 25. Jahres der Republik China (1936) auf die Orakelknochengrube YH127 stieß, mit den Angaben „Durchmesser rund 2 Meter, Tiefe rund 4,8 Meter". Der Gesamtüberblick über die fünfzehn Ausgrabungskampagnen in Yinxu von 1928 bis 1937 findet sich ebenfalls auf der Ausstellungsseite desselben Museums.↩2
- 中研院史語所歷史文物陳列館:YH127 坑出土甲骨與著錄對照 — Eine Primärquellenseite, die wörtlich festhält: „Aus der Grube YH127 wurden 17.096 beschriftete Orakelknochen geborgen" und „Elf Kataloge wie der Tieyun Canggui verzeichnen insgesamt 9.913 Orakelknochen"; die Lage der Grube im „westlichen Teil des Palastareals von Xiaotun" findet sich in Der Aktenschrank des Shang-Königs desselben Museums. Die kursierende Angabe „insgesamt 24.918 Stück aus fünfzehn Ausgrabungskampagnen" und die daraus abgeleiteten Prozentangaben lassen sich auf keiner dieser drei offiziellen Seiten des Instituts für Geschichte und Philologie belegen.↩
- 中研院天文及天文物理研究所:VLBI 設施頁 — Die offizielle englischsprachige Anlagenbeschreibung des Instituts für Astronomie und Astrophysik dokumentiert wörtlich, dass die US-amerikanische National Science Foundation 2011 das zwölf Meter große ALMA-Prototyp-Teleskop aus Nordamerika an ein gemeinsam vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Academia Sinica und dem Smithsonian Astrophysical Observatory geleitetes Team übergab.↩
- Event Horizon Telescope:格陵蘭望遠鏡官方新聞稿 — Die offizielle Positionierung des Greenland Telescope durch das EHT lautet „the only submillimeter-wave astronomical observatory in the Arctic Circle"; die offizielle Seite verwendet nicht die kursierende Bezeichnung „nördlichstes Radioteleskop der Welt".↩
- Event Horizon Telescope:2019 年 4 月 10 日首張黑洞影像新聞稿 — Die offizielle Pressemitteilung hält fest, dass die EHT-Kollaboration aus 13 Mitgliedsinstitutionen besteht, und listet die sechs weltweiten Orte der zeitgleichen Pressekonferenzen auf (Washington, Brüssel, Santiago, Taipeh, Tokio, Shanghai).↩
- 中央研究院新聞稿:中研院開發出可辨識新冠病毒之單株抗體(2020-03-09) — Die offizielle Pressemitteilung hält wörtlich fest, dass das Team um Yang An-sui „innerhalb von nur 19 Tagen gegen Nukleokapsid-Protein-Antigene von 7 humanen Coronaviren die erste Charge von 46 monoklonalen Antikörper-Stämmen im Milligrammmaßstab hergestellt" habe.↩
- 研之有物:19 天做出新冠病毒抗體,中研院怎麼辦到的 — Ein Bericht der offiziellen Wissenschaftskommunikationsplattform der Academia Sinica, der erklärt, dass die neunzehn Tage aus einer ursprünglich auf zwei Monate geschätzten Forschungslaufzeit komprimiert wurden, und dokumentiert, dass die Ergebnisse an neun Hersteller zur weiteren Zertifizierung übergeben wurden.↩2
- 中央研究院臺灣史研究所:本所簡介 — Die offizielle Geschichtsseite des Instituts für Taiwan-Geschichte hält wörtlich fest, dass Chang Kwang-chih im Januar 1993 nach Taiwan zurückkehrte, um Beratungen zur Institutsgründung einzuberufen, das Präsidialamt am 26. Juni desselben Jahres die Einrichtung des Vorbereitungsbüros genehmigte, am 10. Juli Huang Fu-san zum Leiter des Vorbereitungsbüros bestellt wurde und das Institut am 1. Juli 2004 mit Chuang Ying-chang als erstem Direktor offiziell gegründet wurde.↩2
- 中央研究院院士簡歷:曹永和 — Die offizielle Academician-Datenbank hält wörtlich fest: „Abschluss an der Taipei Prefectural Taipei Second Middle School (1939)", „Nebenamtlicher Forscher am Institut für Sun-Yat-sen-Geistes- und Sozialwissenschaften der Academia Sinica (1984–)" sowie die Wahlklasse „22. Klasse (1998)".↩2
- 維基百科:臺灣島史觀 — Der Artikel dokumentiert, dass Ts'ao Yung-hos ursprüngliche Quelle für das 1990 vorgeschlagene Konzept der „Inselgeschichte Taiwans" der Aufsatz „Ein anderer Zugang zur Taiwan-Geschichtsforschung: Das Konzept der ‚Inselgeschichte Taiwans'" in Ausgabe 15 der Taiwan Historica Field Research Newsletter, S. 7–9, ist.↩
- 人文島嶼:李壬癸專訪 — Ein Interview der digitalen Plattform der National Chengchi University mit dem Linguistik-Academician Li Jen-kuei der Academia Sinica, das erklärt, dass von den zehn in der Linguistik gebräuchlichen Hauptzweigen der Klassifikation von Robert Blust neun in Taiwan verbreitet sind; die Klassifikation wurde von Blust vorgeschlagen und von Academia-Sinica-Forschenden aufgegriffen und erweitert.↩
- 研之有物:構樹的 DNA 裡藏著南島語族的遷徙史 — Die offizielle Wissenschaftskommunikationsplattform der Academia Sinica stellt eine 2015 in den Proceedings of the National Academy of Sciences erschienene Studie mit Chung Kuo-fang als korrespondierendem Autor vor, die erklärt, dass die Papiermaulbeerbäume im Pazifik überwiegend vom Haplotyp cp-17 geprägt sind, der sich aus den taiwanendemischen Haplotypen cp-9 und cp-16 entwickelt hat.↩
- 中央研究院臺灣史研究所出版品:《白色記憶:政治受難者及家屬訪談紀錄》 — Die offizielle Publikationsseite des Instituts für Taiwan-Geschichte versammelt mündliche Zeitzeugenberichte zum Weißen Terror von 29 Befragten mit insgesamt rund 480.000 Schriftzeichen.↩
- 全國法規資料庫:中央研究院院士選舉辦法 — Eine Ausführungsverordnung zum Organisationsgesetz; Artikel 2 regelt, dass die Academicians alle zwei Jahre in der Vollversammlung gewählt werden, in vier Gruppen mit jeweils höchstens zehn und insgesamt höchstens vierzig Personen pro Wahl, Artikel 4 regelt die Nominierungsvoraussetzungen.↩
- 中國時報:中研院第 35 屆院士出爐(2026-07-10) — Der Bericht hält das Wahlergebnis wörtlich fest: „Die Zahl der Academicians der Academia Sinica steigt auf 302, die der Honorary Academicians auf 18; nach Geschlecht verteilen sich die Academicians auf 253 Männer und 49 Frauen", sowie dass 8 der neuen Academicians Frauen waren und alle Honorary Academicians Frauen waren.↩
- 聯合新聞網:中研院第 35 屆新科院士名單 — Bestätigt in dreifacher Quellenprüfung zusammen mit China Times und Liberty Times die Zahlen von 19 neuen Academicians, 3 Honorary Academicians und einer Gesamtzahl von 302 Academicians, und listet die gewählten Mitglieder je Gruppe auf.↩
- 行政院新聞稿:通過中央研究院組織法部分條文修正草案(2013-10-17) — Die offizielle Pressemitteilung erläutert wörtlich den Kern der Gesetzesänderung: „Ergänzung der Academician-Gruppe ‚Ingenieurwissenschaften', die Höchstzahl der Academician-Plätze wird auf vierzig angepasst"; diese Änderung wurde am 15. Januar 2014 verkündet und in Kraft gesetzt.↩
- 中央研究院研究所編制表 — Die offizielle Organisationsseite listet einzeln die Forschungsinstitute und -zentren unter den drei großen Divisionen auf; eine manuelle Überprüfung ergibt 24 Forschungsinstitute und 9 Forschungszentren, wobei zwei weitere fachübergreifende Integrationszentren nicht in diese Kernstatistik eingerechnet sind.↩
- 中央研究院:組織法與評議會 — Die offizielle Seite enthält die Bestimmungen zu Zusammensetzung und Befugnissen des Evaluierungsrats, erläutert die Bestellung der Ex-officio-Mitglieder und der 30 bis 50 berufenen Ratsmitglieder sowie das Verfahren zur Wahl von drei Kandidaten bei Vakanz des Präsidentenamts.↩
- 中央研究院新聞稿:賴清德總統任命陳建仁為第 13 任院長(2026-01-02) — Die offizielle Pressemitteilung hält das Ernennungsdatum wörtlich fest sowie: „Die Amtszeit läuft vom 21. Juni des 115. Jahres der Republik China (2026) bis zum 20. Juni des 120. Jahres (2031)"; sie ist die primäre Quelle zum amtierenden Präsidenten (die Kurzbiografie-Seite der offiziellen Website zeigt bis heute den vorherigen Präsidenten, es handelt sich um eine nicht aktualisierte alte Seite).↩
- 中央研究院:科普推廣 — Die offizielle Seite der Institution hält wörtlich fest: „Seit 1998 wird die ‚Campus Open House' (Open House) veranstaltet, diese Veranstaltung findet stets im Oktober statt", sowie den Vermerk „bereits 26 Mal in Folge durchgeführt".↩
- 中央社:中研院院區實體開放回歸 吸引萬人參觀(2022-10-29) — Der Vor-Ort-Bericht hält wörtlich fest: „Selbst bei Regen war es voller Besucherandrang, geschätzt über zehntausend Menschen"; diese Ausgabe war die 25. des Tags der offenen Tür. Weder die offiziellen Seiten der Academia Sinica noch die Berichterstattung der Central News Agency veröffentlichen fortlaufende Jahresstatistiken zu den täglichen Besucherzahlen.↩
- 中央研究院新聞:《研之有物》上線 — Die offizielle Newsseite dokumentiert, dass das Wissenschaftskommunikationsmedium Research Matters der Academia Sinica am 6. April 2017 offiziell online ging; der Name ist ein Wortspiel auf „Worte mit Substanz" (言之有物).↩
- 中央研究院新聞:《研之有物》獲傑出公關獎政府傳播類優異獎 — Die offizielle Newsseite dokumentiert, dass Research Matters beim 11. Outstanding Public Relations Award der Public Relations Foundation den Anerkennungspreis in der Kategorie Regierungskommunikation erhielt, nicht den Gold- oder Hauptpreis.↩
- 中研院人社中心 GIS 專題中心:臺灣百年歷史地圖 — Die Einstiegsseite des Systems versammelt mehrere zeitliche Kartenebenen von den Bao-Karten der japanischen Kolonialzeit (1898–1904) bis zu neueren topografischen Karten der Wirtschaftsplanung und bietet Überlagerungsvergleiche, Transparenzanpassung, eine mobile App sowie einen WMTS-Dienst zur Anbindung.↩
- 中央研究院近代史研究所:胡適紀念館 — Die offizielle Website des Gedenkmuseums erklärt, dass es sich aus Hu Shis Wohnsitz aus seinen letzten Lebensjahren in Taiwan, einem Ausstellungsraum und dem Hu-Shi-Park zusammensetzt, von Dienstag bis Samstag kostenlos geöffnet ist und Gruppenführungen vorab online gebucht werden müssen.↩
- 中研院史語所歷史文物陳列館:參觀資訊 — Die offizielle Website der Ausstellungshalle erklärt, dass sie mittwochs, samstags und sonntags geöffnet ist, der Besuch kostenlos ist und Führungen auf Chinesisch und Englisch angeboten werden.↩
- 台北市政府工務局大地工程處:南港四分溪整治 北市首條封溪護魚溪流 — Eine Primärbekanntmachung der zuständigen Behörde dokumentiert, dass für den Sifen-Fluss seit 2011 ein Fangverbot zum Schutz der Fischbestände gilt, wodurch er zum ersten derart geschützten Fluss Taipehs wurde, gepflegt von einer aus Anwohnenden gebildeten Flusspatrouille.↩
- 立法院:中央研究院 114 年度單位預算評估報告 — Das Haushaltszentrum des Legislativ-Yuan erstellt jährlich einen Bewertungsbericht zum Haushaltsplan der Academia Sinica; der Bericht für das Haushaltsjahr 114 listet zehn Bewertungspunkte auf, von denen einer sich auf das neu hinzugekommene „Projekt zum Aufbau und zur Erprobung eines dekarbonisierten Erdgas-Wasserstoff-Mischverbrennungs-Kraftwerks im MW-Maßstab" bezieht. Die Gesamtsumme des Haushalts ist auf dieser Übersichtsseite nicht angegeben.↩
- The News Lens:馬英九致翁啟惠信函全文(2016-05-10) — Der Bericht enthält den vollständigen Wortlaut des Schreibens, das der Präsident am Tag der Genehmigung des Rücktritts verschickte, einschließlich wörtlich: „Verschiedene Kreise vertreten mehrheitlich die Ansicht, dass der Herr Präsident angesichts der durch den OBI-Pharma-Fall ausgelösten staatsanwaltlichen Befragung und Durchsuchung zurücktreten sollte", sowie den zeitlichen Ablauf mit dem Rücktrittsgesuch per Ferngespräch am 28. März und dem schriftlichen Nachreichen am 29. März.↩
- 中央研究院:歷任院長 — Die offizielle Seite listet chronologisch die Namen und Amtszeiten von zehn Präsidenten auf (Chi-Huey Wong verzeichnet als Oct. 2006–May 2016); die Seite weist keine Ordnungszahlen „X-ter Präsident" aus, die Zählung „13. Präsident" stammt aus der offiziellen Pressemitteilung.↩
- 風傳媒轉載中央社:浩鼎案無罪確定 — Der Bericht ordnet den zeitlichen Ablauf des Korruptionsfalls von Chi-Huey Wong und hält wörtlich fest: „Am 21. Januar des 108. Jahres der Republik China [2019] gab die Staatsanwaltschaft Shilin bekannt, im Korruptionsteil des OBI-Pharma-Falls keine Berufung einzulegen; der gegen Chi-Huey Wong und Zhang Nian-tzu erhobene Korruptionsvorwurf gilt als rechtskräftig freigesprochen", und listet die separate Zeitlinie des Insiderhandelsfalls auf (fünf Angeklagte ohne Chi-Huey Wong, rechtskräftig am 24. Februar 2021).↩
- follaw:浩鼎內線交易案宣判整理 — Ein juristisches Medium listet die Namen der fünf Angeklagten im Insiderhandelsfall auf (Zhang Nian-tzu, Xu You-gong, Huang Xiu-mei, You Cheng-de u. a.) und bestätigt, dass Chi-Huey Wong in diesem Fall nicht angeklagt war – die entscheidende Quelle zur Unterscheidung der beiden Fälle.↩
- 監察院:彈劾翁啟惠案公告 — Eine Primärbekanntmachung des Kontroll-Yuan hält fest, dass im Juli 2017 die Kontrolleure Chang Kuei-mei, Pao Tsung-ho, Liu Te-hsun und Wang Mei-yu das Amtsenthebungsverfahren beantragten. Der Titel der Bekanntmachung fasst zusammen: „Missbrauch der Amtsgewalt während der Amtszeit zum eigenen Vorteil und zugunsten anderer, wodurch das Ansehen der Regierung schwer beschädigt wurde"; die Begründung nennt im Haupttext drei Punkte, von denen einer wörtlich lautet: „Es wurde eine Situation mit möglichem Interessenkonflikt nicht offengelegt, obwohl sie hätte offengelegt werden müssen – Chi-Huey Wong beaufsichtigte als Präsident der Academia Sinica die Aufstellung der Grundsätze zur Vermeidung von Interessenkonflikten beim Technologietransfer der Institution, verstieß aber wissentlich und federführend gegen die genannten Bestimmungen."↩
- 中國時報:翁啟惠三提再審遭駁回(2022-01-22) — Der Bericht dokumentiert, dass Chi-Huey Wongs drei Anträge auf Wiederaufnahme des Disziplinarverfahrens jeweils abgelehnt wurden. Der Kontroll-Yuan beantragte hingegen am 6. April 2022 unter Berufung auf neue Beweise umgekehrt zu seinen Gunsten eine Wiederaufnahme beim Disziplinargerichtshof; zu keinem der beiden Ergebnisse liegt eine öffentliche Bestätigung vor.↩
- 自由時報:陳慶士論文造假案 中研院追回 186 萬、封殺 10 年 — Der Bericht dokumentiert, dass die Academia Sinica am 30. März 2018 ihren Untersuchungsbericht veröffentlichte und am 17. Januar 2020 den Inhalt der Disziplinarmaßnahme sowie die Höhe der zurückgeforderten Prämie bekannt gab. Die Zahl der betroffenen Publikationen wird in verschiedenen Berichten mit vier beziehungsweise acht Artikeln angegeben; worin sich die unterschiedlichen Zählweisen unterscheiden, wurde nicht geklärt.↩
- 華視新聞:張曉風為 202 兵工廠下跪請命(2010-05) — Der Bericht dokumentiert, dass die Schriftstellerin Chang Hsiao-feng im Mai 2010 vor Medienvertretern vor Präsident Ma Ying-jeou niederkniete und den Erhalt der alten Bäume und der Teichökologie dort forderte; der ursprünglich für den 1. Juni geplante Baubeginn wurde daraufhin vom Exekutiv-Yuan gestoppt.↩
- 維基百科:國家生技研究園區 — Der Artikel fasst die Auflagen der Umweltverträglichkeitsprüfung und die zeitliche Abfolge bis zur Eröffnung zusammen. Am 10. Juni 2011 wurde die Prüfung von der Vollversammlung mit Auflagen genehmigt, darunter dass die Academia Sinica vor Betriebsaufnahme des Parks Abwasserstandards und Prüfverfahren für die Biotech-Industrie vorlegen muss, die Gebäude des Parks mindestens das Silber-Zertifikat für grünes Bauen mit 5 Indikatoren erreichen müssen und das künstliche Feuchtgebiet-Restaurierungsgebiet sowie das Naturschutzgebiet eine Zertifizierung als Einrichtung für Umweltbildung erhalten müssen; der Park eröffnete am 15. Oktober 2018.↩
- 國家生技研究園區官網:園區環境 — Die offizielle Seite des Parks hält wörtlich fest: „engagiert für den Erhalt eines 14,19 Hektar großen Naturschutzgebiets sowie den Wiederaufbau eines 4 Hektar großen, ehemaligen Feuchtgebiets in Sanchongpu"; die 4 Hektar beziehen sich hier auf das Feuchtgebiet-Restaurierungsgebiet, nicht auf die Erschließungsfläche.↩
- 公視《我們的島》:留住這片綠肺 — Die Dokumentation des öffentlich-rechtlichen Umweltmagazins zum Erschließungsprojekt der Munitionsfabrik 202 formuliert im Text „25 Hektar Land, tatsächliche Erschließungsfläche 9,6 Hektar"; dies stammt aus einer anderen Quelle als die Flächenangaben der offiziellen Park-Website, die statistischen Bezugsräume beider Zahlen sind nicht identisch.↩
- 中央研究院:延聘博士後研究學者作業要點 — Die offizielle Personalregelung hält fest, dass die Anstellung grundsätzlich zwei Jahre beträgt, nach Ablauf eine Verlängerung neu beantragt werden kann, insgesamt höchstens vier Jahre; Bewerbende müssen sich innerhalb von sechs Jahren nach dem Doktorabschluss bewerben und zuvor eine Forscherin oder einen Forscher der Institution als akademische Betreuung gewinnen, jährlich können Forschungsmittel von bis zu 500.000 NT-Dollar beantragt werden.↩
- ETtoday:中研院電訪員怒了!超時加班費、6% 勞退都沒給(2022-07-25) — Der Bericht dokumentiert, wie die unter dem Pseudonym „A-hsiang" auftretende Telefoninterviewerin den Streit um Werkverträge und Sozialversicherung öffentlich machte, den Hintergrund der institutionellen Änderungen von 2006 bis 2016, dass fast 15 Telefoninterviewende Entschädigung forderten, sowie die wörtliche Antwort des Forschungszentrums für Geistes- und Sozialwissenschaften, man „bearbeite dies aktiv".↩
- Newtalk:范雲要求中研院研議更改外文名稱(2020-03-09) — Der Bericht dokumentiert den Inhalt der Anfrage und des Dringlichkeitsantrags der Abgeordneten Fan Yun im Legislativ-Yuan sowie die beiden wörtlichen Antwortsätze des damaligen Präsidenten James C. Liao an Ort und Stelle: „Der Name der Academia Sinica berührt Fragen der nationalen Positionierung und Politik und kann nicht von der Academia Sinica allein geändert werden" und „Eine Diskussion kann eröffnet werden, aber eine einseitige Entscheidung ist nicht einfach zu treffen".↩2
- 聯合新聞網:中研院改名案擱置(2024-03-20) — Der Bericht zitiert die wörtliche Aussage des Generalsekretärs der Academia Sinica, Tseng Kuo-hsiang: „Dieser Beschluss, die Sache ‚ruhen zu lassen', spiegelt die Auffassung der Mehrheit der Mitarbeitenden der Academia Sinica wider, dass keine Notwendigkeit für eine Namensänderung besteht."↩
- 自由時報:民間團體建議中研院英文名改為 National Academy of Taiwan — Der Bericht dokumentiert den konkreten Alternativvorschlag der zivilgesellschaftlichen Gruppe Liberty Academy für den fremdsprachigen Namen.↩
- 聯合新聞網:立委對陳建仁接任中研院長的評論(2026-01-03) — Der Bericht enthält die namentliche Kritik der Kuomintang-Abgeordneten Wan Mei-ling zum Generationswechsel im Wortlaut sowie die Einschätzung der Abgeordneten Lee Yen-hsiu, dessen akademisches Ansehen und Verwaltungserfahrung reichten für das Amt aus, doch „Chen Chien-jens künftige Herausforderung liegt weiterhin im ‚Politischen'".↩
- 中國時報:陳培哲——中研院存廢 才是問題(2025-12-14) — In diesem Interview lautete sein Originalsatz: „Die dritte Ebene besteht darin, dass es nicht wichtig ist, wer Präsident ist – stattdessen ist es der Fortbestand oder die Abschaffung der Academia Sinica, worüber Taiwans Gesellschaft und akademische Welt gegenwärtig eigentlich mehr Gewicht legen und diskutieren sollten."↩