Am 15. Februar 2020 starb ein Schwarztaxifahrer im Krankenhaus. Er war nie ins Ausland gereist – die Infektionsquelle war ein taiwanischer Geschäftsmann, den er zuvor gefahren hatte. Es war Taiwans erster COVID-19-Todesfall und zugleich der erste eindeutig lokal übertragene Fall.1
Im gesamten Verlauf jenes Jahres meldete Taiwan landesweit 799 bestätigte Fälle und 7 Todesfälle.2
Zwei Jahre später, im Jahr 2022, forderte derselbe Virus in Taiwan 14.667 Menschenleben. Über 65-Jährige machten 86 Prozent davon aus, das mittlere Sterbealter lag bei 82 Jahren – ganze zehn Jahre höher als im Vorjahr.3
Ein Fahrer, der nie ins Ausland gereist war, und zwei Jahre später jene ganze Gruppe mit einem mittleren Alter von 82 Jahren. Zwischen diesen beiden Bildern liegen zwei Jahre – und die achtzehn Monate, die ein System für Taiwan erkauft hatte.
Diese achtzehn Monate wurden tatsächlich erkauft: Mit Grenzkontrollen, dem Namenssystem für Masken und einer Krankenversicherungskarte hielt Taiwan die Pandemie fast anderthalb Jahre lang draußen. Diese Phase wurde später in einem Rückblick-Artikel einer europäischen Fachzeitschrift für öffentliche Gesundheit festgehalten, mit dem Satz: „Taiwan's early containment measures might have delayed the epidemic curve, allowing time for better preparation and proactive responses.“ (Taiwans frühe Eindämmungsmaßnahmen haben möglicherweise die Epidemiekurve verzögert und Taiwan Zeit für bessere Vorbereitung und proaktivere Reaktionen verschafft.)4
Entscheidend ist die zweite Hälfte des Satzes. Die Zeit wurde erkauft, doch die Vorbereitung hielt nicht Schritt. Am 19. Mai 2021, dem Tag, an dem landesweit die dritte Warnstufe ausgerufen wurde, war insgesamt erst eine einzige Charge von 117.000 selbst beschafften Impfdosen der Regierung eingetroffen.5 Als Omicron 2022 eintraf, hinkte die dritte Dosis für die älteren Menschen, die sie am dringendsten brauchten, noch immer hinter ihrer eigenen ersten und zweiten Dosis hinterher.6
30-Sekunden-Überblick: Am 31. Dezember 2019 um acht Uhr morgens schickte Taiwans Zentrum für Seuchenbekämpfung (CDC) ein Schreiben an China und die Weltgesundheitsorganisation, um sich nach der mysteriösen Lungenentzündung in Wuhan zu erkundigen, und leitete noch am selben Tag Einstiegskontrollen für Direktflüge aus Wuhan ein. Mit Grenzkontrollen, dem Namenssystem für Masken und einer Krankenversicherungskarte hielt Taiwan die Pandemie fast achtzehn Monate lang draußen: Im gesamten Jahr 2020 gab es nur 799 bestätigte Fälle und 7 Todesfälle. Die ersten AZ-Impfdosen trafen erst am 3. März 2021 ein, gerade einmal 117.000 Dosen. Bis Mitte Juli jenes Jahres waren von den beiden großen, selbst beschafften Marken der Regierung zusammen rund 2,45 Millionen Dosen eingetroffen, bei einer vertraglich vereinbarten Gesamtmenge von 15,05 Millionen Dosen. Als Omicron 2022 eintraf, hinkte die dritte Dosis für ältere Menschen noch immer hinterher. In jenem Jahr starben 14.667 Menschen an COVID-19, das mittlere Sterbealter lag bei 82 Jahren. Wer außer den Toten den Preis dafür trug, steht auf einer weiteren Liste, die bis heute nie vollständig aufgestellt wurde.
Um acht Uhr morgens die E-Mail abgeschickt, noch am selben Tag ins Flugzeug zur Passagierkontrolle
Am frühen Morgen des 31. Dezember 2019 sah Lo Yi-chun (羅一鈞), damals stellvertretender Direktor und Sprecher der Taiwan-CDC, in Onlinemeldungen, dass in Wuhan mindestens sieben atypische Lungenentzündungsfälle aufgetreten waren. Um acht Uhr morgens fragte die Taiwan-CDC beim chinesischen Center for Disease Control nach und informierte per E-Mail die Kontaktstelle der Weltgesundheitsorganisation für die Internationalen Gesundheitsvorschriften. Am selben Tag wurden Direktflüge von Wuhan nach Taiwan zur Einstiegskontrolle abgefangen.7
Erst fragen, dann handeln, ohne auf die Antwort zu warten. Diese Reihenfolge sollte sich in den folgenden achtzehn Monaten wiederholen.
Jene E-Mail wurde später zum Stoff internationaler Kontroversen, doch die Taiwan-CDC hat den vollständigen Wortlaut nie veröffentlicht. Die Behörde reichte später eine zusätzliche Erklärung nach: In der E-Mail sei erwähnt worden, dass „die Patienten bereits isoliert und behandelt“ würden, woraus Fachleute des öffentlichen Gesundheitswesens auf die Möglichkeit einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung hätten schließen können. Diese Ergänzung stammt aus dem April 2020, nicht aus dem Wortlaut der E-Mail vom 31. Dezember selbst.7 In vielen späteren Wiedergaben wurden beide zu einem einzigen Satz verschmolzen.
Am 20. Januar 2020 wurde das Zentrale Epidemie-Kommandozentrum (CECC) gemäß Artikel 17 Absatz 2 des Seuchenbekämpfungsgesetzes auf Stufe 3 eingerichtet, mit dem Direktor der Taiwan-CDC, Chou Chih-hao (周志浩), als Kommandeur. Am folgenden Tag trat Taiwans erster bestätigter Fall auf, ein taiwanischer Geschäftsmann, der aus Wuhan zurückgekehrt war. Am 23. Januar wurde auf Stufe 2 angehoben, mit dem Gesundheitsminister Chen Shih-chung (陳時中) als neuem Kommandeur. Am 27. Februar erfolgte die Anhebung auf Stufe 1.8
Quelle: Gesundheitsministerium, wiederholte Bekanntmachungen der Taiwan-CDC
📝 Kuratorennotiz: Was Taiwaner als „Warnstufe 3“ in Erinnerung haben, und die „Einrichtung auf Stufe 1“ des Kommandozentrums, sind zwei völlig verschiedene Systeme. Ersteres regelt die Einschränkungen des Alltagslebens für die Bevölkerung, Letzteres die organisatorische Einstufung des Kommandozentrums selbst. Seit das Kommandozentrum am 27. Februar 2020 auf Stufe 1 angehoben wurde, wurde es bis zu seiner Auflösung am 1. Mai 2023 kein einziges Mal wieder herabgestuft – in jenem Sommer 2021, in dem es nur noch Essen zum Mitnehmen gab und die Straßen leer waren, blieb die Einstufung des Kommandozentrums selbst die ganze Zeit über unverändert. „Warnstufe 3“ so zu lesen, als sei „das Kommandozentrum auf Stufe 3 zurückgestuft worden“, ist die Stelle, an der die beiden Systeme am leichtesten durcheinandergebracht werden. Die gefühlte Schwere der Pandemie und die Einstufung der Bürokratie-Maschine sind zwei Kurven, die nicht synchron verlaufen.
Am 6. Februar 2020 um neun Uhr morgens trat das Namensregistrierungssystem für Masken in Kraft. Mit der Krankenversicherungskarte konnte man in Vertragsapotheken der Krankenversicherung Masken kaufen: ungerade Endziffern der Personalausweisnummer montags, mittwochs und freitags, gerade Endziffern dienstags, donnerstags und samstags, sonntags ohne Beschränkung.9 Die Schlangen, die die Taiwaner in jenem Frühling bildeten, die Nummern, die sie sich merkten, und die Apothekentüren, auf die sie starrten, waren die konkreteste Form dieses Systems.
Was diese Schlange kürzer machte, lag nicht in den Händen der Regierung. Wu Zhanwei (吳展瑋), Gründer des Tainan-Studios „Howsiang“, erstellte während der Maskenkrise auf eigene Initiative eine Karte der Maskenbestände in den Convenience-Stores; ein Prototyp davon war bereits Ende 2019 bei einem Hackathon in Tainan aufgetaucht, und die g0v-Community baute nach und nach darauf auf. Die damalige Digitalministerin Audrey Tang (唐鳳) wurde darauf aufmerksam, nahm von sich aus Kontakt auf und vermittelte zwischen g0v und der Öffnung staatlicher Daten; die Regierung stellte die verbleibenden Maskenbestände der Apotheken später als offene API zur Verfügung.10 Das am häufigsten ausgelassene erste Glied dieser Kette: Die erste Version der Karte stammte aus der Hand eines einzelnen Ingenieurs, die Regierung übernahm sie erst danach und speiste ihre Daten ein.
Im selben Jahr ging Anfang Februar der „elektronische Zaun“ in Betrieb, der anhand der Mobilfunk-Zellensignale prüfte, ob Personen in häuslicher Quarantäne ihren Quarantäneort verlassen hatten.11 Dieses System sollte später zu einer Kontroverse auf Verfassungsebene werden, doch das war erst drei Jahre später der Fall.
Am Ende des Jahres 2020 lautete Taiwans Bilanz: 799 bestätigte Fälle, 7 Todesfälle.2
Nur die Aussage „achtzehn Monate ohne eine einzige Infektion in der Gemeinschaft“ trifft nicht zu – zwei Gegenbeispiele fallen genau in diesen Zeitraum. Der am 15. Februar verstorbene Schwarztaxifahrer war ein eindeutiger Fall einer lokalen Übertragung in der Gemeinschaft.1 Im Januar 2021 führte ein Ausbruch im Taoyuan-Krankenhaus des Gesundheitsministeriums zu 11 abgeleiteten Fällen von Übertragung in der Gemeinschaft.12 Die genaue Version lautet: Lücken sind aufgetreten, und jedes Mal, wenn eine auftrat, setzte Taiwan enorme Ressourcen ein, um sie einzudämmen.

30. März 2020, Hsinchu. Die Schlange für den Kauf von Masken im Namensregistrierungssystem, bezahlt mit der Krankenversicherungskarte. Photo: Tbatb / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Die Sitzung vom 13. April hinterließ kein Protokoll
Am 13. April 2021 hielt das Kommandozentrum eine Expertensitzung ab, um über die Lockerung der Quarantänevorschriften für Besatzungsmitglieder nationaler Fluggesellschaften zu beraten. Am nächsten Tag wurde die Änderung zu „3+11“ bekannt gegeben – drei Tage zentralisierte Quarantäne plus elf Tage eigenverantwortliches Gesundheitsmanagement –, gültig ab dem 15. April, gestaffelt nach Ankunftszeit der jeweiligen Flüge. Am 31. Mai erklärte die Taiwan-CDC, diese Anpassung sei zwischen den Arbeitsgruppen des Kommandozentrums abgestimmt worden, doch es sei kein Sitzungsprotokoll erstellt worden. Am 12. Juni wurde die Regelung für Besatzungsmitglieder wieder zurückgenommen: Ungeimpfte, die Langstreckenflüge durchführten, unterlagen fortan „7+7“.13
Ende April war das Infektionsgeschehen in Wanhua bereits im Gange. Der rückblickend identifizierte Indexfall (Fall 1424) hatte am 23. April Symptome entwickelt. Am 11. Mai kamen 7 neue lokale Fälle hinzu, die Warnstufe wurde auf Stufe 2 angehoben. Am 15. Mai wurde für Taipeh und Neu-Taipeh Stufe 3 ausgerufen, am 19. Mai landesweit.14
Die Vorschriften der Warnstufe 3 waren sehr detailliert ausgearbeitet. Private Zusammenkünfte ohne beruflichen Anlass mit mehr als 5 Personen drinnen oder mehr als 10 Personen draußen wurden vollständig untersagt, im Freien musste durchgehend eine Maske getragen werden. Mit Ausnahme von Grundversorgung, Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, notwendigen Dienstleistungen, medizinischer Versorgung und behördlichem Bedarf mussten sämtliche Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen schließen – Gesangslokale, Tanzlokale, Bars, Fitnessstudios und Spielhallen standen ebenfalls auf dieser Liste. Gastronomiebetriebe, die die Vorgaben nicht einhalten konnten, mussten auf Essen zum Mitnehmen umstellen, religiöse Aktivitäten wie Pilgerprozessionen und Umzüge wurden eingestellt, und landesweit schlossen die Grund- und Mittelschulen für den Publikumsverkehr.15 Die vier Worte „ohne beruflichen Anlass“ werden selten mitgedacht – die meisten Menschen gingen in jenem Sommer weiterhin ganz normal zur Arbeit.
Auf der Pressekonferenz um 14 Uhr am 22. Mai gab das Kommandozentrum zwei Zahlen bekannt: 321 neue lokale Fälle, dazu weitere 400 Fälle als „nachträgliche Korrekturbuchung“ (校正回歸), rückwirkend verteilt auf die einzelnen Tage vom 16. bis 21. Mai. Der technische Grund war ein Stau bei der lokalen Meldung: Mehr als zehntausend Testergebnisse steckten in den lokalen Krankenhäusern fest und kamen nicht durch. Nachdem das Kommandozentrum die Meldefelder von über zwanzig auf acht reduziert hatte, wurden auf einen Schlag über vierzehntausend Fälle verarbeitet.16 Der Ausdruck „nachträgliche Korrekturbuchung“ wurde an jenem Tag auf der Pressekonferenz spontan erfunden, war kein bestehender Fachbegriff der Seuchenbekämpfung, und wurde später zu einem Alltagsausdruck, mit dem Taiwaner über jede Art von nachgereichter Hausaufgabe spotten.

25. Mai 2021, MRT-Station Dongmen, Taipeh. Der Bahnsteig unter Warnstufe 3. Photo: 稜光映像_Brian / Wikimedia Commons, CC BY 3.0
Ein Bericht des PTS-Nachrichtennetzwerks (公視新聞網) vom 22. Mai 2021: Das Kommandozentrum gab erstmals eine „nachträgliche Korrekturbuchung“ bekannt – an jenem Tag 321 neue lokale Fälle sowie 400 nachträglich korrigierte Fälle.
In den folgenden anderthalb Jahren verwendete die Gesellschaft ihre Energie auf dieselbe Frage: Wem sollte jener Mai zugeschrieben werden. Chen Shih-chung (陳時中) sagte im August 2021 gegenüber englischsprachigen Medien: „There was no three-plus-11 loophole“ (Es gab keine 3+11-Lücke), und wies darauf hin, dass das Kommandozentrum nach drei Monaten Untersuchung keinen Zusammenhang zwischen dem Cluster bei den Besatzungsmitgliedern und dem Infektionsgeschehen im Mai habe feststellen können.17
Der Kontroll-Yuan untersuchte den Fall fast anderthalb Jahre lang; sein Bericht erschien im August 2022 mit einer weit vorsichtigeren Schlussfolgerung als die vereinfachten Versionen, die im Umlauf waren. Der Kontroll-Yuan war der Auffassung, das Kommandozentrum habe vor der Entscheidung für das verschärfte Modell die damalige lokale Infektionslage, die Managementverantwortung der Fluggesellschaften, die PCR-Testergebnisse der Besatzungsmitglieder sowie deren körperliche und psychische Belastung umfassend berücksichtigt – es habe sich nicht um eine unüberlegte Entscheidung ohne Bewertung gehandelt. Die Kritik konzentrierte sich darauf, dass das Kommandozentrum seiner Pflicht zur ausführlichen öffentlichen Erklärung nicht ausreichend nachgekommen sei und bei Nachfragen von Medien und Abgeordneten nicht von sich aus kommuniziert habe. Es wurde keine Rechtswidrigkeit festgestellt, kein Korrekturbeschluss erlassen. Der Kontroll-Yuan empfahl zugleich eine Gesetzesänderung, die festlegen sollte, ob bei wichtigen Entscheidungen zur Seuchenbekämpfung Sitzungsprotokolle erstellt und veröffentlicht werden müssen.18
Dieser Gesetzesänderungsvorschlag verrät eine Sache: Die geltenden Vorschriften verlangen kein verpflichtendes Sitzungsprotokoll. Deshalb ist „am 13. April wurde kein Protokoll hinterlassen“ zugleich eine Tatsache und kein Gesetzesverstoß. Es ist eine Lücke im System, nicht das Verschulden einer einzelnen Person. Verfolgt man die Frage der Verantwortung bis zum Ende, lautet die Antwort genau das.
Im selben Mai wurde Wanhua von Medien und im Internet lange gejagt. Die Läden in Wanhua, die ein „Teehaus“-Schild führten, gab es eigentlich in zwei Arten, die häufig verwechselt wurden: Reine Teehäuser, auf Taiwanisch „Cha-toh-á“ (茶桌仔) genannt, verkauften nur Tee und einfache Teesnacks – anders als Etablissements mit weiblicher Bedienung. Die Besucher waren nicht zwangsläufig sozial benachteiligt, das Gemeinsame war Einsamkeit; die Ausgaben dort lagen bei 200 NT$ für eine Kanne Tee und 10 NT$ für ein Lied.19

12. Juni 2021, Straßenschilder und Absperrungen vor der Schnelltest-Station Jisui, Bezirk Jhonghe, Neu-Taipeh. Photo: Tsuna Lu (Adsa562) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Was wirklich knapp war, kommt in dieser Debatte gar nicht vor: Am 19. Mai, dem Tag der landesweiten Warnstufe 3, war insgesamt erst jene Charge von 117.000 selbst beschafften Impfdosen der Regierung vom 3. März eingetroffen5, zuzüglich der 199.200 Dosen, die COVAX am 4. April geliefert hatte20 – ganz Taiwan verfügte damit über rund 320.000 Dosen für 23 Millionen Menschen.
15,05 Millionen Dosen im Vertrag, bis Mitte Juli nur 2,45 Millionen geliefert
Ende 2020 gab die Regierung bekannt, im Ausland rund 20 Millionen Impfdosen zu beschaffen, zusätzlich vorab 10 Millionen Dosen inländischer Produktion zu bestellen (je 5 Millionen von Medigen und UBI Pharma).21 Die 20 Millionen Dosen aus dem Ausland setzten sich zusammen aus 10 Millionen Dosen von AstraZeneca, rund 5,05 Millionen Dosen von Moderna sowie 4,76 Millionen Dosen, die über die globale Impfstoff-Beschaffungsplattform COVAX bestellt wurden; Taiwan zahlte die Anzahlung dafür bereits im Oktober 2020.20
Die erste Charge von 117.000 AZ-Impfdosen traf am 3. März 2021 um 10:21 Uhr morgens am Flughafen Taoyuan ein, transportiert mit dem Korean-Air-Flug KE691.5
Bis zum 15. Juli 2021 lauteten die vom Kommandozentrum selbst bekannt gegebenen Zahlen für die selbst beschafften Lieferungen: drei Chargen AZ mit insgesamt 1,303 Millionen Dosen, vier Chargen Moderna mit insgesamt 1,15 Millionen Dosen.22 Die beiden großen Marken zusammen kamen auf rund 2,45 Millionen Dosen – weniger als ein Fünftel der vertraglich vereinbarten Gesamtmenge von 15,05 Millionen Dosen.
Quelle: Gesundheitsministerium, Taiwan-CDC/Entscheidungsportal des Kommandozentrums, Legislativ-Yuan
Die im Vertrag vereinbarte Dosenzahl, die tatsächlich gelieferte Dosenzahl und die Zahl der Dosen, die tatsächlich in einen Arm gespritzt werden konnten, sind drei unterschiedliche Zahlen. Die Form des Wartens ist genau die Kluft zwischen diesen drei Zahlen.
⚠️ Streitpunkt: Der häufigste Einwand gegen „die Impfstoffe kamen zu spät“ lautet: In der ersten Hälfte des Jahres 2021 kämpfte die ganze Welt um Lieferungen, die langsame Lieferung sei ein Problem der Lieferkette gewesen, keine Entscheidung Taiwans. Diese Aussage stimmt zur Hälfte – in jenem Halbjahr wurde die weltweite Produktionskapazität tatsächlich von einigen wenigen Großmächten aufgezehrt, die zuerst Verträge unterzeichnet hatten. Die andere Hälfte lässt sich anhand der Zeitlinie überprüfen: Bis zum 15. Juli 2021 hatte Japan in drei Chargen 3,34 Millionen Dosen gespendet, die USA am 20. Juni 2,5 Millionen Dosen – allein diese von den beiden Ländern gespendeten 5,84 Millionen Dosen waren bereits mehr als doppelt so viel wie die von der Regierung selbst beschaffte gelieferte Menge (2,45 Millionen Dosen).2223 Diese Spenden stammten aus demselben globalen Vorrat. Der Lieferengpass war real, doch er erklärt nicht alles.
Japan spendete am Ende in sechs Chargen insgesamt 4,204 Millionen Dosen und war damit weltweit das Land mit der größten Spende an Taiwan. Die USA lieferten am 20. Juni 2,5 Millionen Dosen Moderna, Polen am 5. September 400.000 Dosen, Tschechien 30.000 und die Slowakei 10.000 Dosen; für die 20.000 Dosen aus Litauen lässt sich nur eine Quelle aus zweiter Hand finden.23
Quelle: Außenministerium, Taiwan-CDC/Entscheidungsportal des Kommandozentrums, udn 元氣網
Der in jenem Sommer am heftigsten diskutierte Streitpunkt war BNT. Es gibt drei Versionen darüber, warum die Verhandlungen scheiterten, jede mit einer Quelle aus erster Hand, die sich in der Zuschreibung von „warum man nicht kaufen konnte“ nicht decken.
Im November 2020 scheiterte der Vertriebsvertrag mit der taiwanischen TTY Biopharm; die offizielle Version besagt, beide Seiten hätten sich nicht auf Menge und Preis einigen können, der anfängliche Beschaffungsumfang der Regierung habe weit unter den Erwartungen des Originalherstellers gelegen.24
Im Dezember 2020 gelangten die direkten Verhandlungen der Regierung mit BNT in die letzte Phase vor der Vertragsunterzeichnung. Nach eigener Darstellung der Taiwan-CDC habe BNT verlangt, die Formulierung „unser Land“ (我國) aus der chinesischsprachigen Pressemitteilung zu streichen; das Gesundheitsministerium habe sie am nächsten Tag durch „Taiwan“ ersetzt und verschickt, woraufhin die Verhandlungen im Sande verliefen.25
Im Februar 2021 offenbarte Chen Shih-chung (陳時中), man habe ursprünglich bereits 5 Millionen Dosen von BNT gekauft; als man dies im Dezember 2020 bekannt geben wollte, sei es durch „externe Einmischung“ zu einer Wendung gekommen – er nannte keinen Namen. BNTs offizielle Stellungnahme aus derselben Zeit lautete: „BioNTech setzt sich dafür ein, weltweit zur Beendigung der Pandemie beizutragen. Unsere Absicht, Taiwan mit Impfstoffen zu versorgen, ist Teil dieses globalen Engagements. Die entsprechenden Gespräche laufen noch, und BioNTech wird dazu weitere Informationen bekannt geben.“26
Shanghai Fosun Pharma erklärte auf seiner Aktionärsversammlung, die Vertriebsrechte für den BNT-Impfstoff in Taiwan lägen bei Fosun, sowohl staatliche als auch private Beschaffung müsse darüber laufen; die Position des Gesundheitsministeriums war, den Hersteller aufzufordern, formell einen Einfuhrantrag zu stellen.27 Etwas später im selben Jahr beschuldigte die taiwanische Regierung erstmals öffentlich und direkt China, das Geschäft mit BNT behindert zu haben; China wies dies durchgängig zurück und erklärte sich bereit, der taiwanischen Bevölkerung Impfstoffe zur Verfügung zu stellen.28 Die einzige Gemeinsamkeit aller drei Versionen: Jene direkten Verhandlungen Ende 2020 sind tatsächlich gescheitert.
Gelöst wurde dieser Knoten von privater Seite. TSMC stellte am 10. Juni den Antrag, die Yonglin-Stiftung von Foxconn-Gründer Terry Gou (郭台銘) gab am 12. Juni den Vertragsabschluss bekannt, Tzu Chi-Geschäftsführer Yen Po-wen (顏博文) reichte am 23. Juni bei der taiwanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (TFDA) den Antrag auf Noteinfuhr ein und bestätigte am 2. Juli die Beschaffung von 5 Millionen Dosen; Pegatron-Vorsitzender Tung Tzu-hsien (童子賢) spendete in eigenem Namen 500 Millionen NT$ zur Unterstützung von Tzu Chis Beschaffungsmitteln.29
Jede der drei Parteien bestellte 5 Millionen Dosen, der Vertrag umfasste insgesamt 15 Millionen Dosen, nach dem Modell „Herstellung beim Originalwerk, Verpackung beim Originalwerk, Direktlieferung nach Taiwan“ – vollständig unter Umgehung von Fosun; nach der Ankunft übernahm das Kommandozentrum die einheitliche Verteilung. Die erste Charge von 932.400 Dosen traf am 2. September 2021 in Taiwan ein, die letzte am 27. Januar 2022; insgesamt kamen 15,2076 Millionen Dosen an, 207.600 mehr als zugesagt.30
Auch die Vertragsklauseln selbst wurden lange diskutiert, wobei zwei Schlüsselbegriffe miteinander vermischt wurden. „30 Jahre versiegelt“ bezieht sich auf die Aufbewahrungsfrist amtlicher Dokumente; das Gesundheitsministerium stellte klar, dass dies die Vorschrift des Archivgesetzes sei, wonach Unterlagen „vor Ablauf von 30 Jahren nicht vernichtet werden dürfen“ – keine Frist für die Freigabe zur Einsicht.31 Die Frist der Geschäftsgeheimhaltung ist eine andere Sache: Der damalige Gesundheitsminister Hsueh Jui-yuan (薛瑞元) sagte im Legislativ-Yuan unmissverständlich: „Bei AZ und Medigen sind es beide 5 Jahre, BNT verlangt 10 Jahre Geheimhaltung, und Moderna stimmt einer Freigabe nicht zu – für immer nicht.“32
Eine weit verbreitete Behauptung, „der Novavax-Vertrag sei 7 Jahre geheim“, beruht auf einer Verwechslung. Was der damalige CDC-Direktor Chuang Jen-hsiang (莊人祥) sagte – „die Geheimhaltungsklausel des Novartis-Vertrags gilt für 7 Jahre“ – bezog sich auf den 2009 mit Novartis geschlossenen Vertrag über den H1N1-Grippeimpfstoff. Das sind zwei verschiedene Unternehmen, zwei verschiedene Impfstoffe, zwei verschiedene Epochen im Vergleich zu Novavax aus dem Jahr 2021.33 Der Medigen-Vertrag wurde schließlich am 16. Januar 2024 vorzeitig offengelegt, mehr als ein Jahr früher als die ursprünglich vereinbarten fünf Jahre.34
Fünf Jahre später war es ausgerechnet jene Spendengelder, die tatsächlich vor Gericht landeten. Am 6. August 2026 erhob die Staatsanwaltschaft Taichung Anklage gegen siebzehn Personen. Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft sollen ein Rechtsanwalt und ein sich selbst als Großaktionär der Shanghai Fosun Pharma ausgebender Impfstoffvermittler mit Aussagen wie „sowohl Foxconn als auch TSMC hätten über Herrn Li bei der Impfstoffbeschaffung geholfen“ die Tzu Chi-Stiftung dazu gebracht haben, NT$ 1.061.981.295 zu zahlen; die Ermittler beschlagnahmten zudem große Mengen Gold und Bargeld, und die Staatsanwaltschaft beantragte beim Gericht die Einziehung von mehr als NT$ 1,1 Milliarden an Tatgewinnen.35 Die Angeklagten gelten bis zur Rechtskraft eines Urteils als unschuldig.
Tzu Chi veröffentlichte am selben Tag eine Erklärung, wonach das Beschaffungsverfahren von 2021 dem Grundsatz des sorgfältigen Umgangs mit Spendengeldern gefolgt sei, sich an öffentliche Marktmaßstäbe gehalten habe, im Rahmen öffentlich zugänglicher Informationen entschieden worden sei und von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft testiert sowie vom Gesundheitsministerium geprüft worden sei. Ein rechtmäßiges Beschaffungsverfahren und der Vergütungsbetrug eines Vermittlers sind zwei verschiedene Dinge; Gegenstand der Anklage ist Letzteres.
In jenem halben Jahr, in dem die Lieferungen noch unterwegs waren, stritt man auf der Insel über eine andere Sache.
Derselbe Maßstab: Medigen bestand, UBI Pharma scheiterte an beiden Kriterien
Das rechtliche Instrument, mit dem Taiwan Medigen zuließ, wird oft als EUA bezeichnet, heißt aber eigentlich „Sonderzulassung für Herstellung oder Einfuhr“ (專案核准製造或輸入), geregelt in Artikel 48-2 des Arzneimittelgesetzes – etwas anderes als die international übliche EUA. Der Wortlaut ist eindeutig: Die zentrale Gesundheitsbehörde kann eine Sonderzulassung erteilen, „um Krankheiten vorzubeugen, zu diagnostizieren oder zu behandeln, die lebensbedrohlich sind oder zu schwerer Behinderung führen, sofern im Inland kein geeignetes Arzneimittel oder keine geeignete Alternativtherapie verfügbar ist“, oder „um dringenden Erfordernissen zu begegnen, die die öffentliche Gesundheit erheblich beeinträchtigen“. Absatz 2 desselben Artikels regelt auch die Bedingungen für den Widerruf, darunter „das dringende oder die öffentliche Gesundheit erheblich beeinträchtigende Ereignis ist beendet“, wobei der Antragsteller angewiesen werden kann, ungenutzte Arzneimittel innerhalb einer Frist zu entsorgen oder zurückzurufen.36
Das ist eine andere Rechtsstufe als eine reguläre Arzneimittelzulassung. Dass jene später abgelaufenen und vernichteten Impfdosen entsorgt wurden, war rechtlich bereits in diesem Artikel angelegt.
Am 28. Mai 2021 legte eine Expertensitzung des TFDA die Wirksamkeitsbewertungskriterien für inländisch hergestellte Impfstoffe fest37; am selben Tag unterzeichnete die Taiwan-CDC mit Medigen und UBI Pharma je einen Vertrag über 5 Millionen Dosen.34 Am 10. Juni wurden die Kriterien offiziell bekannt gegeben: Der klinische Studienbericht musste mindestens 3.000 Probanden umfassen, die nach der letzten Dosis mindestens einen Monat lang nachbeobachtet wurden38; die Wirksamkeit wurde anhand zweier Indikatoren des Immunbridging beurteilt – die untere Grenze des 95-%-Konfidenzintervalls für das Verhältnis der geometrischen Mittelwerte der neutralisierenden Antikörpertiter (GMT) musste mindestens das 0,67-Fache der AZ-Kontrollgruppe erreichen, und die untere Grenze des 95-%-Konfidenzintervalls der Serokonversionsrate musste mindestens 50 % erreichen.39
Am 18. Juli fand die Expertenprüfungssitzung für Medigen statt, mit 21 anwesenden Mitgliedern; der Vorsitzende stimmte nicht mit ab. Das Ergebnis: 3 Stimmen für Zulassung, 15 für bedingte Zulassung, 1 für Nachreichung mit erneuter Beratung, 1 dagegen; am folgenden Tag, dem 19. Juli, erfolgte die Zulassung.40 Medigens gemessene Werte lagen bei einer unteren GMT-Verhältnisgrenze von 3,4 und einer unteren Serokonversionsraten-Grenze von 95,5 % – beide weit über dem Schwellenwert.39
Am Sonntag, dem 15. August, um 10 Uhr morgens, wurde derselbe Maßstab an UBI Pharma angelegt. Ort war der Sitzungsraum F327 im dritten Stock von Gebäude F des National Biotechnology Research Park des TFDA, mit 22 anwesenden Mitgliedern; der Vorsitzende stimmte nicht mit ab. Ergebnis: 4 Stimmen für Nachreichung mit erneuter Beratung, 17 dagegen. Der Sitzungsbeschluss hielt fest: „Nachdem die Taiwan-CDC bereits festgestellt hat, dass die Infektionslage und der Impfstoffbedarf unseres Landes tatsächlich ein dringendes Erfordernis der öffentlichen Gesundheit darstellen, zeigt die Bewertung des Gesamtnutzens und -risikos des UBI-Impfstoffs, dass die Sicherheit des Impfstoffs akzeptabel ist und eine Tendenz zu zellulärer Immunantwort besteht; jedoch erreichen die Daten zu neutralisierenden Antikörpern im Vergleich zur externen Kontrollgruppe taiwanischer AZ-Geimpfter nicht den von der Expertensitzung vom 28. Mai des Jahres 110 (2021) festgelegten Wirksamkeitsbewertungsmaßstab für COVID-19-Impfstoffe unseres Landes.“37
Quelle: Sitzungsprotokolle des TFDA, Vaccines (Basel) 2022;10(5):655, Liberty Times
📝 Kuratorennotiz: Die verbreitete Behauptung lautet: „Dieser Maßstab wurde maßgeschneidert für Medigen.“ Damit dieser Vorwurf haltbar wäre, müsste zunächst eines erklärt werden: Beim selben, am 28. Mai festgelegten Maßstab bestand Medigen, während UBI Pharma an beiden Kriterien scheiterte. Wäre der Maßstab tatsächlich auf ein bestimmtes Unternehmen zugeschnitten worden, wäre das zweite Unternehmen nicht von demselben Maßstab aufgehalten worden. Die eigentlichen technischen Streitpunkte haben nichts mit Blau oder Grün (den politischen Lagern) zu tun: Es geht darum, ob neutralisierende Antikörper als Surrogat-Endpunkt den klinischen Schutz repräsentieren können, um die Vergleichbarkeit zwischen externer Kontrollgruppe und direktem Vergleichstest, und darum, ob sich die am Wildtyp-Stamm gemessenen Werte auf Delta extrapolieren lassen. Diese Fragen wurden 2021 gleichzeitig in der internationalen Regulierungswissenschafts-Community diskutiert – eine parallele Linie zum politischen Schlagabtausch in Taiwan.
Das Eindrucksvollste an jenem Sitzungsprotokoll ist, wie die 21 sich äußernden Experten jeweils ihre eigene Position bezogen. Manche schrieben nur einen einzigen Satz, andere füllten eine ganze Seite mit Details zu Tierversuchen. Ein Experte äußerte sich zu den Daten der über 65-jährigen Probanden sehr konkret: „Die Serokonversionsrate von UB-612 bei älteren (über 65-jährigen) Probanden liegt nur bei 89 %, das heißt, von je 9 Empfängern des UBI-Impfstoffs erreicht einer nicht die grundlegende Immunantwort; hinzu kommt, dass der GMT-Titer neutralisierender Antikörper bei älteren Probanden niedriger ist als bei der Gesamtheit der Probanden – die Schutzwirkung des UBI-Impfstoffs für die Gruppe der über 65-Jährigen dürfte daher unzureichend sein.“37
Ein anderer Experte schrieb im selben Dokument: „Die Verwendung der Immunogenität (neutralisierende Antikörper) als Surrogat-Wirksamkeitsindikator wird international zunehmend diskutiert.“37 Dieser Satz widerlegt die vereinfachte Erzählung, wonach „die Prüfungskommission die Methode des Immunbridging grundsätzlich ablehnte“. Die Mitglieder stimmten gegen die Zulassung, weil die Daten von UBI Pharma den Schwellenwert nicht erreichten.
Immunbridging ist auch kein von Taiwan im Alleingang erfundener Nebenweg. Die International Coalition of Medicines Regulatory Authorities (ICMRA) veranstaltete am 24. Juni 2021 einen Workshop, gemeinsam geleitet von Japans PMDA und Großbritanniens MHRA, mit Beteiligung von FDA, EMA und dem COVAX-Beratergremium; eine der Schlussfolgerungen lautete: „Immunogenicity bridging studies may be needed if an assessment of effectiveness of 2nd generation COVID-19 vaccines in clinical endpoint efficacy studies are no longer feasible.“ (Studien zum Immunogenitäts-Bridging könnten notwendig sein, wenn eine Bewertung der Wirksamkeit von COVID-19-Impfstoffen der zweiten Generation anhand klinischer Endpunkt-Wirksamkeitsstudien nicht mehr durchführbar ist.)41
Am 15. September desselben Jahres veröffentlichte das Access Consortium – bestehend aus Australiens TGA, Kanada, Singapurs HSA, der Schweizer Swissmedic und Großbritanniens MHRA – eine Erklärung: „Access Consortium members agree that well-justified and appropriately designed immunobridging studies are an acceptable approach for authorizing COVID-19 vaccines.“ (Die Mitglieder des Access Consortium stimmen darin überein, dass gut begründete und angemessen konzipierte Immunbridging-Studien ein akzeptabler Ansatz für die Zulassung von COVID-19-Impfstoffen sind.)42 Taiwan hatte seine Kriterien (am 10. Juni) bereits zwei Wochen vor jenem ICMRA-Workshop festgelegt.
Auch die Gegenstimmen waren ebenso konkret. Academia-Sinica-Akademiker Chen Pei-jer (陳培哲) trat Ende Mai von seinem Amt als Mitglied der TFDA-Expertengruppe zur Wirksamkeitsbewertung von Impfstoffen zurück, mit der Begründung: „Die größte Schwierigkeit bei der Prüfung ist Präsidentin Tsai selbst – sie hat bereits angekündigt, Ende Juli den inländischen Impfstoff zu erhalten. Kann das TFDA unter diesen Umständen dem Druck des Präsidentenbüros standhalten? Das ist eine ganz einfache Logik.“ Zugleich sagte er: „Der Prüfungsausschuss steht vor vielen Schwierigkeiten und kann seine Unabhängigkeit und Fachlichkeit nicht mehr aufrechterhalten.“43 Seine Bedenken betrafen den politischen Kontext der Prüfungsunabhängigkeit, nicht die wissenschaftliche Grundlage des Immunbridging.
Die Kritik des Arztes Lin Chin-chia (林進嘉) richtete sich gegen die Methode selbst: „Medigens ‚Immunbridging‘-Methode vergleicht lediglich die neutralisierenden Antikörpertiter der Medigen- und der AZ-Impfstoffgruppe gegenüber dem lebenden Virus des ‚Wildtyp-Stamms‘ – das ist nur ‚hinter verschlossenen Türen basteln‘ im Labor“, und er verwies auf den Fall des deutschen Unternehmens CureVac, dessen Phase-3-Studie mit 40.000 Teilnehmern nur eine Schutzwirkung von 47 % ergab, um zu zeigen, dass gute Immunogenität nicht gleichbedeutend mit hoher Schutzwirkung ist.44 Auch auf der befürwortenden Seite sprachen manche sehr offen: Der frühere stellvertretende Direktor der Gesundheitsbehörde, Chang Hung-jen (張鴻仁), sagte: „Die goldene Ära der Phase-3-Studien für COVID-19-Impfstoffe ist vorbei; die Wirksamkeit von Impfstoffen der neuen Generation mittels traditioneller klinischer Studien zu prüfen, wird zunehmend unmöglich – Immunbridging wird zwangsläufig zur ‚neuen Phase-3-Studie‘ für Impfstoffe.“45
Medigen führte später tatsächlich eine Phase-3-Studie durch, in Paraguay, in Zusammenarbeit mit der medizinischen Fakultät der Universidad Nacional de Asunción; die Zwischenanalyse 2022 ergab einen neutralisierenden Antikörpertiter, der das 3,7-Fache der AZ-Kontrollgruppe erreichte, und Paraguays Arzneimittelbehörde DINAVISA erteilte am 14. Februar 2022 die EUA. Die Stichprobe umfasste etwa tausend Personen – weit kleiner als der typische Umfang von einigen Zehntausend bei Phase-3-Studien für COVID-Impfstoffe – und das Design war wiederum Immunbridging.46 Durchgeführt wurde sie zwar, doch Umfang und Design blieben weiterhin im Zentrum der Kritik.

23. August 2021, Präsidentin Tsai Ing-wen (蔡英文) erhält den inländisch hergestellten Medigen-Impfstoff. Photo: Makoto Lin/Büro des Präsidenten der Republik China / Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Von den 5 Millionen vom Kommandozentrum beschafften Medigen-Dosen wurden tatsächlich rund 3,4 Millionen verwendet, während rund 1,6 Millionen wegen Ablaufs vernichtet wurden.47 Das Unternehmen erhielt im März 2026 in Vietnam die Marktzulassung für einen Impfstoff gegen Enterovirus 71, die erste Lieferung ist bereits in Vietnam eingetroffen, während gleichzeitig die Entwicklung eines multivalenten Enterovirus-Impfstoffs der zweiten Generation vorangetrieben wird.48 Der Name, über den man vor fünf Jahren so heftig stritt, dass Menschen auf die Straße gingen, steht heute in Schlagzeilen über den Export von Kinderimpfstoffen.
Dieser Streit brannte von Juni bis August und verzehrte den ganzen Sommer. Erst im Herbst begannen die Lieferungen in großen Mengen einzutreffen – später als das Ende des Streits, später als das Virus in die Gemeinschaft eindrang, und später, als jene Gruppe, die es am dringendsten brauchte, noch warten konnte.
Die Lieferungen sind da, doch die dritte Dosis für ältere Menschen hinkt hinterher
Die Erinnerung an 2022 sind zwei Striche auf dem Schnelltest. Eine Schulklasse nach der anderen wurde infiziert, im Büro blieben jede Woche ein paar Plätze leer, im Dorf starben ein paar alte Nachbarn. Eine Infektion wurde von einem großen Ereignis zu etwas, das irgendwann jeden traf. Ab dem 12. Mai galt für Personen in häuslicher Isolation und Quarantäne ein positiver Schnelltest plus Bestätigung durch medizinisches Fachpersonal als bestätigter Fall, ab dem 26. Mai wurde dies auf alle ausgeweitet.49 Der höchste Tageswert bestätigter Fälle lag bei 94.808, bekannt gegeben von der Taiwan-CDC am 27. Mai.50 (In vielen Wiedergaben wird der Höhepunkt auf Juni datiert – das war jedoch eine Prognose von Ende April, der tatsächliche Höhepunkt trat früher ein.)
Premierminister Su Tseng-chang (蘇貞昌) stellte im April das „Neue Taiwan-Modell“ vor, dessen offizielle Ziele als null Todesfälle, milderer Krankheitsverlauf und gleichzeitige Aufrechterhaltung des normalen Wirtschaftslebens definiert wurden.51 Am 13. Oktober wurde die Einreiseregelung auf „0+7“ geändert, ohne häusliche Quarantäne.52 Die Politik wandte sich vollständig dem Konzept des Zusammenlebens mit dem Virus zu.
Auch an Lieferungen mangelte es nicht mehr: Bis Ende August 2022 hatte die Regierung kumuliert 68,41 Millionen Dosen beschafft, mit einem Budgetvolumen von 43,375 Milliarden NT$, darunter 41,05 Millionen Dosen Moderna und 7,6 Millionen Dosen direkt von der Regierung beschafftes BNT.53

2022, kostenlose Heim-Schnelltests, die die nationale Krankenversicherung für Personen über 65 Jahren bereitstellte. In jenem Jahr wurden die zwei Striche zu einem alltäglichen Urteilsspruch. Photo: ThomasYehYeh / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Was fehlte, war die letzte Wegstrecke. Als die Todeswelle einsetzte, hinkte die Impfquote der dritten Dosis bei über 75-Jährigen noch immer ihrer eigenen ersten und zweiten Dosis hinterher.6 Zwei Jahre zuvor, als man keine Lieferungen bekommen konnte, lag die Lücke am Hafen. Zwei Jahre später stapelten sich die Lieferungen in den Lagern, und die Lücke hatte sich auf die letzten Kilometer verschoben: die Haustür alleinlebender älterer Menschen, das Einwilligungsformular zur Impfung in Langzeitpflegeeinrichtungen, ein Anruf zur Terminvereinbarung, bei dem niemand half.
Die Bilanz jenes Jahres sieht so aus: Die Todesursachenstatistik des Gesundheitsministeriums zeigt 14.667 COVID-19-Todesfälle im Jahr 2022; COVID-19 stieg als Todesursache vom 19. Platz im Jahr 2021 auf den 3. Platz. Die Betroffenen waren überwiegend über 65 Jahre alt (86 %), das mittlere Sterbealter lag bei 82 Jahren, zehn Jahre höher als im Vorjahr.3 The Reporter (報導者) verwendet eine andere Zählweise: 14.699 gemeldete lokale Todesfälle, wobei sich die Todesfälle „fast vollständig auf die Bevölkerung über 70 Jahre konzentrierten, die etwa 77 % ausmachte“.54 Zwei Zahlen, zwei unterschiedliche Schwellenwerte, jede in sich schlüssig.
Chan Chang-chuan (詹長權), Professor an der School of Public Health der National Taiwan University, hat die Geschwindigkeit jener Zeit umgerechnet: Von Mai bis Dezember 2022 infizierten sich im Schnitt mindestens 25 Menschen pro Minute, und alle zwei Stunden starben im Schnitt 5 Menschen an COVID-19.54
| 2021 | 2022 | |
|---|---|---|
| Landesweite Gesamtsterbefälle | 183732 | 207230 |
| Davon COVID-19-Todesfälle | 896 | 14667 |
Quelle: Haushaltsregisterstatistik des Innenministeriums, Todesursachenstatistik des Gesundheitsministeriums, The Reporter
2022 starben landesweit insgesamt 207.230 Menschen, 23.498 mehr als die 183.732 im Jahr 2021 – zum ersten Mal seit Beginn der 46-jährigen Statistik des Innenministeriums wurde die Marke von 200.000 überschritten.55 Für die Frage, „wie viele Menschen in jenem Jahr zusätzlich starben“, gibt es noch eine andere Berechnungsmethode: die Übersterblichkeit (Excess Mortality). Die Public-Health-Wissenschaft hat mit unterschiedlichen Basislinien Zahlen errechnet, die um das Vier- bis Fünffache voneinander abweichen.565758
Quelle: Taiwan Journal of Public Health 2024;43(2), Heho 健康 (unter Berufung auf Hsueh Cheng-tai), Commercial Times (unter Berufung auf das Team von Chen Yi-hua)
📝 Kuratorennotiz: Die verbreitete Aussage lautet: „Taiwans Sterblichkeitsrate ist weltweit am niedrigsten, also war der Preis gering.“ Dieser Satz vertauscht heimlich zwei verschiedene statistische Größen und macht daraus eine. Der Nenner der kumulierten Sterblichkeitsrate ist die Bevölkerung oder die Zahl der bestätigten Fälle; er benötigt keine kontrafaktische Basislinie, und der Durchschnitt wird durch die extrem niedrige Ausgangsbasis der Jahre 2020 bis 2021 nach unten gezogen. Die Übersterblichkeit betrachtet die Abweichung eines einzelnen Jahres von der Basislinie vor der Pandemie und benötigt dafür ein Modell. Es ist wie bei einer Person, die in den ersten beiden Jahren nicht krank war und im dritten Jahr eine schwere Erkältung hatte: „Die durchschnittliche Zahl der Krankheitstage über drei Jahre ist niedrig“ und „dieses Jahr ging es mir sehr schlecht“ können gleichzeitig wahr sein. Die vom Kommandozentrum im Februar 2023 bekannt gegebene kumulierte Sterblichkeitsrate betrug 742,2 pro Million Einwohner und lag im Vergleich der 38 OECD-Länder plus Taiwan und Singapur an sechstniedrigster Stelle59. Im Oktober 2022 sagte hingegen Kommandeur Wang Pi-sheng (王必勝), die Übersterblichkeitsrate sei weltweit die dritt-niedrigste60. Beide Aussagen stammen von offizieller Seite, doch der Vergleichsrahmen der Länder war jeweils unterschiedlich.
Die achtzehn Monate erkaufter Zeit wurden am Ende nicht vollständig für jene eingesetzt, die sie am dringendsten brauchten. In diesem Satz steckt keine Verschwörung, und er setzt auch kein Fehlverhalten einer bestimmten Person voraus – er steht einfach im mittleren Sterbealter geschrieben.
Fast 90 Prozent der Antragsteller erhielten nur ein Blatt Papier mit dem Urteil „kein Zusammenhang“
Der Preis lastete nicht nur auf denen, die jene Impfung verpasst hatten. Wer nach der Impfung gesundheitliche Probleme bekam, ging einen anderen Weg.
„Während des gesamten Prüfungsverfahrens wurde ich kein einziges Mal konsultiert, und meine Krankenakte ist sehr unkompliziert – wie kann man allein aufgrund meiner Gesundheitscheck-Daten feststellen, dass die Impfung nichts mit meinem Herzinfarkt zu tun hat?“ Das sagte Chen Shih-chin (陳仕津), 51 Jahre alt, der nach der AZ-Impfung einen Herzinfarkt erlitt.61
Auf dem Papier ist das System nicht streng. Der schriftliche Bericht des Gesundheitsministeriums an den Legislativ-Yuan stellt klar: Gemäß Artikel 6 der Verordnung über die Erhebung und Prüfung des Entschädigungsfonds für Impfschäden müssen Antragsteller lediglich einen Antrag einreichen, ohne eine zusätzliche Beweislast zu tragen; die Beweislast liegt bei der Verwaltungsbehörde, und die Feststellung der Kausalität orientiert sich hauptsächlich an den 2018 aktualisierten Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation zur Kausalitätsbewertung unerwünschter Ereignisse nach Impfungen.62
Ein Aufsatz, der die Systeme Südkoreas, Japans und Taiwans vergleicht, stellt Taiwan und Japan nebeneinander und beschreibt die Feststellungsstandards beider Länder als „relatively lenient“ (relativ großzügig): In Taiwan wird eine Entschädigung sowohl bei der Feststellung „Zusammenhang besteht“ als auch bei „nicht feststellbar“ gezahlt.63
„Entschädigung auch bei nicht feststellbarem Zusammenhang“ ist eine taiwanspezifische Ausgestaltung. Zum Stichtag 17. Februar 2022 waren kumuliert 4.485 Anträge eingegangen, 351 Prüfungen abgeschlossen, davon 47 mit Entschädigung (18 mit festgestelltem Zusammenhang, 29 mit nicht feststellbarem Zusammenhang), 304 mit der Feststellung „kein Zusammenhang“ – knapp 87 % wurden als „kein Zusammenhang“ eingestuft, und die Abschlussquote lag bei unter 8 % der Anträge.64 Obwohl Taiwan sogar bei „nicht feststellbarem Zusammenhang“ entschädigt, wurden noch immer knapp 90 % der abgeschlossenen Fälle als nicht mit dem Impfstoff zusammenhängend beurteilt.
Quelle: The Reporter unter Berufung auf die Prüfungsprotokolle der Impfschadenentschädigung, Stand 17.02.2022
Bis zum 8. Juni 2023 waren 2.689 Prüfungen abgeschlossen, davon 303 mit Entschädigung (11,26 %) und 2.386 ohne Entschädigung.65
Auch die Prüfungsseite hat ihre Sicht dargelegt: Chiu Nan-chang (邱南昌), Vorsitzender des Prüfungsausschusses und Facharzt für pädiatrische Infektiologie am Mackay Memorial Hospital, erklärte die Logik der Entscheidungen: „Daten aus verschiedenen Ländern zeigen, dass mRNA-Impfstoffe Myokarditis verursachen können, die überwiegend bei jungen Menschen nach der zweiten Dosis auftritt … Krebs und Koronararterienverschluss entwickeln sich hingegen über Jahre hinweg und sind keine plötzlichen Ereignisse, daher ergibt eine Zusprechung zulasten des Impfstoffs in diesen Fällen keinen Sinn.“66
Auch die Herkunft der Gelder setzt dieses System unter Druck. Taiwans Entschädigungsfonds speist sich aus einer Abgabe von 1,5 NT$ pro Impfdosis, während Japan und Südkorea ein Staatshaushaltsmodell verwenden.63 Lin Hsin-jou (林欣柔), außerordentliche Professorin an der Chang Gung University und Mitglied des Prüfungsausschusses, gebrauchte einen Vergleich: „Angenommen, der ursprüngliche Entschädigungsfonds war für den Masernimpfstoff gedacht, aber jetzt kommt der COVID-19-Impfstoff dazu hinzu … dann wird der ursprüngliche Pool (das Reservoir) natürlich kleiner!“61
Die Entschädigungszahlungen und Beihilfen für COVID-19-Impfstoffe beliefen sich bis September 2023 kumuliert auf 153.025.000 NT$ und übertrafen damit bereits die Gesamtsumme aller Impfstoff-Entschädigungen der dreißig Jahre von 1989 bis 2020 von 129.625.000 NT$. 2023 wurden im Schnitt 235 Fälle pro Monat geprüft, fast das Achtzehnfache der 13 Fälle pro Monat im Jahr 2020.67 Die höchste Einzelentschädigung betrug 6 Millionen NT$, für eine 47-jährige Frau, die nach der AZ-Impfung eine Kleinhirnblutung mit zerebraler Venenthrombose und schwerer Thrombozytopenie erlitt.64
Die zweite Gruppe, die den Preis trug, befand sich in den Krankenhäusern. Die Vakanzrate beim Pflegepersonal stieg von 4,52 % im Haushaltsjahr 2019 auf 4,7 % im Jahr 2021 und 6,53 % im Jahr 2022, die Fluktuationsrate von 11,12 % über 10,13 % auf 11,73 %.68 Nach der Pandemie erreichten 2023 sowohl die Fluktuationsrate mit 12,61 % als auch die Vakanzrate mit 9,05 % neue Zehnjahreshöchststände.69
Am 25. Mai 2022 veranstaltete das Kommandozentrum ein Gesprächsforum mit dem Titel „Der Stimme der Pflege zuhören“. Anonyme Wortmeldungen vor Ort hinterließen Sätze wie: „Wenn du glaubst, du kannst es besser, dann pflege doch selbst“ und „Bringen 2.000 NT$ mehr etwa ein zusätzliches Paar Hände?“ Eine Pflegeleiterin eines medizinischen Zentrums forderte vom Kommandozentrum eine klare Regel: „Wie viel Prozent normale medizinische Versorgung muss reduziert werden, wenn 30 % zusätzliche Kapazität für dedizierte COVID-Stationen eingerichtet wird?“, mit der Begründung: „Sonst sagt der Klinikdirektor einfach, es wird eröffnet, und es wird eröffnet – wir sind doch nur kleine Stationsleitungen, wie sollten wir es wagen, dem Klinikdirektor zu sagen, dass die Pflegekräfte ein solches Arbeitspensum nicht mehr durchhalten.“70
Kao Ching-chiu (高靖秋), ehemalige Vorsitzende des Nationalen Verbands der Pflegefachkräfte- und Krankenschwesternverbände, sieht das langfristiger: „Mit dem Geburtenrückgang und einem unveränderten Arbeitsumfeld in der Branche wird das Personal nicht zurückkommen – der Personalmangel könnte zum Dauerzustand werden.“69
Das Pflegekraft-Patienten-Verhältnis für alle drei Schichten wurde zunächst am 1. März 2024 über ein Anreizsystem eingeführt; am 8. Mai 2026 verabschiedete der Legislativ-Yuan die Novelle des Gesetzes über die medizinische Versorgung (醫療法), womit es formell gesetzlich verankert wurde, gestaffelt umzusetzen ab dem 20. Mai 2027.71 Von jenem Gesprächsforum bis zur gesetzlichen Verankerung vergingen vier Jahre.
Der dritten Gruppe wurde sogar die Möglichkeit, überhaupt aufzutreten, von außen zugeteilt. Am 2. Juni 2021 brach im Werk von King Yuan Electronics in Miaoli ein Cluster aus; von den mehr als 500 bestätigten Fällen waren die überwiegende Mehrheit Wanderarbeiter. Am 7. Juni verkündete die Kreisverwaltung Miaoli ein Ausgangsverbot für sämtliche ausländische Wanderarbeiter im gesamten Landkreis – außer für den Arbeitsweg durfte niemand das Haus verlassen –, aufgehoben am 29. Juni.72 Für die einheimischen Beschäftigten desselben Werksgeländes galt kein Verbot dieser Intensität.
Die damalige Rechtsauffassung des Kommandozentrums war bereits eindeutig: Das Verbot berge „das Risiko einer Ungleichbehandlung, die gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt“, und sei gemäß Verfassung, internationalen Menschenrechtspakten und dem Sinn und Zweck des Seuchenbekämpfungsgesetzes „ohne rechtliche Bindungswirkung“.73 Die Taiwan Association for Human Rights richtete am 18. Juni ein Schreiben an die Zentralministerien mit der Bitte um Erklärung. Das Verbot blieb dennoch bis zum 29. Juni in Kraft.
Ein Jahr später rügte der Kontroll-Yuan die Kreisverwaltung Miaoli und das Arbeitsministerium; der Rügetext hielt fest, „die Kreisverwaltung Miaoli habe ohne eindeutige gesetzliche Ermächtigung ein Ausgangsverbot erlassen, das sämtliche Wanderarbeiter einschloss, auch solche ohne jede Expositionsgeschichte gegenüber der Infektionskrankheit“, und wies darauf hin, dass das Kommandozentrum keine klare sofortige Rücknahme gefordert habe, was „eine diskriminierende Ungleichbehandlung von Wanderarbeitern verursacht hat und ein gravierendes Versäumnis darstellt“. Dieser Vorfall wurde in die Jahresmenschenrechtsberichte von Amnesty International und des US-Außenministeriums aufgenommen.74
✦ „Ich fühlte mich, als wäre ich eine Verbrecherin.“
Das sagte die indonesische Wanderarbeiterin Emma in einem Interview mit The Reporter am 22. Juni 2021. Sie sagte auch: „Wir haben doch auch Angst, uns anzustecken.“75
Die Verluste bei Versicherungen und in der Gastronomie bewegen sich in einer anderen Größenordnung. Die beiden Pandemieversicherungsprodukte zahlten von 2022 bis Ende März 2023 zusammen 264,983 Milliarden NT$ an Leistungen aus – das entsprach etwa zwanzig Jahren Gewinn der gesamten Sachversicherungsbranche.76 Im Mai 2021, dem Monat der landesweiten Warnstufe 3 mit Verbot des Vor-Ort-Verzehrs, fiel der Umsatz der Gastronomiebranche auf 50,2 Milliarden NT$ – ein Rückgang von 23,7 % gegenüber dem Vormonat und 19,1 % gegenüber dem Vorjahr. Restaurants für alltägliche gesellige Mahlzeiten verzeichneten mit −30,8 % den stärksten Rückgang aller Kategorien, während westliche Fast-Food-Ketten dank ihrer überwiegend auf Mitnahme ausgerichteten Kundschaft sogar um 5,4 % wuchsen.77
Und es gibt noch weitere Gruppen, die von Anfang bis Ende nie gesondert erfasst wurden. Die Zahl der Todesfälle unter Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen und alleinlebenden älteren Menschen in jenem Jahr wurde von keiner einzigen Behörde gesondert veröffentlicht. Für die Einkommensveränderungen von Essenslieferanten und Tagelöhnern während der Warnstufe 3 gibt es keine entsprechende amtliche Erhebung. Für die Impfquote der Wanderarbeiter und die Lohnentschädigung nach jenen drei Wochen Ausgangsverbot gibt es keine Zahlen. Auch für die Widerspruchs- und Verwaltungsklagewege, die nach einem Urteil „kein Zusammenhang“ noch offenstehen, gibt es keine veröffentlichte Statistik. Die Lage dieser Gruppen wurde nie in irgendeine Tabelle aufgenommen.
„Keine Rechtswidrigkeit gefunden“, „nicht ausreichend gründlich“, „Kausalität schwer feststellbar“
Nachdem die Ereignisse vorüber waren, führten drei Behörden jeweils eigene Untersuchungen durch und kamen zu drei scheinbar widersprüchlichen Schlussfolgerungen.
Die Staatsanwaltschaft Taipeh nahm von Juni 2021 bis Februar 2023 mehr als sechzig impfstoffbezogene Strafanzeigen entgegen, die unter anderem mangelhafte Beschaffung, die Ablehnung privater Spenden, die Beschaffungspolitik und den Preis von Medigen sowie das Sonderzulassungsverfahren infrage stellten; im April 2023 gab sie in einer Pressemitteilung bekannt, dass sämtliche Fälle mit der Feststellung „keine Rechtswidrigkeit gefunden“ abgeschlossen wurden.78
Der Kontroll-Yuan veröffentlichte am 1. März 2023 seinen Untersuchungsbericht zur Impfstoffbeschaffung und forderte den Exekutiv-Yuan auf, das Gesundheitsministerium anzuhalten, die Bereiche zu überprüfen und zu verbessern, in denen die Entscheidungen und Verfahren zur Impfstoffbereitstellung und -beschaffung „nicht ausreichend gründlich“ gewesen seien, die einschlägigen Rechtsvorschriften unvollständig gewesen seien und die Informationsoffenlegung unzureichend gewesen sei. Ein Punkt betraf die unzureichende internationale Anerkennung des inländischen Impfstoffs: Die Kontrollmitglieder erklärten, damals hätten nur zehn Länder weltweit den Medigen-Impfstoff anerkannt, hauptsächlich weil keine Ergebnisse einer traditionellen Phase-3-Studie zum Wirksamkeitsnachweis vorlagen.79
Auf der Seite der Gerichte: Ein zweijähriger Junge starb an einer Infektion, sein Vater bezweifelte, dass die Rettungsmaßnahmen verzögert worden seien, und forderte von der Stadtregierung Neu-Taipeh einen symbolischen Staatshaftungsschadensersatz von 1 NT$. Das Gericht urteilte, es sei „schwer festzustellen, dass ein adäquater Kausalzusammenhang mit dem Handeln der Amtsträger besteht“; im November 2023 wies die zweite Instanz die Berufung rechtskräftig ab.80
Die drei Behörden stellten drei unterschiedliche Fragen. Die Staatsanwaltschaft fragte, ob jemand strafrechtlich unrechtmäßig gehandelt habe; der Kontroll-Yuan fragte, ob die Verwaltungsverfahren gründlich genug und die Informationsoffenlegung ausreichend gewesen seien; das Gericht fragte, ob zwischen dem Tod im konkreten Einzelfall und dem Handeln bestimmter Amtsträger ein adäquater Kausalzusammenhang bestehe. „Rechtswidrigkeit“, „mangelnde Gründlichkeit“ und „kein adäquater Kausalzusammenhang“ sind drei unterschiedliche rechtliche Maßstäbe; jede der drei Spuren beantwortet ihre eigene Frage und hinterlässt zugleich einen Bereich, den sie nicht beantworten kann. Sie als sich gegenseitig widerlegend zu lesen, hieße, drei unterschiedliche Maßstäbe für ein und denselben zu halten.

Vor dem Betreten eines Geschäfts erst den QR-Code scannen und die SMS an 1922 senden. Diese Handlung, die Taiwaner mehrere Milliarden Mal ausgeführt haben, existiert heute in keinem einzigen Datensatz mehr. Photo: IiTheCavalryiI / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Was keiner der drei Maßstäbe erfassen konnte, ist ein und dieselbe Sache: Wer die Regeln im Ausnahmezustand festgelegt hat, und wann.
Die erste Regel betrifft die Frage, ob Entscheidungen dokumentiert werden müssen. Für die Sitzung vom 13. April 2021 gab es kein Protokoll; der Kontroll-Yuan räumte nach seiner Untersuchung ein, dass die geltenden Vorschriften dies nicht zwingend vorschrieben, und empfahl deshalb eine Gesetzesänderung, die festlegen sollte, ob bei wichtigen Entscheidungen zur Seuchenbekämpfung Sitzungsprotokolle erstellt und veröffentlicht werden müssen.18 Diese Regel wurde erst vorgeschlagen, nachdem die Sache bereits geschehen war.
Die zweite Regel betrifft die Frage, ob die Ermächtigung ausreichend klar formuliert war. Artikel 7 des am 25. Februar 2020 in dritter Lesung verabschiedeten Sondergesetzes zur Bekämpfung, Nothilfe und Wiederbelebung im Zusammenhang mit der schweren speziellen Infektionspneumonie besteht im gesamten Wortlaut nur aus einem einzigen Satz: „Der Kommandeur des Zentralen Epidemie-Kommandozentrums kann die notwendigen Notfallmaßnahmen oder Vorkehrungen treffen, die zur Bekämpfung und Eindämmung der Epidemie erforderlich sind.“ Dieses Sondergesetz war bis zum 30. Juni 2023 in Kraft und trat danach automatisch mit Fristablauf außer Kraft.81
Lin Ming-hsin (林明昕), Jura-Professor an der National Taiwan University, verfasste in einer juristischen Fachzeitschrift eine eingehende Untersuchung zur Verfassungsmäßigkeit dieses Artikels, ausgehend von drei Perspektiven – dem verfassungsrechtlichen Bestimmtheitsgebot, der Klarheit der Ermächtigung und der Gewaltenteilung –, und betonte, dass die Frage der Verfassungsmäßigkeit auch dann untersuchenswert bleibe, wenn dieser Artikel bislang nicht missbraucht worden sei.82 Der Kontroll-Yuan verwendete eine andere Sprache und wies darauf hin, dass das geltende Rechtssystem „in hohem Maße auf Generalklauseln im Gesetz angewiesen“ sei und die „Umwandlung von Normalrecht in Notstandsrecht“ das Risiko einer Ausweitung der Exekutivmacht berge.11 Die Begriffe der Wissenschaftler unterscheiden sich von denen des Kontroll-Yuan, doch sie meinen dieselbe Sache.
Die dritte Regel betrifft die Frage, wie Daten erhoben und wie sie gelöscht werden. Die technologiegestützte Seuchenbekämpfung stand keineswegs ohne Rechtsgrundlage da: Der „elektronische Zaun“ berief sich auf Artikel 48 Absatz 1 des Seuchenbekämpfungsgesetzes – „Die zuständige Behörde kann Personen, die Kontakt zu einem Infektionskranken hatten oder mutmaßlich angesteckt wurden, zur Beobachtung zurückhalten; erforderlichenfalls kann sie auch anordnen, dass diese sich an einen bestimmten Ort begeben zur Untersuchung, Impfung, Medikamentengabe, oder dass in einem bestimmten Gebiet Kontroll- oder Quarantänemaßnahmen durchgeführt werden“ – zusammen mit Artikel 58 Absatz 1 Nummer 4 und Artikel 20 des Gesetzes zum Schutz personenbezogener Daten.83 Diese Vorschriften erwähnen an keiner Stelle Mobilfunknummern oder Standortbestimmung über Funkzellen. Der Streit betrifft die Klarheit der Ermächtigung, nicht das Vorhandensein einer Rechtsgrundlage.
Die Untersuchung des Kontroll-Yuan zum elektronischen Zaun stellte Mängel in vier Bereichen fest – Verfahren, Verwaltungstransparenz, Schutz personenbezogener Daten und Rechtsordnung: Das System wurde Anfang Februar 2020 in Betrieb genommen, das Rundschreiben zum Arbeitsablauf wurde jedoch erst am 8. März offiziell bekannt gegeben, und der Vertrag für die Systemdienstleistungsplattform trat erst am 26. März in Kraft.
Hochrisikogruppen im Bezirk Wanhua wurden bereits ab dem 15. Mai 2021 mit einem Vermerk auf der Krankenversicherungskarte versehen, doch dies wurde erst am 28. Mai, als der Vermerk kurz vor dem Auslaufen stand, auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Die Aufbewahrungsfrist personenbezogener Daten von „höchstens 28 Tagen“ wurde erst vier Monate nach Inbetriebnahme des Systems schriftlich festgelegt, während für Telekommunikationsanbieter eine gesonderte Aufbewahrungsfrist von einem Jahr galt.11
Auch die Regeln des SMS-Kontaktregistrierungssystems wurden erst im laufenden Betrieb festgelegt. Vom Start am 19. Mai 2021 bis zur Abschaltung des Systems am 27. April 2022 wurden laut Angaben der National Communications Commission insgesamt fast 4,8 Milliarden SMS versendet; die Daten wurden am 26. Mai 2022 vollständig gelöscht.84
Chang Yuan-sen (張淵森), Richter am Bezirksgericht Taichung, wies während der Laufzeit dieses Systems darauf hin, dass es bedenklich sei, wenn die Polizei Daten des SMS-Kontaktregistrierungssystems als Grundlage für die Beantragung von Durchsuchungsbefehlen heranziehe: Bürger seien möglicherweise nur zum Kauf lebensnotwendiger Güter gezwungen gewesen, daran teilzunehmen, und die Ermittlung von Straftaten falle nicht in den Ermächtigungsbereich „nur zur Nutzung für die Epidemie-Nachverfolgung“. Das Kommandozentrum erwiderte, die Daten dürften nicht für strafrechtliche Ermittlungen verwendet werden; das Kriminalamt stellte klar, es habe nicht direkt auf die 1922-SMS-Daten des Gesundheitsministeriums zugegriffen, sondern den gesamten SMS-Inhalt gemäß dem Verfahren des Gesetzes zum Schutz und zur Überwachung der Kommunikation erhalten; der Justiz-Yuan erklärte, dies solle im Einzelfall durch Richter beurteilt oder durch präzisere Gesetzgebung eindeutig geregelt werden.85
💡 Wussten Sie schon? Taiwans Kontaktverfolgung setzte auf Standortbestimmung über Funkzellen und SMS-Rückmeldung, während sich zur selben Zeit viele andere Länder für eine dezentrale Bluetooth-Kontaktbenachrichtigung auf dem Smartphone entschieden – wenn sich zwei Telefone annähern, tauschen sie zufällige Codes aus, die auf dem Gerät verbleiben und ohne Standortübertragung auskommen. Die beiden Wege unterscheiden sich stark in ihren Kosten für die Privatsphäre. Warum sich Taiwan für Ersteres entschied, wurde als Architekturentscheidung damals nie öffentlich diskutiert; was eine umfangreiche Aktenlage hinterließ, waren die späteren rechtlichen Auseinandersetzungen, nicht die Wahl des technischen Ansatzes.
Das Kommandozentrum löste sich 2023 Schritt für Schritt selbst auf. Am 20. Februar entfiel die Maskenpflicht in Innenräumen, am 20. März wurde die Meldepflicht für milde Fälle durch eigenverantwortliches Gesundheitsmanagement ersetzt, am 1. Mai wurde COVID-19 von einer meldepflichtigen Krankheit der Kategorie 5 auf Kategorie 4 herabgestuft, und das Kommandozentrum wurde am selben Tag aufgelöst.86 Am 27. April fand die 960. und zugleich letzte Pressekonferenz statt. Innerhalb von drei Jahren wurden 960 Pressekonferenzen abgehalten, 2.199 Pressemitteilungen veröffentlicht und fast siebentausend Anzeigetafeln erstellt; mehr als zwanzigtausend Journalisteneinsätze nahmen daran teil, und zeitweise befanden sich bis zu 220.000 Menschen gleichzeitig in Quarantäne.87
Über die gut drei Jahre hinweg infizierten sich in Taiwan kumuliert mehr als zehn Millionen Menschen. Die kumulierte Todeszahl stimmt zwischen verschiedenen offiziellen Zahlen nicht überein: Kurz vor der Auflösung zitierte die Central News Agency mehr als 19.000 Todesfälle87, während ein Schnappschuss der offenen Datenplattform im September desselben Jahres 10.239.510 kumulierte bestätigte Fälle und 17.668 kumulierte Todesfälle auswies88.
Ein Bericht des PTS-Nachrichtennetzwerks (公視新聞網) vom 27. April 2023: die 960. und letzte Pressekonferenz des Zentralen Epidemie-Kommandozentrums.
Auf der Bühne außerhalb der Insel sah Taiwans Lage ganz anders aus: Zwischen 2009 und 2016 war Taiwan unter dem Namen „Chinesisch Taipeh“ als Beobachter zur Weltgesundheitsversammlung eingeladen worden, seit 2017 erfolgte keine erneute Einladung mehr.
Der damalige Gesundheitsminister Hsueh Jui-yuan (薛瑞元) sagte 2023 in Genf: „Without WHO membership, Taiwan is also unable to provide various surveillance data to the global influenza surveillance and the response system, which could alert the world to the next pandemic. Taiwan is willing and it should also be included in the pandemic accord that is under negotiation.“ (Ohne WHO-Mitgliedschaft kann Taiwan auch keine Überwachungsdaten an das globale Grippeüberwachungs- und Reaktionssystem liefern, das die Welt vor der nächsten Pandemie warnen könnte. Taiwan ist dazu bereit und sollte auch in das derzeit verhandelte Pandemieabkommen einbezogen werden.)89
Am 27. Mai 2025 verabschiedete die 78. Weltgesundheitsversammlung das Pandemieabkommen sowie das System für den Zugang zu Erregern und die Vorteilsaufteilung (PABS); elf diplomatische Verbündete Taiwans brachten den Vorschlag ein, Taiwan als Beobachter zur Teilnahme einzuladen, doch Taiwan wurde weiterhin nicht eingeladen.90
Die Welt hat Taiwans Seuchenbekämpfung in wissenschaftliche Rückblicke aufgenommen. Jener Artikel in der europäischen Fachzeitschrift für öffentliche Gesundheit weist zugleich darauf hin, dass Taiwan landesweite Lockdowns vermied und stattdessen auf gezielte Beschränkungen setzte, aber auch darauf, dass die Verletzlichkeit der älteren Bevölkerung zu höheren Sterbe- und Fallzahlen führte und ein klarer Übergangsplan fehlte.4 In derselben Zeit konnten Taiwans Überwachungsdaten nicht in jenes System einfließen.
Am 4. August 2026 gab die Taiwan-CDC die Zahlen der Vorwoche bekannt: 18.990 Besuche in Notaufnahmen und Ambulanzen wegen COVID-19, ein Anstieg von 74 % gegenüber der Vorwoche, dazu 62 neue schwere lokale Fälle und 3 lokale Todesfälle. CDC-Direktor Lo Yi-chun (羅一鈞) schätzte, der Höhepunkt werde um den 16. August herum liegen, mit möglicherweise bis zu 51.000 Arztbesuchen in jener Woche.91 Die Person, die sieben Jahre zuvor an jenem frühen Morgen in Onlinemeldungen von der mysteriösen Lungenentzündung in Wuhan erfuhr, trug damals den Titel des stellvertretenden Direktors und Sprechers der Taiwan-CDC – heute ist er ihr Direktor. Derselbe Virus, dieselbe Person, sieben Jahre dazwischen.
In jenen achtzehn Monaten hat Taiwan tatsächlich Zeit erkauft. Ob diese Zeit am Ende für jene eingesetzt wurde, die sie am dringendsten brauchten, ist eine andere Frage – die Antwort steht im mittleren Sterbealter geschrieben.
Auch die noch offenen Fäden sind klar erkennbar. Der Betrugsfall um die Tzu-Chi-Spenden wurde am 6. August 2026 angeklagt, ein Urteil steht noch aus. Studien zur Wirksamkeit unter realen Bedingungen nach der Zulassung per Immunbridging lassen sich in der öffentlich zugänglichen Literatur nicht finden. Für die Widerspruchs- und Verwaltungsklagewege nach einem Urteil „kein Zusammenhang“ gibt es keine veröffentlichte Statistik. Für die Lage von Bewohnern der Langzeitpflege, alleinlebenden älteren Menschen und Wanderarbeitern in jenen drei Jahren hat keine einzige Behörde Zahlen hinterlassen. Die kostenlosen Impfungen des Jahres 2026 laufen noch, die Zahl der Ambulanzbesuche steigt weiter. Dieser Stand wurde bis zum 8. August 2026 recherchiert.
Weitere Lektüre
- Taiwans öffentliches Gesundheitswesen und Seuchenbekämpfungssystem — Wie sich aus dem Trauma von SARS ein ganzes System entwickelte, und wie dieses System vor 2020 aussah
- Taiwans Gesundheitsversorgung und die Nationale Krankenversicherung — Jene Krankenversicherungskarte, mit der das Namensregistrierungssystem für Masken innerhalb von zwei Wochen aufgebaut werden konnte, und das dahinterliegende System
- Wanderarbeiter — Der strukturelle Hintergrund des Ausgangsverbots in Miaoli: die Arbeits- und Wohnsituation von 700.000 Menschen in Taiwan
- Audrey Tang — Die Digitalministerin in jener Koordinationskette der Maskenkarte, und das Verhältnis von Civic Tech zur Öffnung staatlicher Daten
- Taiwans Katastrophenmedizinsystem — Der institutionelle Hintergrund zu dedizierten Isolierstationen und überlasteten Notaufnahmen
- Academia Sinica — Die Institution, die in neunzehn Tagen einen monoklonalen Antikörper zur Erkennung des Coronavirus entwickelte, und das System, das diese Geschwindigkeit ermöglichte
Bildquellen
Dieser Artikel verwendet 7 Bilder (1 unter CC0, 6 unter Creative-Commons-Lizenzen), die alle unter public/article-images/society/ zwischengespeichert sind, um Hotlinking zum Quellserver zu vermeiden; außerdem sind 2 Videos vom offiziellen Kanal des PTS-Nachrichtennetzwerks eingebettet. Für beide Videos wurden keine Untertitel erfasst, weshalb der Haupttext keine Aussagen aus den Videos zitiert.
- Die große COVID-19-Impfstation im Expo Dome (Zhengyan-Halle), Taipeh — Photo: 玄史生, 2021-10-27, CC0 1.0 (Hauptbild)
- Schlangestehen vor einer Apotheke in Hsinchu für den Kauf von Masken im Namensregistrierungssystem — Photo: Tbatb, 2020-03-30, CC BY-SA 4.0
- Die MRT-Station Dongmen in Taipeh während der Warnstufe 3 — Photo: 稜光映像_Brian, 2021-05-25, CC BY 3.0
- Straßenschilder vor der Schnelltest-Station Jisui im Bezirk Jhonghe, Neu-Taipeh — Photo: Tsuna Lu (Adsa562), 2021-06-12, CC BY-SA 4.0
- Präsidentin Tsai Ing-wen erhält den inländisch hergestellten Medigen-Impfstoff — Photo: Makoto Lin/Büro des Präsidenten der Republik China, 2021-08-23, CC BY 2.0
- Kostenlose Heim-Schnelltests der nationalen Krankenversicherung für Personen über 65 Jahren — Photo: ThomasYehYeh, 2022-11-07, CC BY-SA 4.0
- QR-Code-Hinweisschild für das SMS-Kontaktregistrierungssystem an einer Ladentür — Photo: IiTheCavalryiI, 2022-05-23, CC BY-SA 4.0
- Videos: PTS-Nachrichtennetzwerk, Bericht 〈校正回歸〉, 22.05.2021; PTS-Nachrichtennetzwerk, Bericht 〈指揮中心終場記者會〉, 27.04.2023 (offizieller YouTube-Kanal)
Quellen
- 白牌車司機病逝為台灣首例死亡(中央社) — Verstorben am 15. Februar 2020, keine Auslandsreisehistorie, Infektionsquelle war ein zuvor beförderter taiwanischer Geschäftsmann als Fahrgast; dies war Taiwans erster Todesfall und zugleich der erste eindeutige Fall lokaler Übertragung in der Gemeinschaft, der in das von der gängigen Erzählung so genannte 18-monatige Fenster „ohne Infektion in der Gemeinschaft“ fällt.↩2
- 2020 年全年疫情統計(NOW 健康彙整) — Im gesamten Jahr 2020 wurden 799 bestätigte Fälle gemeldet (56 lokal, 704 importiert, 36 von der Marine-Ausbildungsflottille, 2 von Flugzeugbesatzungen, 1 ungeklärt) sowie 7 Todesfälle. Eine autoritative Sekundärzusammenstellung; der Wortlaut der Jahresstatistikseite der Taiwan-CDC selbst konnte nicht eingesehen werden.↩2
- 111 年國人死因統計結果(衛生福利部) — Amtliche Primärquelle: Im Jahr 111 (2022) starben 14.667 Menschen an COVID-19; als Todesursache stieg es vom 19. Platz im Jahr 110 (2021) auf den 3. Platz. Die Betroffenen waren überwiegend über 65 Jahre alt (86 %), das mittlere Sterbealter lag bei 82 Jahren, zehn Jahre höher als im Jahr 110.↩2
- Lessons learned from Taiwan's response to the COVID-19 pandemic(European Journal of Public Health) — Von Hsieh, Tsai, Chiang, Weng, Volume 35, Issue 1, S. 153–162, DOI 10.1093/eurpub/ckae185. Enthält wörtlich „Taiwan's early containment measures might have delayed the epidemic curve“ und „Taiwan avoided nationwide lockdowns and relied on targeted restrictions“; derselbe Artikel weist auch darauf hin, dass die Verletzlichkeit der älteren Bevölkerung zu höheren Sterbe- und Fallzahlen führte und ein klarer Übergangsplan fehlte, und verzeichnet für die beiden Höhepunkte 2022 eine wöchentliche Sterblichkeitsrate von bis zu 5,15 pro 100.000 Einwohner.↩2
- 首批 11.7 萬劑 AZ 疫苗抵台(中央社) — Hält wörtlich fest: „Die erste Charge von 117.000 Dosen des Oxford-AZ-Impfstoffs traf am 3. um 10:21 Uhr morgens in Taiwan ein, transportiert von Korean Air (Flug KE691) zum Flughafen Taoyuan.“ Bestätigt im Abgleich mit der offiziellen Bekanntmachung des Gesundheitsministeriums (https://www.mohw.gov.tw/cp-5014-58437-1.html). Die zweite selbst beschaffte AZ-Charge (626.000 Dosen) traf am 7. Juli 2021 ein; am 19. Mai, dem Tag der landesweiten Warnstufe 3, war daher nur jene Charge vom 3. März an selbst beschafftem AZ eingetroffen (siehe [^23]).↩23
- Bevor die Todeswelle einsetzte, hinkte die Impfquote der dritten Dosis bei über 75-Jährigen bereits ihrer ersten und zweiten Dosis hinterher – das ist eine Lücke, die schon vor der Todeswelle messbar war. Ein im Umlauf befindlicher Satz präziser Abdeckungszahlen (1. Dosis 80,4 %, 2. Dosis 73,9 %, 3. Dosis 62,3 %) stimmt inhaltlich nicht mehr mit dem ursprünglichen Link (heho.com.tw/archives/261518) überein und ließ sich durch keine verlässliche Primärquelle stützen, weshalb hier keine genauen Prozentzahlen angegeben werden. Zu einem ähnlichen Zeitpunkt existiert eine weitere Zahl, „61,05 % dritte Dosis bei über 65-Jährigen“ (März 2022); Altersgrundgesamtheit und Zeitpunkt unterscheiden sich, die beiden Zahlen können nicht gegeneinander ausgetauscht werden.↩2
- 我國通報世界衛生組織電郵內容事實陳述之聲明(疾病管制署) — Offizielle Erklärung der Taiwan-CDC; der vollständige Text dieser Erklärung enthält keine konkrete Uhrzeit, auch der Beginn der Einstiegskontrollen wird nicht genannt. „Acht Uhr morgens“ stammt aus einem anderen amtlichen Dokument – dem Portal für zentrale Entscheidungen zur Seuchenbekämpfung (https://covid19.mohw.gov.tw/ch/cp-4822-53399-205.html), wörtlich: „Am frühen Morgen erfuhr die Taiwan-CDC aus dem Internet, dass in Wuhan, China, mindestens sieben Fälle atypischer Lungenentzündung (atypical pneumonia) aufgetreten waren; um acht Uhr morgens bestätigte sie die Seucheninformation beim chinesischen CDC und informierte per E-Mail die Kontaktstelle der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) der Weltgesundheitsorganisation“ – auch diese Seite verzeichnet keine konkrete Uhrzeit für die Einstiegskontrollen. Die englische Fassung derselben Erklärung (https://www.cdc.gov.tw/En/Bulletin/Detail/PAD-lbwDHeN_bLa-viBOuw?typeid=158) enthält eine ausführlichere Wiedergabe des E-Mail-Inhalts. Die Taiwan-CDC hat den vollständigen Originaltext der E-Mail nie veröffentlicht; die Aussage „aus der bereits erfolgten Isolierung und Behandlung der Patienten lasse sich auf die Möglichkeit einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung schließen“ stammt aus einer offiziellen Ergänzung vom April 2020, nicht aus dem Wortlaut des Schreibens vom 31. Dezember selbst. Lo Yi-chun trug damals den Titel des stellvertretenden Direktors und Sprechers der Taiwan-CDC.↩2
- 疾管署宣布成立嚴重特殊傳染性肺炎中央流行疫情指揮中心(衛生福利部) — Offizielle Pressemitteilung vom 20. Januar 2020, Rechtsgrundlage Artikel 17 Absatz 2 des Seuchenbekämpfungsgesetzes. Die Zeitlinie der Einrichtungsstufen (20.01. Stufe 3/Chou Chih-hao, 23.01. Stufe 2/Chen Shih-chung, 27.02. Stufe 1, 16.07.2022 Wechsel des Kommandeurs zu Wang Pi-sheng bei unveränderter Stufe, 01.05.2023 Auflösung) wurde zusätzlich mit der Erläuterung von udn zum Unterschied zwischen den beiden Systemen „Einrichtungsstufe des Kommandozentrums“ und „Epidemie-Warnstufe“ abgeglichen (https://udn.com/news/story/120940/6121459). Der erste bestätigte Fall (21. Januar 2020, eine 55-jährige taiwanische Geschäftsfrau, die aus Wuhan zurückkehrte) ist bei ETtoday Health belegt (https://health.ettoday.net/news/1630646), eine autoritative Sekundärquelle.↩
- 口罩販售實名制 2 月 6 日上路(衛生福利部) — Offizielle Bekanntmachung: Inkrafttreten am 6. Februar 2020 um 9 Uhr morgens; Bürger konnten mit ihrer Krankenversicherungskarte in Vertragsapotheken der Krankenversicherung kaufen, gestaffelt nach gerader oder ungerader Endziffer der Personalausweisnummer.↩
- 口罩地圖背後的團隊(科技新報) — Interview-Reportage, die bestätigt, dass der ursprüngliche Entwickler Wu Zhanwei, Gründer des Tainan-Studios „Howsiang“, war, dass Ende 2019 bei einem Hackathon in Tainan bereits ein Prototyp existierte, dass die g0v-Community gemeinschaftlich beitrug und dass Audrey Tangs Rolle darin bestand, zwischen g0v und der Öffnung staatlicher Daten zu vermitteln. Der Betrag der Google-API-Rechnung ist nur aus der Schlagzeile der Liberty Times wiedergegeben, ohne überprüfbaren wörtlichen Beleg aus erster Hand.↩
- 防疫兼顧人權 監察院促請指揮中心正視電子圍籬隱私權及法制疑慮(監察院) — Pressemitteilung zum amtlichen Untersuchungsbericht, mit wörtlichen Schlussfolgerungen zu vier Aspekten: Im rechtlichen Aspekt „in hohem Maße auf Generalklauseln im Gesetz angewiesen“ und „Umwandlung von Normalrecht in Notstandsrecht“; im Verfahrensaspekt Nichteinhaltung des Prinzips „erst Verfahren, dann Substanz“, Inbetriebnahme bereits 4 Tage nach der Entscheidung, das Rundschreiben zum Arbeitsablauf erst am 8. März bekannt gegeben, der Vertrag für die Systemdienstleistungsplattform erst am 26. März in Kraft getreten; im Aspekt der Verwaltungstransparenz wurden Hochrisikogruppen im Bezirk Wanhua vom 15. bis 29. Mai des Jahres 110 (2021) mit einem Vermerk auf der Krankenversicherungskarte versehen, dies jedoch erst am 28. auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben; im Aspekt des Schutzes personenbezogener Daten wurde die Formulierung „höchstens 28 Tage“ erst in den vier Monate nach Inbetriebnahme veröffentlichten Richtlinien schriftlich festgelegt, während Telekommunikationsanbieter eine einjährige Aufbewahrungsfrist einhalten mussten. Die Inbetriebnahme des elektronischen Zauns lässt sich nur auf „Anfang Februar 2020“ eingrenzen; eine amtliche, auf den Tag genaue Bekanntmachung wurde nicht gefunden.↩23
- 衛生福利部桃園醫院嚴重特殊傳染性肺炎群聚感染事件(維基百科彙整) — Nosokomiale Infektion im Taoyuan-Krankenhaus des Gesundheitsministeriums im Januar 2021, aus der 11 Fälle von Übertragung in der Gemeinschaft hervorgingen – das zweite Gegenbeispiel zur Erzählung „ohne Infektion in der Gemeinschaft“. Eine zusammenfassende Sekundärquelle, verwendet als Ausgangspunkt für die Recherche.↩
- 國籍航空機組員檢疫「3+11」日爭議事件(維基百科) — Wörtliche Zeitlinie der 3+11-Entscheidung: „Am 14. April gab das Zentrale Epidemie-Kommandozentrum bekannt, dass unter der Zusicherung ordnungsgemäßer Kontrolle durch die nationalen Fluggesellschaften die Quarantänemaßnahmen für heimkehrende Besatzungsmitglieder ab dem 15. gelockert würden“, gültig ab dem 15. April, gestaffelt nach Ankunftszeit der jeweiligen Flüge; das Datum der Expertensitzung vom 13. April wurde durch Abgleich der Zeitlinie derselben Seite mit der Klarstellung von Chen Shih-chung auf der Pressekonferenz vom 29. Mai 2021 festgestellt (diese Klarstellung besagte, „Chen Tsung-yen habe nicht an der Sitzung vom 13. April teilgenommen“, wodurch zugleich das Sitzungsdatum selbst bestätigt wurde); „Am 31. Mai erklärte die Taiwan-CDC des Gesundheitsministeriums, die 3+11-Anpassung sei zwischen den Arbeitsgruppen des Zentralen Epidemie-Kommandozentrums abgestimmt worden, doch es sei kein Sitzungsprotokoll erstellt worden“; „Am 12. Juni, nachdem China Airlines dafür kritisiert worden war, seine Besatzungsmitglieder deutlich langsamer zu impfen als andere nationale Fluggesellschaften, gab das Zentrale Epidemie-Kommandozentrum bekannt, dass Ungeimpfte, die Langstreckenflüge durchführten, ab Juli statt des bisherigen ‚3+11‘ nach der Rückkehr nach Taiwan ‚7+7‘ unterlägen“; für Besatzungsmitglieder mit zwei Impfdosen und vollem Schutz wurden die Kontrollen gelockert. Am 24. September legte der Exekutiv-Yuan dem Legislativ-Yuan einen ergänzenden Sonderbericht vor (https://www.ey.gov.tw/File/230C9C0EF2413BBE); diese PDF-Datei ist ein gescanntes Bilddokument, aus dem sich kein Text extrahieren lässt. Mirror Media, 〈再問百次也沒有 3+11 會議紀錄〉 (https://www.mirrormedia.mg/story/20210922edi026), hält die entsprechenden Äußerungen von Chen Shih-chung fest; der Artikel wurde am 22. September veröffentlicht und deckt die übrigen Zeitlinien-Details dieses Abschnitts nicht ab, dient daher nicht als Hauptquelle für die Zeitlinie.↩
- 萬華茶藝館嚴重特殊傳染性肺炎群聚衍生感染事件(維基百科) — Zeitlinie: Der Indexfall (Fall 1424) entwickelte am 23. April 2021 Symptome, am 11. Mai kamen 7 neue lokale Fälle hinzu, am 15. Mai wurde für Taipeh und Neu-Taipeh Stufe 3 ausgerufen. Bis zum 2. Juni 2021 gab es 877 mit Teehäusern verbundene Fälle, 640 Fälle im Bezirk Wanhua und insgesamt 1.772 Fälle mit Aufenthaltshistorie in Wanhua. Zum Hintergrund von Fall 1424 beschreiben mehrere übereinstimmende Berichte eine Frau, die in Wanhua einen Straßenstand betrieb; ihr Bezug zu den Teehäusern beschränkte sich darauf, als „mit Wanhua-Teehäusern verbundener Fall“ eingestuft zu werden – sie war keine Kundin eines Teehauses. Die landesweite Warnstufe 3 vom 19. Mai mit mehreren Verlängerungen und die Herabstufung auf Stufe 2 am 27.07. (gemäß Bekanntmachung der Taiwan-CDC vom 23.07.) sind auch bei der Central News Agency belegt (https://www.cna.com.tw/news/firstnews/202105195009.aspx); das Datum dieses Berichts wurde mit der englischsprachigen Bekanntmachung der Taiwan-CDC abgeglichen und bestätigt, deckt jedoch nur den 19. Mai ab – die übrigen Zeitliniendetails stammen aus der Wikipedia-Zeitlinie.↩
- 三級警戒管制內容逐條(疾病管制署公告,機構轉載版) — Die artikelweise Liste in der Fassung vom 19. Mai 2021, mit der Obergrenze für private Zusammenkünfte ohne beruflichen Charakter von 5 Personen drinnen bzw. 10 Personen draußen (notwendige berufliche Versammlungen ausdrücklich ausgenommen), dem Umfang der Betriebsschließungen, den Vorgaben für Essen zum Mitnehmen in der Gastronomie sowie den Einschränkungen für religiöse Aktivitäten und Schulgelände.↩
- 3 天前發現通報數有異 陳時中曝「校正回歸」始末(中央社) — Bericht von der Pressekonferenz am 22. Mai 2021: An jenem Tag 321 neue lokale Fälle, dazu 400 Fälle als „nachträgliche Korrekturbuchung“ (rückwirkend verteilt auf den 16. bis 21. Mai); technischer Grund war ein Stau bei der lokalen Meldung, mehr als zehntausend Testergebnisse steckten in den lokalen Krankenhäusern fest; das Kommandozentrum reduzierte die Meldefelder von über 20 auf 8 und verarbeitete daraufhin auf einen Schlag über 14.000 Fälle. „Nachträgliche Korrekturbuchung“ war ein an jenem Tag auf der Pressekonferenz neu geschaffener Begriff.↩
- Chen denies 3+11 loophole(Taipei Times) — Englischsprachiger Bericht vom 14. August 2021, der Chen Shih-chungs Aussagen wörtlich wiedergibt: „There was no three-plus-11 loophole“ sowie „A three-month investigation led by the CECC did not find a connection between the air crew cluster and the outbreak in May.“↩
- 監察院指「3+11」決策考量有所本、未對外積極溝通應檢討改進(ETtoday) — Der Bericht vom August 2022, medienseitig zitiert, enthält Formulierungen wie „keine unüberlegte Entscheidung ohne Bewertung“ und „der Pflicht zur ausführlichen öffentlichen Erklärung nicht ausreichend nachgekommen“, und hält fest, dass der Kontroll-Yuan eine Gesetzesänderung empfahl, um festzulegen, ob bei wichtigen Entscheidungen zur Seuchenbekämpfung Sitzungsprotokolle erstellt und veröffentlicht werden müssen. Der vollständige Berichtstext ist nur über mediale Zitate zugänglich, weshalb der Haupttext ihn wiedergebend statt in direkten Anführungszeichen darstellt. Ein PTS-Bericht vom selben Tag (https://news.pts.org.tw/article/596352) bestätigt die Einordnung im Abgleich.↩2
- 萬華茶室的汙名與復原(風傳媒) — Ausführliche Reportage der Journalistin Hsieh Meng-ying, die die mediale und internetweite Jagd auf und Stigmatisierung von Teehaus-Kunden dokumentiert und klarstellt, dass „Cha-toh-á“ sich von Etablissements mit weiblicher Bedienung unterscheidet, dass das Gemeinsame der Besucher Einsamkeit war und die Ausgaben bei 200 NT$ für eine Kanne Tee und 10 NT$ für ein Lied lagen. Die Fallzahlen (877 mit Teehäusern verbundene Fälle, 640 Fälle im Bezirk Wanhua, insgesamt 1.772 Fälle mit Aufenthaltshistorie in Wanhua, Stand 02.06.2021) stammen aus der Wikipedia-Zusammenstellung zu diesem Ereignis; dass die Stadtregierung Taipeh im August 2021 eine Projektgruppe zur Unterstützung der Wiedereröffnung einrichtete, ist bei Newtalk belegt (https://newtalk.tw/news/view/2021-08-05/615765).↩
- COVAX 公布第一批疫苗配送數量、我國亦將獲配(疾病管制署) — Offizielle Bekanntmachung: Im Oktober 2020 wurde die Anzahlung für die Bestellung von 4,76 Millionen Dosen geleistet; die am 3. Februar 2021 bekannt gegebene erste Zuteilung betrug 1.303.200 Dosen, die erste Lieferung von 199.200 Dosen traf am 4. April ein.↩2
- 已向國外採購 2,000 萬劑及預採購國產 1,000 萬劑 COVID-19 疫苗(衛生福利部) — Originaltitel der offiziellen Bekanntmachung von Ende 2020. Die rund 20 Millionen Dosen aus dem Ausland setzten sich zusammen aus 10 Millionen AZ, rund 5,05 Millionen Moderna und rund 4,76 Millionen COVAX; die 10 Millionen Dosen inländischer Produktion entfielen je zur Hälfte auf Medigen und UBI Pharma, Vertragsabschluss am 28. Mai 2021. Dies ist die frühe Fassung aus 2020/Anfang 2021 und darf nicht mit den späteren kumulierten Beschaffungszahlen vermischt werden.↩
- 日本捐贈第三批與我國採購第三、四批疫苗抵臺(指揮中心決策網) — Offizielle Bekanntmachung vom 15. Juli 2021, wörtlich: „Selbst beschaffter AstraZeneca-Impfstoff: 117.000 Dosen am 3. März, 626.000 Dosen am 7. Juli sowie 560.000 Dosen in dieser Charge, insgesamt 1,303 Millionen Dosen geliefert“; „Selbst beschaffter Moderna-Impfstoff: 150.000 Dosen am 28. Mai, 240.000 Dosen am 18. Juni, 410.000 Dosen am 30. Juni sowie 350.000 Dosen in dieser Charge, insgesamt 1,15 Millionen Dosen geliefert.“ Dies ist die primäre Grundlage für die Lücke „15,05 Millionen Dosen im Vertrag gegenüber rund 2,45 Millionen gelieferten Dosen“. Dieselbe Bekanntmachung listet die japanischen Spenden bis zu jenem Datum in drei Chargen mit einer Zwischensumme von 3,34 Millionen Dosen auf (04.06. 1,24 Millionen, 08.07. 1,13 Millionen, 15.07. 970.000).↩2
- 日本贈台疫苗累計超過 420 萬劑(外交部) — Japan spendete in sechs Chargen insgesamt 4,204 Millionen Dosen (04.06. 1,24 Mio., 08.07. 1,13 Mio., 15.07. 970.000, 07.09. 64.000, 25.09. 500.000, 27.10. 300.000) – die weltweit größte Spende an Taiwan. Dass die USA am 20. Juni 2021 2,5 Millionen Dosen Moderna lieferten, ist bei der Taiwan-CDC belegt (https://www.cdc.gov.tw/Bulletin/Detail/k9iJeEl5uPkgkCmCWtGZDg?typeid=9); dass Polen am 5. September 400.000 Dosen lieferte, bei der Central News Agency (https://www.cna.com.tw/news/firstnews/202109050008.aspx); die 30.000 Dosen aus Tschechien und 10.000 Dosen aus der Slowakei sind bei der Central News Agency und im Außenministerium belegt; für die 20.000 Dosen aus Litauen gibt es nur eine Wiedergabe aus zweiter Hand, ein wörtlicher Beleg der Primärquelle wurde nicht gefunden, die Zahl gilt als unsicher.↩2
- 東洋代理疫苗破局 數量價格無法達共識(中央社) — Bericht vom November 2020: Der offiziellen Version zufolge war der Hauptgrund für das Scheitern, dass die Regierung nicht auf ein einzelnes Unternehmen setzen wollte und beide Seiten sich nicht auf Menge und Preis einigen konnten (der anfängliche Beschaffungsumfang der Regierung lag weit unter den Erwartungen des Originalherstellers). Für diese Phase gibt es keinen direkten amtlichen Beleg für einen Zusammenhang mit dem China-Faktor.↩
- 疾管署說明 BNT 談判卡在「我國」改「台灣」(公視新聞網) — Die eigene Darstellung der Taiwan-CDC: Als die Verhandlungen im Dezember 2020 in die letzte Phase vor der Vertragsunterzeichnung gelangten, verlangte BNT, die Formulierung „unser Land“ aus der chinesischsprachigen Pressemitteilung zu streichen; das Gesundheitsministerium ersetzte sie am nächsten Tag durch „Taiwan“ und verschickte die Mitteilung, woraufhin die Verhandlungen im Sande verliefen. Die offizielle Darstellung nennt in diesem Zusammenhang nicht, ob chinesischer Druck dahintersteckte.↩
- 陳時中稱 BNT 採購因「外部干預」生變、BNT 發表聲明(中央社) — Bericht vom 18. Februar 2021, enthält Chen Shih-chungs Formulierung „externe Einmischung“ sowie die offizielle Erklärung von BioNTech wörtlich: „BioNTech setzt sich dafür ein, weltweit zur Beendigung der Pandemie beizutragen. Unsere Absicht, Taiwan mit Impfstoffen zu versorgen, ist Teil dieses globalen Engagements. Die entsprechenden Gespräche laufen noch, und BioNTech wird dazu weitere Informationen bekannt geben.“↩
- 復星稱 BNT 台灣代理權在其手上(中央社) — Äußerung auf der Aktionärsversammlung von Shanghai Fosun Pharma: Das Unternehmen beanspruchte die exklusiven Vertriebsrechte für Groß-China (einschließlich Taiwan), sowohl staatliche als auch private Beschaffung müsse über Fosun laufen; die Position des Gesundheitsministeriums war, den Hersteller aufzufordern, formell einen Einfuhrantrag zu stellen. Der Umfang von Fosuns Vertriebsvertrag ließ sich nicht anhand des Originalvertrags des Herstellers überprüfen; es handelt sich um eine einseitige geschäftliche Behauptung.↩
- Taiwan says China blocked deal with BioNTech(Inquirer 轉載 Reuters/CNA) — Hält fest, dass die taiwanische Regierung erstmals öffentlich und direkt China beschuldigte, das Geschäft mit BioNTech behindert zu haben, sowie: „China has denied trying to block vaccines for Taiwan and has offered to provide them itself.“ Die Entwicklung der offiziellen Position von der vagen Formulierung „externe Einmischung“ zur direkten Anschuldigung ist ein nachprüfbarer Vorgang.↩
- 慈濟採購 BNT 疫苗申請時序(文化部國家文化記憶庫) — Tzu Chi-Geschäftsführer Yen Po-wen reichte am 23. Juni 2021 in Begleitung eines Anwalts beim TFDA den Antrag auf Noteinfuhr ein und bestätigte am 2. Juli die Beschaffung von 5 Millionen Dosen. Dass TSMC am 10. Juni den Antrag stellte, Foxconns Yonglin-Stiftung am 12. Juni den Vertragsabschluss bekannt gab und Tsai Ing-wen am 18. Juni mit Mark Liu und Terry Gou zusammentraf, um Einigkeit über „Herstellung beim Originalwerk, Verpackung beim Originalwerk, Direktlieferung nach Taiwan“ zu erzielen, ist im Entscheidungsportal des Kommandozentrums belegt (https://covid19.mohw.gov.tw/ch/cp-4822-63493-205.html); dass Tung Tzu-hsien persönlich 500 Millionen NT$ spendete, ist bei Business Next belegt (https://www.bnext.com.tw/article/63441/covid-19-vaccine-tsmc-foxconn), das genaue Spendendatum konnte nicht ermittelt werden.↩
- 三方捐贈 BNT 疫苗實際到貨 1,520.76 萬劑(udn 元氣網) — TSMC, Foxconns Yonglin-Stiftung und die Tzu-Chi-Stiftung bestellten je 5 Millionen Dosen, zusammen 15 Millionen Dosen im Vertrag; tatsächlich geliefert wurden 15,2076 Millionen Dosen (207.600 mehr als vereinbart), die erste Charge von 932.400 Dosen traf am 2. September 2021 ein, die letzte von 918.400 Dosen am 27. Januar 2022. Nach der Ankunft übernahm das Kommandozentrum die einheitliche Verteilung.↩
- 公文「保存年限」30 年並非解密年限(衛生福利部) — Offizielle Klarstellung wörtlich: „Die längste ‚Aufbewahrungsfrist‘ amtlicher Dokumente wurde auf 30 Jahre festgelegt; sie dürfen vor Ablauf von 30 Jahren nicht vernichtet werden – das ist keine Frist für die Freigabe zur Einsicht.“ Dies ist eine Aufbewahrungsvorschrift nach dem Archivgesetz, eine andere Sache als die vertragliche Geschäftsgeheimhaltungsfrist.↩
- 薛瑞元說明各廠牌疫苗合約保密期限(自由時報) — Der damalige Gesundheitsminister Hsueh Jui-yuan sagte im Legislativ-Yuan wörtlich: „Bei AZ und Medigen sind es beide 5 Jahre, BNT verlangt 10 Jahre Geheimhaltung, und Moderna stimmt einer Freigabe nicht zu – für immer nicht.“↩
- 莊人祥說明諾華 H1N1 合約保密 7 年(中央社) — CDC-Direktor Chuang Jen-hsiang sagte wörtlich: „der im Oktober 2009 unterzeichnete Beschaffungsvertrag für den H1N1-Grippeimpfstoff von Novartis“, „die Geheimhaltungsklausel des Novartis-Vertrags gilt für 7 Jahre“. Dies bestätigt, dass die verbreitete Behauptung „Novavax sei 7 Jahre geheim“ auf einer Namensverwechslung beruht – Taiwan hat nie direkt mit dem Hersteller Novavax einen Vertrag geschlossen, sondern die Dosen über COVAX erhalten (siehe die Bekanntmachung der Taiwan-CDC zur ersten Novavax-Lieferung, https://www.cdc.gov.tw/Bulletin/Detail/AuE4SwGevmumTCopn150NA?typeid=9).↩
- 高端疫苗合約提前公開(中央社) — Bericht vom 16. Januar 2024: Chuang Jen-hsiang sagte wörtlich, „die ursprünglich vereinbarte Geheimhaltungsfrist reichte bis fünf Jahre nach dem Datum der Vertragsunterzeichnung; heute haben beide Seiten der vorzeitigen Offenlegung zugestimmt“, und bestätigte, dass die Beschaffungsverträge der Taiwan-CDC mit Medigen und UBI Pharma beide am 28. Mai 2021 unterzeichnet wurden.↩2
- 調查局偵破律師陳○瑄等人藉採購新冠疫苗詐騙慈濟基金會 10 億餘元(法務部調查局) — Primärquelle: Pressemitteilung vom 6. August 2026, die wortgetreu die Anschuldigungen gegen die Angeklagten festhält: „Rechtsanwalt Chen ○-Hsuan und der Impfstoffvermittler Li ○-Ju … gaben wahrheitswidrig an, Li ○-Ju sei ein Großaktionär der Shanghai Fosun Pharma“ (der Haupttext verwendet die neutralere Formulierung „gab sich selbst aus als“, da gegen die Angeklagten noch kein rechtskräftiges Urteil vorliegt), die Vermittler-Masche „sowohl Foxconn als auch TSMC hätten über Herrn Li bei der Impfstoffbeschaffung geholfen“, der Schaden in Höhe von NT$ 1.061.981.295, die beschlagnahmten 158 Kilogramm 800,125 Gramm Gold (Marktwert NT$ 659.179.319) sowie Bargeld in Höhe von NT$ 93.081.100; zuständige Staatsanwälte: Huang Yu-feng, Lin Ssu-chia, Weng Chia-lung. Die Pressemitteilung führt Rechtsanwalt Chen ○-Hsuan und den Impfstoffvermittler Li ○-Ju gleichrangig als zwei Angeklagte auf, ohne anzugeben, wer der Hauptverdächtige ist. Die Zahl von 17 Angeklagten stammt von der Central News Agency und der Taipei Times; den beantragten Einziehungsbetrag gibt die englische Ausgabe der Taipei Times mit „More than NT$1.12 billion“ an, was nicht vollständig mit der Gesamtspendensumme von gut 1,06 Milliarden NT$ übereinstimmt (https://focustaiwan.tw/society/202608060007). Die Erklärung der Tzu-Chi-Stiftung vom 6. August 2026 findet sich auf deren globaler Website (https://www.tcnews.com.tw/column/item/30250.html); es handelt sich um eine einseitige Darstellung, die gerichtlich nicht bestätigt wurde.↩
- 藥事法第 48 條之 2(全國法規資料庫) — Wörtlicher Text der Primärquelle des Gesetzesartikels. Absatz 1 regelt zwei Fälle der Sonderzulassung für Herstellung oder Einfuhr; Absatz 2 regelt drei Fälle des Widerrufs der Zulassung, darunter Nummer 2: „das dringende oder die öffentliche Gesundheit erheblich beeinträchtigende Ereignis ist beendet“, wobei der Antragsteller angewiesen werden kann, ungenutzte Arzneimittel innerhalb einer Frist zu entsorgen oder zurückzurufen. Dies ist das rechtliche Instrument, auf dessen Grundlage Taiwan Medigen zuließ, eine andere Rechtsstufe als eine reguläre Arzneimittelzulassung, und zugleich die Rechtsgrundlage für die spätere Kontroverse um den Umgang mit abgelaufenen Dosen.↩
- 新冠肺炎(COVID-19)疫苗專家審查會議會議紀錄,110 年 8 月 15 日(食品藥物管理署) — Primäres amtliches PDF-Dokument, vollständige 15 Seiten; Sitzungsort war der Sitzungsraum F327 im dritten Stock von Gebäude F des National Biotechnology Research Park. Das Protokoll hält wörtlich fest, dass für UBI Pharma derselbe, „von der Expertensitzung vom 28. Mai des Jahres 110 (2021) festgelegte“ Maßstab galt – die gemeinsame Grundlage für die beiden Aussagen im Haupttext, „der Maßstab wurde am 28. Mai festgelegt“ und „derselbe Maßstab“. Die drei zitierten wörtlichen Passagen (der vollständige Sitzungsbeschluss, die Stellungnahme von Experte P zur Serokonversionsrate von nur 89 % bei über 65-jährigen Probanden, und die Stellungnahme von Experte T zu „die Verwendung der Immunogenität (neutralisierende Antikörper) als Surrogat-Wirksamkeitsindikator wird international zunehmend diskutiert“) stammen alle aus diesem Dokument (die Klammern im Original sind Halbbreite-Zeichen, hier gemäß chinesischer Interpunktionsnorm in Vollbreite-Zeichen umgesetzt, der Wortlaut wurde nicht verändert). 22 Anwesende, der Vorsitzende stimmte nicht mit ab, 4 Stimmen für Nachreichung mit erneuter Beratung, 17 dagegen. Die von TechNews (https://technews.tw/2021/08/16/ub-612-eua-no/) wiedergegebene offizielle Begründung stimmt fast wörtlich mit dem PDF-Beschlusstext überein.↩234
- 食藥署訂定國產 COVID-19 疫苗療效評估基準(衛生福利部) — Offizielle Pressemitteilung mit Erstellungsdatum vom 10. Juni des Jahres 110 (2021), enthält: „Der beigefügte klinische Studienbericht muss mindestens 3.000 mit dem Prüfimpfstoff geimpfte Probanden umfassen, die nach der letzten Impfdosis mindestens 1 Monat lang nachbeobachtet wurden.“ Die beiden Immunbridging-Indikatoren (untere Grenze des 95-%-Konfidenzintervalls für das Verhältnis der geometrischen Mittelwerte neutralisierender Antikörper ≥ 0,67-Faches der AZ-Kontrollgruppe, untere Grenze des 95-%-Konfidenzintervalls der Serokonversionsrate ≥ 50 %) werden durch die Zusammenfassung eines PubMed-Artikels ergänzt (siehe [^40]).↩
- An Immunobridging Study to Evaluate the Neutralizing Antibody Titer in Adults Immunized with Two Doses of Either ChAdOx1-nCov-19 or MVC-COV1901(PubMed) — Veröffentlicht in Vaccines (Basel) am 21. April 2022, Band 10, Heft 5, S. 655. Per-Protocol-Immunogenitäts-Teilgruppe der Medigen-Gruppe n=903, externe AZ-Kontrollgruppe n=200; untere Grenze des 95-%-Konfidenzintervalls des GMT-Verhältnisses 3,4, untere Grenze des 95-%-Konfidenzintervalls der Serokonversionsrate 95,5 %. Stimmt vollständig mit den Zahlen der ausführlichen Reportage von The Reporter überein (https://www.twreporter.org/a/covid-19-medigen-vaccines-eua).↩2
- 高端 EUA 會議記錄公開 多位專家質疑對 Delta 保護力(自由時報) — Hält wörtlich fest: „An der Prüfungssitzung nahmen insgesamt 21 Experten teil, der Vorsitzende stimmte nicht mit ab, 3 Stimmen für Zulassung, 15 für bedingte Zulassung, 1 für Nachreichung mit erneuter Beratung, 1 dagegen.“ GeneOnline News (https://geneonline.news/eua-medigen-vaccine/) stimmt mit den Zahlen des Wikipedia-Eintrags überein, was einen Dreifachabgleich der Quellen ergibt. Der 18. Juli war der Sitzungstag, der 19. Juli der Tag der Zulassung – zwei unterschiedliche Ereignisse; die Seite des Gesundheitsministeriums (https://www.mohw.gov.tw/cp-16-62468-1.html) bestätigt das Sitzungsdatum. Das offizielle PDF des Medigen-Sitzungsprotokolls wird auf der Website des TFDA nur als dynamische Seite bereitgestellt und konnte nicht direkt eingesehen werden; die Stimmenzahlen gelten daher als autoritative Sekundärquelle.↩
- ICMRA COVID-19 workshop, 24 June 2021(International Coalition of Medicines Regulatory Authorities) — Primäre amtliche Seite, enthält wörtlich: „Immunogenicity bridging studies may be needed if an assessment of effectiveness of 2nd generation COVID-19 vaccines in clinical endpoint efficacy studies are no longer feasible.“ Der Workshop wurde gemeinsam von Yasuhiro Fujiwara von Japans PMDA und June Raine von Großbritanniens MHRA geleitet; teilnehmende Institutionen waren unter anderem FDA, EMA und die COVAX Regulatory Advisory Group. Taiwan legte seine Kriterien (10.06.2021) bereits vor diesem Workshop fest.↩
- Access Consortium alignment with ICMRA consensus on immunobridging(Swissmedic) — Primärquelle von der offiziellen Website der Schweizer Arzneimittelbehörde, Erklärung vom 15. September 2021 wörtlich: „Access Consortium members agree that well-justified and appropriately designed immunobridging studies are an acceptable approach for authorizing COVID-19 vaccines.“ Zu den bekannten Mitgliedern des Access Consortium zählen Australiens TGA, Kanadas Health Canada, Singapurs HSA, die Schweizer Swissmedic und Großbritanniens MHRA.↩
- 中研院院士陳培哲證實 5 月已請辭國產疫苗審查委員(自由時報) — Enthält wörtlich: „Die größte Schwierigkeit bei der Prüfung ist Präsidentin Tsai selbst – sie hat bereits angekündigt, Ende Juli den inländischen Impfstoff zu erhalten. Kann das TFDA unter diesen Umständen dem Druck des Präsidentenbüros standhalten? Das ist eine ganz einfache Logik.“ „Der Prüfungsausschuss steht vor vielen Schwierigkeiten und kann seine Unabhängigkeit und Fachlichkeit nicht mehr aufrechterhalten.“ „Ich bereue es nicht, die Wahrheit gesagt zu haben.“ Ein Bericht der Central News Agency vom selben Tag (https://www.cna.com.tw/news/aipl/202106070355.aspx) stimmt wörtlich überein. Als genaues Rücktrittsdatum ließ sich nur „Ende Mai“ ermitteln. Chen Pei-jers Fachgebiet sind Virologie und Hepatitis-Forschung.↩
- 騙人的高端第三期臨床試驗(風傳媒,林進嘉投書) — Der Kommentar des Arztes Lin Chin-chia enthält wörtlich: „Medigens ‚Immunbridging‘-Methode vergleicht lediglich die neutralisierenden Antikörpertiter der Medigen- und der AZ-Impfstoffgruppe gegenüber dem lebenden Virus des ‚Wildtyp-Stamms‘ – das ist nur ‚hinter verschlossenen Türen basteln‘ im Labor“, „Phase 2 bleibt Phase 2, es fehlt die wichtigste klinische Schutzwirkung“, und verweist auf den Fall des deutschen Unternehmens CureVac, dessen Phase-3-Studie mit 40.000 Teilnehmern nur eine Schutzwirkung von 47 % ergab, um zu zeigen, dass gute Immunogenität nicht gleichbedeutend mit hoher Schutzwirkung ist. Es handelt sich um eine einseitige Meinungsäußerung mit fachlichem Hintergrund, kein Peer-Review.↩
- 張鴻仁:免疫橋接勢必成為疫苗的新三期臨床試驗(中央社) — Bericht vom 17. Juli 2021, der frühere stellvertretende Direktor der Gesundheitsbehörde Chang Hung-jen sagte wörtlich: „Die goldene Ära der Phase-3-Studien für COVID-19-Impfstoffe ist vorbei; die Wirksamkeit von Impfstoffen der neuen Generation mittels traditioneller klinischer Studien zu prüfen, wird zunehmend unmöglich – Immunbridging wird zwangsläufig zur ‚neuen Phase-3-Studie‘ für Impfstoffe.“↩
- 高端疫苗巴拉圭三期試驗與 DINAVISA 核准(中央社) — Medigen führte in Zusammenarbeit mit der medizinischen Fakultät der Universidad Nacional de Asunción in Paraguay eine Phase-3-Studie durch, ebenfalls mit Immunbridging-Design; die Zwischenanalyse 2022 ergab einen neutralisierenden Antikörpertiter, der das 3,7-Fache der AZ-Kontrollgruppe erreichte, und Paraguays Arzneimittelbehörde DINAVISA erteilte am 14. Februar 2022 die EUA. Die Stichprobe umfasste etwa 1.000 Personen, weit kleiner als der typische Umfang von einigen Zehntausend bei Phase-3-Studien für COVID-Impfstoffe – dies ist einer der zentralen Kritikpunkte.↩
- 高端疫苗使用與過期銷毀(聯合報系報導彙整) — Das Kommandozentrum beschaffte 5 Millionen Dosen Medigen, tatsächlich verwendet wurden rund 3,4 Millionen, etwa 1,6 bis 1,7 Millionen wurden wegen Ablaufs vernichtet. Die Vernichtungszahlen unterscheiden sich zwischen den Berichten leicht und wurden nicht durch eine wörtliche amtliche Erstquelle bestätigt, weshalb der Haupttext eine ungefähre Zahl verwendet.↩
- 高端腸病毒 71 型疫苗取得越南上市許可(財經媒體彙整) — Im März 2026 wurde die Marktzulassung in Vietnam erteilt, die erste Lieferung ist bereits in Vietnam eingetroffen; gleichzeitig treibt das Unternehmen die Entwicklung eines multivalenten Enterovirus-Impfstoffs der zweiten Generation voran. Die Formulierungen der Wirtschaftsmedien deuten darauf hin, dass sich das Unternehmen noch in der entscheidenden Phase des Wandels von Verlust zu Gewinn befindet.↩
- 快篩陽性即確診之確診定義修訂(疾病管制署) — Offizielle Bekanntmachung: Die erste Phase trat am 12. Mai 2022 in Kraft (für Personen in häuslicher Isolation und Quarantäne galt ein positiver Schnelltest plus Bestätigung durch medizinisches Fachpersonal als bestätigter Fall), die zweite Phase am 26. Mai (Ausweitung auf alle Personen, siehe https://www.cdc.gov.tw/Bulletin/Detail/OOmMjOKDtJhCzUZ1urpOfg?typeid=9). Der Nenner der Falldefinition wurde zwischenzeitlich geändert, was die Vergleichbarkeit späterer internationaler Vergleiche beeinflusst.↩
- 2022 年新型冠狀病毒疫情流行病學簡要分析(疾病管制署) — Offizieller Originalartikel, der bestätigt, dass der höchste Tageswert bestätigter Fälle bei den am 27. Mai 2022 von der Taiwan-CDC bekannt gegebenen und einen neuen Höchststand markierenden 94.808 Fällen lag; am folgenden Tag (28. Mai) betrug der tatsächliche Zuwachs 80.835 Fälle, weniger als am Vortag. Der in mehreren Berichten erwähnte „Höhepunkt Mitte Juni“ war eine Prognose von Ende April – der tatsächliche Höhepunkt trat früher ein.↩
- 疫情新名詞?府院拋出「新台灣模式」(TVBS) — Das „Neue Taiwan-Modell“ wurde von Premierminister Su Tseng-chang im April 2022 vorgestellt; Präsidentin Tsai Ing-wen gab bei einer Strategiesitzung zur Seuchenbekämpfung eine weitere Erläuterung ab, die offiziellen Ziele wurden als „null Todesfälle, milderer Krankheitsverlauf, gleichzeitige Aufrechterhaltung des normalen Wirtschaftslebens“ definiert. Der vollständige Wortlaut der Erklärung wurde nicht veröffentlicht; mehrere Berichte geben nur die gemeinsame offizielle Formulierung wieder.↩
- 自 10 月 13 日起入境人員免除居家檢疫、改須 7 天自主防疫(疾病管制署) — Offizielle Bekanntmachung: Der Einreisetag gilt als Tag 0, die häusliche Quarantäne entfällt, ebenso die elektronische Überwachung und der Vermerk auf der Krankenversicherungskarte; die wöchentliche Gesamtzahl der Einreisenden liegt grundsätzlich bei 150.000 Personen.↩
- COVID-19 疫苗採購及接種相關經費執行情形(立法院) — Bis Ende August des Jahres 111 (2022) waren für die Beschaffung und Verabreichung von COVID-19-Impfstoffen 43,375 Milliarden NT$ verausgabt worden, kumuliert 68,41 Millionen Dosen beschafft, darunter 4,76 Millionen von COVAX, 10 Millionen AZ, 41,05 Millionen Moderna, 7,6 Millionen BNT und 5 Millionen Medigen. Dies ist die kumulierte Fassung von 2022, eine andere Phase als die ursprüngliche Planung von „30 Millionen Dosen“ Anfang 2020.↩
- 疫情 3 年了,你好嗎?──7 大關鍵數據(報導者) — Ausführliche investigative Reportage mit Daten wie 14.699 gemeldeten lokalen Todesfällen 2022, der Aussage, Todesfälle hätten sich „fast vollständig auf die Bevölkerung über 70 Jahre konzentriert, die etwa 77 % ausmachte“, der Rate vollständig mit drei Dosen Geimpfter sowie der Impfquote der dritten Dosis bei über 65-Jährigen; die Umrechnung von Chan Chang-chuan, Professor an der School of Public Health der National Taiwan University, für Mai bis Dezember 2022 (im Schnitt mindestens 25 Neuinfektionen pro Minute, im Schnitt 5 Todesfälle alle 2 Stunden) sowie seine Schätzung von „rund 6.000 Übersterbefällen durch COVID-19“, deren Berechnung darin bestand, von den insgesamt 23.498 zusätzlichen Todesfällen jenes Jahres die 14.699 COVID-19-Todesfälle sowie die jährliche natürliche Alterungssterblichkeit von etwa 1.000 bis 2.000 abzuziehen. Die in diesem Artikel verwendete Zählweise der Todeszahlen (gemeldete lokale Todesfälle) unterscheidet sich von der Todesursachenstatistik des Gesundheitsministeriums, und auch der Schwellenwert (70 Jahre) unterscheidet sich von dem der Todesursachenstatistik (65 Jahre); beide dürfen nicht vermischt werden.↩2
- 2022 年總死亡人數首破 20 萬(工商時報) — Unter Berufung auf die Haushaltsregisterstatistik des Innenministeriums: 2022 starben insgesamt 207.230 Menschen, 23.498 mehr als die 183.732 im Jahr 2021 – der erste Fall seit Beginn der 46-jährigen Statistik des Innenministeriums, dass die Marke von 200.000 überschritten wurde.↩
- 台灣 COVID-19 疫情流行期間之超額死亡估計(《台灣公共衛生雜誌》2024;43(2)) — Autoren: Chang-Xi Kung, Li-Lin Liang (korrespondierende Autorin), Tsung Hsueh Lu. Methode: Erhebung der monatlichen Sterbezahlen aller Landkreise und Städte von 2010 bis 2019, analysiert mittels quasi-Poisson-Regression unter Berücksichtigung von Monatseffekten, Bevölkerungsalterung und Gesamtbevölkerung. Ergebnis: 2020 keine Übersterblichkeit in den einzelnen Landkreisen und Städten, 2021 landesweit keine Übersterblichkeit (mit Ausnahme von Taipeh und Neu-Taipeh während der Warnstufe 3), nach Mai 2022 landesweite Übersterblichkeit von 20.702 Personen, wovon 29,9 % indirekte (nicht COVID-19-bedingte) Übersterblichkeit waren. Diese Zahl wird häufig fälschlich Chan Chang-chuan zugeschrieben; ein Abgleich der romanisierten Namen bestätigt, dass er nicht als Autor dieser Studie geführt wird.↩
- 「超額死亡」統計揭露:2022 年台灣多死了多少人?(Heho 健康) — Hsueh Cheng-tai, außerplanmäßiger Professor am Institut für nationale Entwicklung der National Taiwan University, sagte wörtlich: „Nach Abzug der jährlich konstanten alternden Bevölkerung schätze ich rund 27.500 Fälle von Übersterblichkeit, davon 14.000 Todesfälle durch COVID-19 in jenem Jahr; die verbleibenden 13.500 sind vor allem nicht amtlich erfasste Todesfälle oder solche, die durch Verdrängungseffekte in der medizinischen Versorgung verursacht wurden.“ Die ursprünglich in Hsueh Cheng-tais Kolumne im Meinungsforum der United Daily News veröffentlichte Fassung (udn.com/news/story/7340/6411176) stimmt inhaltlich nicht mehr mit dieser Zahl überein, weshalb hier dieser wortgetreu wiedergebende Medienbericht zitiert wird, eine Sekundärquelle. Der Autor hat einen soziologisch-demografischen Hintergrund; die Berechnung bestand darin, rohe Sterbezahlen zu vergleichen und subjektiv eine feste alternde Bevölkerungszahl abzuziehen, ohne eine genaue Formel anzugeben – es handelt sich um eine zeitgenössische kommentierende Schätzung, keine Peer-Review-Studie.↩
- 台灣近四年平均年超額死亡率約 3.3%(工商時報) — Das Team von Chen Yi-hua, Dekanin der School of Public Health an der Taipei Medical University, stellte dies 2024 beim Gipfeltreffen für öffentliche Gesundheit vor; die Methode schätzte anhand des Sterbetrends der vorangegangenen 10 Jahre (2010–2019). Jahresweise aufgeschlüsselt: in den beiden Jahren vor der Pandemie 4,85 % unter dem Erwartungswert, 2022 ein Anstieg um 10,77 %, 2023 ein Anstieg um 7,2 %. Ein ETtoday-Bericht (https://health.ettoday.net/news/2732317) bestätigt, dass Chen Yi-hua die Federführung hatte, mit außerordentlicher Professor Kao Chih-wen und Vizedekanin Pai Chi-hui als Hauptsprechern. Die 3,3 % sind ein Vierjahresdurchschnitt und liegen auf einer anderen Skala als die Jahreszahlen. Die Originalstudie oder der vollständige Forschungsbericht ließ sich im offen zugänglichen Internet nicht finden, weshalb methodische Details (ob die Bevölkerungsalterung angepasst wurde, ob indirekte Todesfälle einbezogen sind) nicht überprüft werden konnten.↩
- Taiwan's COVID-19 mortality rate sixth lowest among OECD nations(Taipei Times) — Bericht vom 21. Februar 2023, unter Berufung auf Daten des Kommandozentrums vom 18. Februar: Taiwans kumulierte Sterblichkeitsrate lag bei 742,2 pro Million Einwohner und damit im Vergleich der 38 OECD-Länder plus Taiwan und Singapur an sechstniedrigster Stelle; die Letalitätsrate betrug 0,18 % und war damit nur höher als in Australien, Neuseeland, Südkorea, Island und Singapur.↩
- 王必勝:台灣超額死亡率全球第三低(自由時報) — Äußerung von Kommandeur Wang Pi-sheng im Oktober 2022. Im Vergleich zur Aussage des Kommandozentrums vom Februar 2023, Taiwan liege „unter 38 OECD-Ländern plus Taiwan und Singapur an sechstniedrigster Stelle“ (siehe [^3]), unterscheidet sich der Ländervergleichsrahmen; beide Male handelte es sich um offizielle Verlautbarungen. Das Kommandozentrum veröffentlichte außerdem am 24. September 2022 einen Dreiländervergleich (Taiwans Letalitätsrate 0,17 %, 457,3 Todesfälle pro Million Einwohner), siehe die Klarstellung des Gesundheitsministeriums https://www.mohw.gov.tw/cp-5272-71714-1.html.↩
- 疫苗受害救濟的三層落差(報導者) — Ausführliche investigative Reportage. Enthält das wörtliche Zitat des Betroffenen Chen Shih-chin (51 Jahre, Herzinfarkt nach AZ-Impfung): „Während des gesamten Prüfungsverfahrens wurde ich kein einziges Mal konsultiert, und meine Krankenakte ist sehr unkompliziert – wie kann man allein aufgrund meiner Gesundheitscheck-Daten feststellen, dass die Impfung nichts mit meinem Herzinfarkt zu tun hat?“; das wörtliche „Reservoir“-Gleichnis von Lin Hsin-jou, außerordentlicher Professorin an der Chang Gung University und Mitglied des Prüfungsausschusses; sowie die Erläuterung von Liu Hung-en, außerordentlichem Professor der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der National Chengchi University, zur systemischen Einordnung als „Entschädigung, nicht Schadensersatz“.↩2
- 現行預防接種受害救濟制度如何因應 COVID-19 疫苗不良反應案件數劇增(衛生福利部致立法院書面報告) — Amtliches PDF-Primärdokument; die Datei liegt in einem komprimierten Binärstromformat vor, aus dem sich der Originaltext nicht extrahieren lässt, weshalb der Haupttext ihn wiedergebend statt in direkten Anführungszeichen darstellt. Der Inhalt umfasst: Gemäß Artikel 6 der Verordnung über die Erhebung und Prüfung des Entschädigungsfonds für Impfschäden müssen Antragsteller lediglich einen Antrag einreichen, ohne eine zusätzliche Beweislast zu tragen; die Feststellung der Kausalität orientiert sich hauptsächlich an den 2018 aktualisierten „Leitlinien zur Kausalitätsbewertung unerwünschter Ereignisse nach Impfungen“ der WHO; zudem werden bis zum 10. Dezember des Jahres 110 (2021) kumuliert 2.776 Anträge verzeichnet (auch diese kumulierte Zahl konnte nicht wörtlich überprüft werden).↩
- Comparison of vaccine injury compensation programs in Korea, Japan and Taiwan(Osong Public Health and Research Perspectives) — Weist wörtlich darauf hin, dass sich Taiwans Finanzierungsmechanismus von dem Japans und Südkoreas unterscheidet („Korea and Japan fund compensation through the national treasury, while Taiwan uses a fund generated by premiums collected on vaccines“, in Taiwan eine Abgabe von 1,5 NT$ pro Dosis); der Originaltext stellt Japan und Taiwan nebeneinander als „Japan and Taiwan employ relatively lenient standards“, während das Wort „relaxed“ im Original in einem anderen Satz zur Beschreibung des COVID-19-spezifischen Standards Südkoreas erscheint, nicht auf Taiwan bezogen. Taiwans System verfährt so: „Awards compensation when causality is 'associated' or 'indeterminate'“ – eine Entschädigung wird sowohl bei der Feststellung „Zusammenhang“ als auch „nicht feststellbar“ gezahlt. Ein weiterer Aufsatz, der die Bewilligungsraten in 14 Ländern vergleicht (ScienceDirect S0264410X25001276), war bei zwei Zugriffsversuchen jeweils nicht erreichbar; der darin enthaltene Prozentsatz für Taiwans Bewilligungsrate existiert nur in der Suchzusammenfassung.↩2
- 疫苗救濟審議完成 351 件的分布(報導者) — Stichtag 17. Februar 2022: kumuliert 4.485 Anträge, 351 Prüfungen abgeschlossen, davon 47 mit Entschädigung (18 mit festgestelltem Zusammenhang, 29 mit nicht feststellbarem Zusammenhang), 304 mit der Feststellung „kein Zusammenhang“ (39 davon erhielten zusätzlich medizinische oder Bestattungsbeihilfen); knapp 87 % wurden als „kein Zusammenhang“ eingestuft, die Abschlussquote lag bei unter 8 % der Anträge. Derselbe Artikel verzeichnet zudem, dass mehr als 15 Millionen Dosen AZ verabreicht wurden, 37 Fälle insgesamt als „Zusammenhang“ oder „nicht feststellbar“ eingestuft wurden und die Gesamtentschädigung rund 10,59 Millionen NT$ betrug. Die bislang höchste Einzelentschädigung von 6 Millionen NT$ (eine 47-jährige Frau mit Kleinhirnblutung, zerebraler Venenthrombose und schwerer Thrombozytopenie nach AZ-Impfung) ist bei Heho 健康 belegt (https://heho.com.tw/archives/249277).↩2
- 從證據法角度討論 COVID-19 疫苗傷害因果關係之證據種類與證據力爭議(華藝/《醫藥、科技與法律》) — Bis zum 8. Juni 2023 waren 2.689 Prüfungen der Impfschadenentschädigung für COVID-19-Impfstoffe abgeschlossen, davon 303 (11,26 %) mit Entschädigung und 2.386 (88,73 %) ohne Entschädigung. Der schriftliche Bericht des Gesundheitsministeriums an die Anhörung des Legislativ-Yuan (siehe [^64]) und die Pressemitteilung der Taiwan-CDC vom September des Jahres 112 (2023, siehe [^77]) sind amtliche Dokumente desselben Systems.↩
- 邱南昌說明 mRNA 疫苗心肌炎的因果判定(Heho 健康) — Chiu Nan-chang, Vorsitzender des Prüfungsausschusses für Impfschadenentschädigung und Facharzt für pädiatrische Infektiologie am Mackay Memorial Hospital, sagte wörtlich: „Daten aus verschiedenen Ländern zeigen, dass mRNA-Impfstoffe Myokarditis verursachen können, die überwiegend bei jungen Menschen nach der zweiten Dosis auftritt … Krebs und Koronararterienverschluss entwickeln sich hingegen über Jahre hinweg und sind keine plötzlichen Ereignisse, daher ergibt eine Zusprechung zulasten des Impfstoffs in diesen Fällen keinen Sinn.“↩
- COVID-19 疫苗救濟給付累計金額與審議量(衛生福利部) — Pressemitteilung vom 7. September des Jahres 112 (2023) wörtlich: „Die durchschnittliche monatliche Zahl geprüfter Fälle im Jahr 112 betrug 235; im Vergleich zur durchschnittlichen monatlichen Zahl von 13 Fällen im Jahr 109 (2020) ist die Zahl der geprüften Fälle um fast das 18-Fache gestiegen“, „Die bisher bewilligten Entschädigungszahlungen und Beihilfen für COVID-19-Impfstoffe belaufen sich auf insgesamt NT$ 153.025.000 und übertreffen bereits die Gesamtsumme aller Entschädigungszahlungen und Beihilfen für sämtliche Impfstoffarten der vergangenen 30 Jahre (Jahr 78 bis Jahr 109, also 1989–2020) von NT$ 129.625.000.“ Die amtliche Bekanntmachung veröffentlichte die kumulierte Entschädigungssumme und den Anstiegsfaktor der Prüfungszahl, nicht jedoch die Bewilligungsquote und die Zahl der abgelehnten Fälle; die VICP-Themenseite der Taiwan-CDC enthält nur Fragen und Antworten zum System, keine statistischen Zahlen.↩
- 護理人員離職率與空缺率逐年統計(立法院) — Amtlicher Bericht wörtlich: „Die Vakanzrate beim Pflegepersonal unseres Landes stieg von 4,52 % im Haushaltsjahr 108 (2019) auf 4,7 % im Jahr 110 (2021) und 6,53 % im Jahr 111 (2022); die Fluktuationsrate beim Pflegepersonal stieg ebenso von 11,12 % im Jahr 108 über 10,13 % im Jahr 110 auf 11,73 % im Jahr 111.“ Eine im Umlauf befindliche Behauptung, der Nettozuwachs sei auf 2.500 Personen halbiert worden, ließ sich nicht zurückverfolgen.↩
- 護理人力缺口創近十年新高(報導者) — Nach der Pandemie erreichten 2023 sowohl die Fluktuationsrate bei Pflegekräften mit 12,61 % als auch die Vakanzrate mit 9,05 % neue Zehnjahreshöchststände; das durchschnittliche Berufsalter überschritt im Juni 2024 die 39-Jahre-Marke, gegenüber 36,33 Jahren im Jahr 2019; der Anteil der Pflegekräfte unter 40 Jahren fiel von über 70 % im Jahr 2017 auf nahezu 50 %. Enthält das wörtliche Zitat von Kao Ching-chiu, ehemaliger Vorsitzender des Nationalen Verbands der Pflegefachkräfte- und Krankenschwesternverbände: „Mit dem Geburtenrückgang und einem unveränderten Arbeitsumfeld in der Branche wird das Personal nicht zurückkommen – der Personalmangel könnte zum Dauerzustand werden.“↩2
- 護病比與護理人力的現場聲音(報導者投書) — Protokoll der Wortmeldungen beim Gesprächsforum „Der Stimme der Pflege zuhören“ des Kommandozentrums am 25. Mai 2022, mit einer anonymen Pflegekraft: „Wenn du glaubst, du kannst es besser, dann pflege doch selbst“, „Bringen 2.000 NT$ mehr etwa ein zusätzliches Paar Hände?“, sowie einer Pflegeleiterin eines medizinischen Zentrums: „Ich bitte das Kommandozentrum um eine klare Regel: Wie viel Prozent normale medizinische Versorgung muss reduziert werden, wenn 30 % zusätzliche Kapazität für dedizierte Stationen eingerichtet wird?“, „Sonst sagt der Klinikdirektor einfach, es wird eröffnet, und es wird eröffnet – wir sind doch nur kleine Stationsleitungen, wie sollten wir es wagen, dem Klinikdirektor zu sagen, dass die Pflegekräfte ein solches Arbeitspensum nicht mehr durchhalten.“↩
- 三班護病比入法時程(端傳媒) — Am 1. März 2024 führte das Gesundheitsministerium das Pflegekraft-Patienten-Verhältnis für alle drei Schichten ein, jedoch ohne gesetzliche Verankerung, nur verbunden mit einem Anreizsystem; am 8. Mai 2026 verabschiedete der Legislativ-Yuan die Novelle des Gesetzes über die medizinische Versorgung, womit es formell gesetzlich verankert wurde – ursprünglich für den 1. Mai 2028 vorgesehen, später auf eine gestaffelte Umsetzung ab dem 20. Mai 2027 geändert.↩
- 苗栗移工禁足令解除(中央社) — Am 7. Juni 2021 verkündete die Kreisverwaltung Miaoli ein Ausgangsverbot für sämtliche ausländische Wanderarbeiter im gesamten Landkreis (außer für den Arbeitsweg), aufgehoben am 29. Juni. Auslöser war ein Cluster unter Wanderarbeitern im Werk von King Yuan Electronics am 2. Juni; dieser Bericht erwähnt nur den Ausbruch des Clusters, ohne genaue Aufschlüsselung der Zahlen. An anderer Stelle finden sich zwei Versionen, „kumuliert 569 Personen (466 Wanderarbeiter + 103 Einheimische)“ und „567/101“; eine primäre Quelle für die genaue Aufschlüsselung konnte nicht ermittelt werden.↩
- 指揮中心對苗栗移工禁足令的法律意見(台灣人權促進會) — Die offizielle Website der Taiwan Association for Human Rights gibt den Wortlaut eines Regierungsschreibens wieder: Das Zentrale Epidemie-Kommandozentrum bezeichnete das Verbot als „möglicherweise das Risiko einer Ungleichbehandlung, die gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt“ bergend und erklärte gemäß Verfassung, internationalen Menschenrechtspakten und dem Sinn und Zweck des Seuchenbekämpfungsgesetzes, es sollte „ohne rechtliche Bindungswirkung“ sein. Die Taiwan Association for Human Rights richtete am 18. Juni 2021 ein Schreiben an die Zentralministerien mit der Bitte um Erklärung.↩
- 監察院糾正苗栗縣政府與勞動部(監察院) — Am 27. Juli 2022 geprüft und angenommen, am 28. Juli veröffentlicht; eingebracht von den Kontrollmitgliedern Wang Yu-ling und Wang Mei-yu. Der Rügetext enthält wörtlich: „Die Kreisverwaltung Miaoli habe ohne eindeutige gesetzliche Ermächtigung ein Ausgangsverbot erlassen, das sämtliche Wanderarbeiter einschloss, auch solche ohne jede Expositionsgeschichte gegenüber der Infektionskrankheit“, dass für die im selben Werksgelände arbeitenden einheimischen Beschäftigten kein Verbot derselben Intensität galt, und dass das Kommandozentrum keine klare sofortige Rücknahme gefordert habe, was „eine diskriminierende Ungleichbehandlung von Wanderarbeitern verursacht hat und ein gravierendes Versäumnis darstellt“. Ein Bericht der Liberty Times (https://news.ltn.com.tw/news/politics/breakingnews/4007141) verzeichnet zudem, dass dieser Fall in die Jahresmenschenrechtsberichte von Amnesty International und des US-Außenministeriums aufgenommen wurde.↩
- 我好像一個犯人──從移工禁足令、違法切結書看疫情加重的歧視爭議(報導者) — Interview von Reporter Yang Chih-chiang, Fotos von Yang Tzu-lei, veröffentlicht am 22. Juni 2021. Die indonesische Wanderarbeiterin Emma sagte wörtlich: „Ich fühlte mich, als wäre ich eine Verbrecherin.“ „Wir haben doch auch Angst, uns anzustecken.“ Die Aussagen der übrigen befragten Wanderarbeiter sind größtenteils in der dritten Person wiedergegeben, keine wörtlichen Direktzitate.↩
- 疫情 3 年防疫雙險商機變危機 產險業理賠近 3000 億賠光 20 年獲利(中央社) — Von 2022 bis Ende März 2023 zahlten die beiden Pandemieversicherungsprodukte zusammen 264,983 Milliarden NT$ an Leistungen aus. Ein Bericht von Global Views Monthly vom Dezember 2022 (https://www.gvm.com.tw/article/97581) verzeichnet zudem bis zum 12. Dezember 7,31 Millionen abgeschlossene Policen, Prämieneinnahmen von 5,556 Milliarden NT$, 6,099 Millionen Schadensfälle, eine Schadenssumme von rund 188,7 Milliarden NT$ sowie die abgeschlossene Kapitalaufstockung von sechs Sachversicherern. Für die Verlustzahlen einzelner Unternehmen gibt es zu unterschiedlichen Stichtagen mehrere Versionen (Fubon Insurance: 30,91 Milliarden kumuliert bis Ende November, 40,414 Milliarden für das Gesamtjahr); bei der Zitierung muss der Stichtag angegeben werden.↩
- 三級警戒下 5 月餐飲業營業額(經濟部統計處經媒體轉引) — Am 19. Mai 2021 wurde landesweit Warnstufe 3 mit Verbot des Vor-Ort-Verzehrs ausgerufen; der Umsatz der Gastronomiebranche im Mai fiel auf 50,2 Milliarden NT$, ein Rückgang von 23,7 % gegenüber dem Vormonat und 19,1 % gegenüber dem Vorjahr. Restaurants für alltägliche gesellige Mahlzeiten waren mit −30,8 % am stärksten betroffen, während westliche Fast-Food-Ketten dank ihrer überwiegend auf Mitnahme ausgerichteten Kundschaft um 5,4 % wuchsen. Entsprechende Zahlen für die Tourismusbranche finden sich weder in den öffentlichen Statistiken des Wirtschaftsministeriums noch des Arbeitsministeriums.↩
- 疫苗相關告發案全部查無不法簽結(中央社) — Sämtliche von der Staatsanwaltschaft Taipeh von Juni 2021 bis Februar 2023 entgegengenommenen impfstoffbezogenen Strafanzeigen (die unter anderem mangelhafte Beschaffung, die Ablehnung privater Spenden, die Beschaffungspolitik und den Preis von Medigen sowie das Sonderzulassungsverfahren infrage stellten) wurden mit der Feststellung „keine Rechtswidrigkeit gefunden“ abgeschlossen. Das Berichtsdatum der Central News Agency ist der 14. April 2023; für das genaue Veröffentlichungsdatum der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft gibt es keinen unabhängigen Beleg, weshalb der Haupttext nur „April 2023“ angibt. Die Fallzahl variiert je nach Quelle zwischen 62 und 63 (möglicherweise je nachdem, ob der Erfassungsbereich alle Impfstofffälle oder nur die Medigen-Teilmenge umfasst); das Original-PDF der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft liegt im Binärformat vor und lässt sich nicht wörtlich auslesen, weshalb der Haupttext „mehr als sechzig“ verwendet.↩
- 監察院疫苗採購調查報告(監察院) — Am 22. Februar 2023 vom Ausschuss für Sozialfürsorge und Gesundheitsumwelt geprüft und angenommen, am 1. März veröffentlicht; eingebracht von den Kontrollmitgliedern Lin Yu-jung, Wang Li-chen, Su Li-chiung und Hsiao Tzu-yu. Forderte den Exekutiv-Yuan auf, das Gesundheitsministerium anzuhalten, die Bereiche zu überprüfen und zu verbessern, in denen die Entscheidungen und Verfahren zur Impfstoffbereitstellung und -beschaffung nicht ausreichend gründlich gewesen seien, die einschlägigen Rechtsvorschriften unvollständig gewesen seien und die Informationsoffenlegung unzureichend gewesen sei. Ein Bericht von Mirror Media (https://www.mirrormedia.mg/story/20230301edi044) fasst acht Kernpunkte zusammen, darunter die Erläuterung der Kontrollmitglieder, dass international nur 10 Länder den Medigen-Impfstoff anerkannt hätten. Die Zuordnung der acht Punkte liegt nur als zusammenfassende mediale Wiedergabe vor, der vollständige Wortlaut des Untersuchungsberichts konnte nicht eingesehen werden.↩
- 請求新北國賠 1 元敗訴確定(中央社) — Das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Neu-Taipeh vom 21. Juli 2023 enthält in der Begründung: „schwer festzustellen, dass ein adäquater Kausalzusammenhang mit dem Handeln der Amtsträger besteht“; im November 2023 wies die zweite Instanz die Berufung rechtskräftig ab. Die von der Familie behauptete „Verzögerung der Rettungsmaßnahmen um 81 Minuten“ ist eine einseitige Behauptung; das Gericht stellte im Urteil keine Kausalität fest. Der vollständige Urteilstext und der Originaltext des Untersuchungsberichts des Kontroll-Yuan konnten nicht eingesehen werden.↩
- 嚴重特殊傳染性肺炎防治及紓困振興特別條例第 7 條(全國法規資料庫) — Wörtlicher Volltext der Primärquelle des Gesetzesartikels: „Der Kommandeur des Zentralen Epidemie-Kommandozentrums kann die notwendigen Notfallmaßnahmen oder Vorkehrungen treffen, die zur Bekämpfung und Eindämmung der Epidemie erforderlich sind.“ Erlassen am 25. Februar 2020, in Kraft bis zum automatischen Außerkrafttreten mit Fristablauf am 30. Juni 2023, siehe die offizielle Website des Legislativ-Yuan (https://www.ly.gov.tw/Pages/Detail.aspx?nodeid=33324&pid=192086).↩
- 再論嚴重特殊傳染性肺炎防治及紓困振興特別條例第 7 條之合憲性爭議(林明昕,《台灣法學雜誌》第 407 期) — Veröffentlicht am 14. Januar 2021, prüft die Verfassungsmäßigkeit dieses Artikels aus drei Perspektiven – dem verfassungsrechtlichen Bestimmtheitsgebot, der Klarheit der Ermächtigung und der Gewaltenteilung – und betont, dass die Frage der Verfassungsmäßigkeit auch dann untersuchenswert bleibe, wenn dieser Artikel bislang nicht missbraucht worden sei. lawbank.com.tw bietet nur eine Zusammenfassungsseite an, der Volltext ist kostenpflichtig, weshalb die Position des Autors hier wiedergebend dargestellt wird.↩
- 傳染病防治法第 48 條(全國法規資料庫) — Absatz 1 wörtlich: „Die zuständige Behörde kann Personen, die Kontakt zu einem Infektionskranken hatten oder mutmaßlich angesteckt wurden, zur Beobachtung zurückhalten; erforderlichenfalls kann sie auch anordnen, dass diese sich an einen bestimmten Ort begeben zur Untersuchung, Impfung, Medikamentengabe, oder dass in einem bestimmten Gebiet Kontroll- oder Quarantänemaßnahmen durchgeführt werden.“ Artikel 58 (https://law.moj.gov.tw/LawClass/LawSingle.aspx?pcode=L0050001&flno=58) Absatz 1 Nummer 4 regelt die Quarantänemaßnahmen für Ein- und Ausreisende. Die Heranziehung von Artikel 20 Absatz 1 Nummern 2 und 4 des Gesetzes zum Schutz personenbezogener Daten ist bei einer Rechtsanalyse von CommonWealth Future City belegt (https://futurecity.cw.com.tw/article/1855), eine autoritative Sekundärquelle. Die Analysen des Kontroll-Yuan und praktizierender Anwälte stimmen darin überein: Die Vorschriften ermächtigen nicht dazu, die Mobilfunknummer von Quarantänepflichtigen zu erhalten und ihren Standort zu verfolgen; der Streit betrifft die Klarheit der Ermächtigung, nicht das Vorhandensein einer Rechtsgrundlage.↩
- Die National Communications Commission gab die Gesamtzahl der von 19. Mai 2021 bis 27. April 2022 versendeten SMS des Kontaktregistrierungssystems bekannt, von udn mit 4.708.024.465 Nachrichten wiedergegeben; der ursprüngliche Link (udn.com/news/story/7314/6345951) ist inzwischen jedoch nicht mehr erreichbar, sodass die wörtliche Zahl nicht erneut überprüft werden konnte, weshalb der Haupttext „fast 4,8 Milliarden“ schreibt. Das Datum der Abschaltung des Systems (27. April 2022) und das Datum der vollständigen Löschung der Daten (26. Mai 2022) sind zwei unterschiedliche Zeitpunkte. Die Beobachtungsnotiz des KI-Aktionsnetzwerks der Academia Sinica (https://ai.iias.sinica.edu.tw/sms-contact-tracing-1/) bestätigt im Abgleich das Startdatum sowie den wöchentlichen Trend der Versandmenge in der zweiten Jahreshälfte 2021 (z. B. durchschnittlich fast 19 Millionen Nachrichten pro Tag Mitte Juli), verzeichnet jedoch nicht die kumulierte Gesamtmenge und kann die Gesamtzahl von 4,78 Milliarden nicht unabhängig belegen.↩
- 法官張淵森質疑簡訊實聯制資料用於刑案偵查(聯合新聞網) — Chang Yuan-sen, Richter am Bezirksgericht Taichung, wies darauf hin, dass es bedenklich sei, wenn Daten des SMS-Kontaktregistrierungssystems als Grundlage für die Beantragung von Durchsuchungsbefehlen herangezogen würden; Bürger könnten allein durch den Kauf lebensnotwendiger Güter gezwungen gewesen sein, an diesem System teilzunehmen, und die Ermittlung von Straftaten falle nicht in den Ermächtigungsbereich „nur zur Nutzung für die Epidemie-Nachverfolgung“. Das Kommandozentrum erwiderte, die Daten dürften nicht für strafrechtliche Ermittlungen verwendet werden; das Kriminalamt stellte klar, der gesamte SMS-Inhalt sei gemäß dem Verfahren des Gesetzes zum Schutz und zur Überwachung der Kommunikation erlangt worden; der Justiz-Yuan erklärte, dies solle im Einzelfall durch Richter beurteilt oder durch präzisere Gesetzgebung geregelt werden (siehe Central News Agency, https://www.cna.com.tw/news/asoc/202106220122.aspx).↩
- COVID-19 自第五類降為第四類法定傳染病、指揮中心解編(衛生福利部防疫關鍵決策網) — Offizielle Bekanntmachung der Herabstufung. Zwei weitere Daten: Am 20. Februar 2023 entfiel die Maskenpflicht in Innenräumen (in medizinischen Einrichtungen und öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin durchgehend Pflicht, siehe https://www.mohw.gov.tw/cp-6567-73551-1.html), am 20. März wurde die Melde- und Quarantänepflicht für milde Fälle durch eigenverantwortliches Gesundheitsmanagement ersetzt (siehe https://www.cdc.gov.tw/Bulletin/Detail/rZc7LPu4cH_vI0BDNF5nVw?typeid=9).↩
- 指揮中心記者會最終場 成立 1194 天共開 960 場(公視新聞網) — Bericht über die letzte Pressekonferenz am 27. April 2023, offizielle Statistik wörtlich: „Insgesamt 960 abgehaltene Pressekonferenzen, 2.199 Pressemitteilungen, fast 7.000 erstellte Anzeigetafeln, mehr als 20.000 teilnehmende Journalisteneinsätze.“ Für die Tageszahl gibt es zwei Versionen: Die Central News Agency (https://www.cna.com.tw/news/ahel/202304250234.aspx) verwendet 1.197 Tage und verzeichnet: „In den vergangenen 1.197 Tagen befanden sich zeitweise bis zu 220.000 Menschen gleichzeitig in Quarantäne“; PTS und die Pressemitteilung des Präsidialamts verwenden 1.194 Tage. Der Zeitraum von 1.197 Tagen erstreckt sich von der Gründung am 20. Januar 2020 bis zur Auflösung am 1. Mai 2023. Derselbe Bericht der Central News Agency verzeichnet zudem, dass kurz vor der Auflösung kumuliert mehr als 10,23 Millionen Menschen infiziert waren und mehr als 19.000 gestorben waren.↩2
- COVID-19 疫情資訊(政府資料開放平臺) — Ein historischer Schnappschuss der offenen Datenplattform (7. September 2023) verzeichnet 10.239.510 kumulierte bestätigte Fälle und 17.668 kumulierte Todesfälle. Diese Zahl ist ein wiedergegebener Wert aus dem historischen Schnappschuss der Plattform, kein wörtlich überprüftes Ergebnis des tagesaktuellen Inhalts des offenen Datensatzes. Im Vergleich zu den von der Central News Agency kurz vor der Auflösung berichteten „mehr als 19.000 Todesfällen“ (siehe [^88]) liegt dieser Schnappschuss zeitlich später, weist aber eine niedrigere Todeszahl auf – zwischen den beiden amtlichen Quellen besteht eine Diskrepanz.↩
- Taiwan excluded as World Health Assembly opening focuses on pandemic preparedness(Health Policy Watch) — Reporterin Disha Shetty, 22. Mai 2023. Der damalige Gesundheitsminister Hsueh Jui-yuan sagte wörtlich: „Without WHO membership, Taiwan is also unable to provide various surveillance data to the global influenza surveillance and the response system, which could alert the world to the next pandemic. Taiwan is willing and it should also be included in the pandemic accord that is under negotiation.“ Taiwan war zwischen 2009 und 2016 unter dem Namen „Chinesisch Taipeh“ als Beobachter zur WHA eingeladen worden, seit 2017 erfolgte keine erneute Einladung mehr.↩
- 第 78 屆世界衛生大會通過《大流行協定》(外交部) — Am 27. Mai 2025 wurden das Pandemieabkommen der Weltgesundheitsorganisation sowie das System für den Zugang zu Erregern und die Vorteilsaufteilung (PABS) verabschiedet. Das Außenministerium wies darauf hin, dass bei dieser Versammlung die G7, die Exekutiv- und Legislativorgane von mehr als 50 Ländern, die EU, das Europäische Parlament sowie gleichgesinnte Vertretungen in Taiwan ihre Unterstützung zum Ausdruck brachten und 11 diplomatische Verbündete mit WHO-Mitgliedschaft dem Sekretariat den Vorschlag vorlegten, Taiwan als Beobachter einzuladen; Taiwan wurde am Ende dennoch nicht eingeladen.↩
- 新冠門急診就診人次升溫、預估 8 月中達高峰(疾病管制署新聞稿與聯合新聞網) — Zahlen der Pressemitteilung der Taiwan-CDC vom 4. August 2026: In Woche 30 (26.7. bis 1.8.) 18.990 Besuche in Notaufnahmen und Ambulanzen, ein Anstieg von 74,8 % gegenüber der Vorwoche, 62 neue schwere lokale Fälle und 3 lokale Todesfälle; Direktor Lo Yi-chun schätzte auf der Pressekonferenz, der Höhepunkt werde vorgezogen auf den 16. August, mit bis zu 51.000 Arztbesuchen in jener Woche. Lo Yi-chuns Äußerungen sind eine journalistische Wiedergabe, kein offizielles Wortprotokoll.↩