Die Dorfgemeinschaften und die Kultur der „Li“ in Taiwan

Von der grundlegendsten demokratischen Praxis bis zur sozialen Innovation im Gemeinschaftsaufbau

Wenn die Nacht hereinbricht, brennt das Licht im Gemeindezentrum einer bestimmten „Li“ (Dorfgemeinschaftseinheit) in Taipeh. Der Dorfvorsteher versammelt die Bewohner, um über die Reinigungsaktion des nächsten Monats zu sprechen; die Nachbarschaftsführer berichten über den Zustand ihrer jeweiligen Nachbarschaften, während Dozenten der Hochschulgemeinschaft nebenan Tai Chi lehren. Dieser scheinbar gewöhnliche Abend spiegelt im Grunde das Wesen der taiwanesischen Gemeinschaftskultur wider – von der fundamentalsten Verwaltungsorganisation bis zur selbstständigen Beteiligung der Zivilgesellschaft, von der institutionellen demokratischen Praxis bis hin zu kreativer Sozialinnovation.

In dieser kleinen Verwaltungseinheit, die als „Li“ bezeichnet wird, leben Hunderte bis Tausende von Bewohnern, die zusammen die kleinste Zelle der taiwanesischen Demokratie bilden. Wie diese Zellen funktionieren, wie sie sich selbst organisieren und wie sie auf Herausforderungen reagieren, beeinflusst nicht nur die Lebensqualität der Bewohner, sondern prägt auch tiefgreifend die demokratische Kultur und die soziale Resilienz Taiwans.

Das Li-Nachbarschafts-System: Die Frontlinie der Demokratie

Das Dorf- und Nachbarschaftssystem Taiwans ist eine der bodenständigsten demokratischen Praktiken weltweit. Gemäß dem Gesetz über lokale Institutionen ist das „Li“ die grundlegendste Verwaltungseinheit, für die jeder Dorfgemeinschaft ein Vorsteher gewählt wird, der von den Bewohnern direkt für vier Jahre bestimmt wird und keine Amtszeitbeschränkung kennt. Dieses Systemdesign gewährleistet eine breite Zugänglichkeit und Beteiligung an der Demokratie.

Die Rolle des Dorfvorstehers ist äußerst vielschichtig; er ist sowohl die Brücke zwischen Regierung und Bürgern als auch Koordinator der Gemeinschaftsangelegenheiten. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen „unterliegt der Li-Vorsteher der Aufsicht des Bezirksvorstehers bei der Erledigung der Aufgaben und delegierten Angelegenheiten der Li“, doch in der tatsächlichen Praxis spielt er oft eine komplexere Rolle. Er muss sich mit allen Themen auseinandersetzen, von der Planung großer Gemeinschaftsprojekte bis zur Schlichtung kleiner Nachbarschaftsstreitigkeiten. Seine Arbeit umfasst nahezu alle Lebensbereiche der Bewohner – von der Hilfe bei der Beantragung verschiedener Dokumente über die Organisation von Gemeinschaftsveranstaltungen bis hin zur Förderung der Umweltreinigung und Meldung von Sicherheitsbedenken.

Unterhalb des „Li“ gibt es noch feinere „Nachbarschafts“-Organisationen. Die Nachbarschaftsführer werden in der Regel vom Li-Vorsteher ernannt und anschließend von der Bezirksverwaltung beauftragt; es handelt sich um ehrenamtliche Pflichtarbeit. Obwohl sie keine formellen Büros oder finanzielle Unterstützung erhalten, spielen die Nachbarschaftsführer eine unverzichtbare Rolle im Gemeinschaftsbetrieb. Sie sind die engsten Ansprechpartner für die Bewohner und zuständig für die Weitergabe politischer Botschaften, das Sammeln von Meinungsäußerungen und die Hilfe bei administrativen Angelegenheiten. Bei Taifunen kümmern sich die Nachbarschaftsführer Haus um Haus um die Sicherheit älterer Alleinlebender; während der Pandemie helfen sie bei der Verteilung von Präventionsmaterial; im Alltag sind sie eine wichtige Brücke zwischen den Bewohnern und dem Li-Vorsteher.

Die Funktionsweise dieses Systems zeigt ein wichtiges Merkmal der taiwanesischen Demokratie: die tiefgreifende Umsetzung partizipativer Demokratie. Die Wahlbeteiligung bei den Wahlen der Dorfvorsteher ist in der Regel sehr hoch, was die Bedeutung dieser lebensnahen Ämter für die Bevölkerung widerspiegelt. Die häufigen Interaktionen zwischen Li-Vorstehern, Nachbarschaftsführern und Bewohnern fördern zudem Gewohnheiten und Fähigkeiten zur bürgerschaftlichen Beteiligung.

Gemeinschaftsbildung: Eine soziale Umbaubewegung von unten nach oben

In den 1990er Jahren begann in Taiwan das Konzept der „Gesamtkultur-Gemeinschaftsbildung“ (社區總體營造) zu entstehen. Es veränderte nicht nur das Erscheinungsbild der Gemeinschaften, sondern beeinflusste auch tiefgreifend das sozioökonomische Entwicklungsmodell Taiwans. Die Kernidee dieser Bewegung ist die „von unten nach oben“-Perspektive, die die eigenständige Beteiligung der Gemeinschaftsmitglieder betont und eine umfassende Entwicklung der Gemeinschaft durch kulturelle und künstlerische Anregung, Umgestaltung der Umwelt und Belebung von Industrien anstrebt.

Der Aufstieg der Gemeinschaftsbildung ist eng mit dem demokratischen Prozess Taiwans verbunden. Nachdem das autoritäre System gelockert wurde, hatten die Menschen mehr Raum und Gelegenheiten, Meinungen zu äußern und sich in öffentliche Angelegenheiten einzubringen. Die Gemeinschaftsbildung bot eine konkrete Plattform, auf der die Ideale der demokratischen Beteiligung von ihrem eigenen Lebensumfeld aus umgesetzt werden konnten.

Das Ministerium für Kultur (damals Taiwan Cultural Affairs Council) förderte ab 1994 die Politik der Gemeinschaftsbildung und ermutigte durch Förderprogramme die Bewohner, selbstständig Vorschläge zu machen und ihre Lebensumgebung zu gestalten. Diese Programme deckten Bereiche wie Kultur und Kunst, Landschaftsgestaltung, industrielle Entwicklung und soziale Fürsorge ab. Beispielsweise bewahrte die „Bantou-Gemeinschaft“ in der Gemeinde Xinkang, Kaohsiung, traditionelles Handwerk durch die Förderung der Zhozhiti-Keramik (Töpferkunst) und förderte gleichzeitig die Tourismusindustrie; die „Neicheng-Gemeinschaft“ in der Gemeinde Yanshan, Hualien, schuf mit Bio-Landwirtschaft und Ökoschutz ein „langsames Leben“ (慢活), das viele junge Menschen anlockte.

Der Geist der Gemeinschaftsbildung besteht darin, dass „die Gemeinschaft sich selbst rettet“. Sie ermutigt die Bewohner, nicht auf staatliches oder externes Eingreifen zu warten, sondern Probleme aktiv zu erkennen, Ressourcen zu finden und Lösungen vorzuschlagen. In diesem Prozess lernen die Bewohner Organisation, Koordination, Ressourcenintegration und Projektumsetzung und entwickeln ein Gefühl der Zugehörigkeit und Verantwortung für ihre Gemeinschaft.

Hochschulgemeinschaft: Ein Experiment einer lernenden Gesellschaft

1998 wurde die erste Hochschulgemeinschaft in Wenshan, Taipeh, gegründet und leitete eine neue Ära der Erwachsenenbildung ein. Die Gründungsidee der Hochschulgemeinschaften entsprang einer Reflexion über das traditionelle Bildungssystem: Warum muss Lernen mit einem bestimmten Alter enden? Warum ist Lernen auf einen bestimmten Ort beschränkt? Warum kann Wissen nicht näher am Leben sein?

Die Kursgestaltung der Hochschulgemeinschaften umfasst drei Bereiche: Akademische Kurse bieten Grundlagen in den Sozial- und Geisteswissenschaften, Lebenskunstkurse erfüllen die Interessen der Bewohner, und Vereinsaktivitäten fördern die bürgerschaftliche Beteiligung. Diese vielfältige Kursgestaltung spiegelt das breite Verständnis von „Lernen“ wider – Lernen ist nicht nur Wissensaufnahme, sondern auch Kompetenzentwicklung, Horizonterweiterung und Aufbau sozialer Netzwerke.

Die Hochschulgemeinschaft Beitou beispielsweise bietet nicht nur verschiedene Kurse an, sondern fördert auch das Konzept des „Beitou-Wissens“, indem sie die Teilnehmer ermutigt, die lokale Geschichte, Ökologie und sozialen Probleme zu erforschen. Durch Feldstudien, mündliche Geschichtserhebung und die Erstellung von Gemeinschaftskarten werden die Teilnehmer zu Forschern und Dokumentatoren der Gemeinschaft. Diese Förderung der „lokalen Wissenschaft“ vertieft nicht nur das Verständnis für die Gemeinschaft, sondern entwickelt auch kritisches Denken und bürgerliches Bewusstsein bei den Bewohnern.

Die Hochschulgemeinschaften sind auch wichtige Knotenpunkte sozialer Bewegungen. Themen wie Umweltschutz, Kulturerbeerhaltung und soziale Fürsorge werden dort oft diskutiert, organisiert und umgesetzt. Die Teilnehmer gewinnen Wissen und Fähigkeiten im Unterricht und wenden diese Ressourcen dann in tatsächliche gesellschaftliche Aktionen an. Dieses Modell des „Lernens und Handelns“ verkörpert das Ideal der „Wissensbefreiung“ der Hochschulgemeinschaften.

Bürgerbeteiligung: Vom passiven Empfänger zum aktiven Gestalter

Ein wichtiges Merkmal der taiwanesischen Gemeinschaftskultur ist die schrittweise Steigerung des bürgerschaftlichen Bewusstseins. Dieser Wandel ist deutlich in der veränderten Haltung der Gemeinschaftsmitglieder gegenüber öffentlichen Angelegenheiten zu erkennen. Früher herrschte oft das Muster „Regierung macht, Bürger schauen zu“, wobei die Planung und Durchführung öffentlicher Bauprojekte wenig Beteiligung der Bevölkerung aufwiesen. Doch mit der Vertiefung der Demokratie und dem Erwachen des bürgerlichen Bewusstseins fordern die Bewohner mehr Möglichkeiten zur Teilnahme und sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Diese Beteiligung beschränkt sich nicht nur auf Wahlen; sie erstreckt sich auf alle Lebensbereiche. Beispielsweise bilden die Bewohner bei der Planung eines Gemeinschaftsparks „Park-Adoptionsgruppen“, die an der Designdiskussion und Wartung teilnehmen; im Bereich der Verkehrssicherheit organisieren Elternvereine „Liebevolle Freiwilligengruppen“ zur Sicherung des Schulwegs der Kinder; bei der Umweltförderung gründen Gemeinschaften „Umweltschutzpatrouillen“, um Verschmutzung zu überwachen und das Recycling zu fördern.

Die partizipative Budgetierung ist eine neuere Form, die in den letzten Jahren aufkam. Einige lokale Regierungen haben einen Teil des Budgets zur Verfügung gestellt, damit die Bürger entscheiden können, wie es verwendet wird; durch Vorschläge, Diskussionen und Abstimmungen beteiligen sich die Bewohner direkt an der Verteilung öffentlicher Ressourcen. Diese Praxis erhöht nicht nur die Transparenz der Budgetnutzung, sondern stärkt auch das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung.

Die Entwicklung der digitalen Technologie bietet auch neue Möglichkeiten für die bürgerschaftliche Beteiligung. Viele Gemeinschaften haben Online-Plattformen eingerichtet, auf denen Bewohner Gemeinschaftsangelegenheiten diskutieren, Probleme melden und Informationen teilen können. Einige innovative Tools wie die Anwendungen „Taipeh Citizen e-Point Tong“ oder „Meine Stadt Neu-Taipei“ ermöglichen es den Bürgern, einfacher mit der Regierung zu interagieren.

Die vielfältige Entwicklung von Gemeinschaftsorganisationen

Die taiwanesischen Gemeinschaftsorganisationen zeigen ein hohes Maß an Vielfalt und Innovation. Neben den formellen Li-Organisationen sind verschiedene Arten zivilgesellschaftlicher Gruppen in den Gemeinschaften aktiv. Die Entwicklungsvereine der Gemeinschaft (Gemeinschaftsentwicklungsverbände) sind die häufigste Organisationsform; sie haben in der Regel zum Ziel, die Entwicklung der Gemeinschaft zu fördern und das Wohlergehen der Bewohner zu steigern, indem sie verschiedene Aktivitäten und Dienstleistungen anbieten.

Die ehrenamtlichen Organisationen sind ein wichtiger Pfeiler des Gemeinschaftsbetriebs. Von Umweltschutz-Freiwilligen über Verkehrsfahrer bis hin zu Bibliotheks- und Kulturführern bringen diese unentgeltlichen Helfer Wärme und menschliche Verbundenheit in die Gemeinschaften. Die Verbreitung des Freiwilligengeistes spiegelt den traditionellen Wert der „gegenseitigen Hilfe“ in der taiwanesischen Gesellschaft wider und demonstriert das soziale Verantwortungsbewusstsein moderner Bürger.

Die sozialen Unternehmen sind ein neuer Trend der letzten Jahre. Sie kombinieren gesellschaftliche Ziele mit kommerzieller Methodik und lösen Gemeinschaftsprobleme durch innovative Produkte oder Dienstleistungen, während sie gleichzeitig wirtschaftliche Gewinne erzielen. Beispielsweise verbessern einige Gemeinschaften nicht nur die Umweltqualität, sondern steigern auch das Einkommen der Bewohner durch die Entwicklung von Bio-Landwirtschaft, Handwerk oder lokaler Tourismus.

Religiöse Organisationen spielen in den taiwanesischen Gemeinschaften ebenfalls eine wichtige Rolle. Tempel, Kirchen und buddhistische Klöster sind oft kulturelle Zentren der Gemeinschaft; sie bieten nicht nur spirituellen Rückhalt, sondern veranstalten auch verschiedene soziale Dienstleistungen. Von karitativen Hilfsaktionen über Bildungsförderung bis hin zur Kulturerhaltung und Umweltschutz tragen religiöse Organisationen zusätzliche Ressourcen und Energie zu den Gemeinschaftsangelegenheiten bei.

Herausforderungen und Schwierigkeiten

Die Entwicklung der Gemeinschaften in Taiwan steht jedoch auch vor zahlreichen Herausforderungen. Die alternde Bevölkerung ist eines der drängendsten Probleme. Viele junge Menschen wandern aus den Gemeinden ab, um in Städten zu arbeiten; die Verbleibenden sind oft ältere Menschen, was zu einem Mangel an Vitalität und Schwierigkeiten bei der Organisation führt. Wie man die jüngere Generation dazu bringt, sich für Gemeinschaftsangelegenheiten zu engagieren, ist eine gemeinsame Aufgabe vieler Gemeinschaften.

Ein weiteres allgemeines Problem ist der Ressourcenmangel. Obwohl Regierungen verschiedene Förderprogramme anbieten, ist der Wettbewerb intensiv und die Fördersummen begrenzt. Viele kreative Gemeinschaftsprojekte können aufgrund mangelnder Finanzierung nicht realisiert werden. Gleichzeitig fehlt es den Gemeinschaftsorganisationen oft an professioneller Planungskompetenz und Managementfähigkeiten, was die Umsetzung von Projekten beeinträchtigt.

Die Anonymität, die durch die Urbanisierung entsteht, wirkt sich auch auf die Gemeinschaftskultur aus. In großen Wohnanlagen mangelt es an Interaktion zwischen Nachbarn, und das Gemeinschaftsbewusstsein ist schwach. Wie man in der modernen Stadtgesellschaft soziale Bindungen wiederherstellt, ist eine Herausforderung, die innovatives Denken erfordert.

Auch die politische Dimension darf nicht ignoriert werden. Einige Gemeinschaftsthemen geraten in Streitigkeiten politischer Parteien, was die Harmonie und Entwicklung der Gemeinschaften beeinflusst. Die Fähigkeit, über politische Gegensätze hinauszugehen und sich auf das gemeinsame Wohl der Bewohner zu konzentrieren, ist eine Prüfung für die Gemeindeleiter.

Innovative Praktiken und Zukunftsaussichten

Angesichts dieser Herausforderungen beginnen viele Gemeinschaften, innovative Ansätze auszuprobieren. Die intergenerationale Zusammenarbeit ist ein wichtiger Trend. Einige Gemeinschaften fördern den Austausch zwischen verschiedenen Altersgruppen durch „gemeinsames Lernen von Alt und Jung“ oder „Generationenwerkstätten“. Ältere teilen Erfahrungen und Weisheit, während die Jüngeren Kreativität und Vitalität beitragen, was zu einer positiven Komplementarität führt.

Auch der Einsatz von Technologie bringt neue Möglichkeiten für die Gemeinschaftsentwicklung. Das Konzept der intelligenten Gemeinschaften gewinnt an Bedeutung; durch Technologien wie das Internet der Dinge (IoT), Big Data und künstliche Intelligenz wird die Effizienz und Qualität des Gemeinschaftsmanagements gesteigert. Einige Gemeinschaften haben intelligente Sicherheitssysteme, Umweltüberwachungsanlagen oder Online-Dienstplattformen eingerichtet, damit die Bewohner ein komfortableres und sichereres Leben genießen können.

Das Modell der sozialen Unternehmen findet auch Anwendung in den Gemeinden. Einige Gemeinschaften lösen soziale Probleme und schaffen gleichzeitig nachhaltige Betriebsmodelle durch die Entwicklung spezialisierter Industrien oder innovativer Dienstleistungen. Dieses Denken der „sozialen Innovation“ bietet neue Vorstellungskraft für die Gemeinschaftsentwicklung.

Der internationale Austausch und das Lernen sind ebenfalls Trends. Viele taiwanesische Gemeinschaftsorganisationen bauen Partnerschaften mit internationalen Gemeinschaften auf, um Erfahrungen auszutauschen und Praktiken zu teilen. Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit erweitert nicht nur den Horizont, sondern bietet auch neue Ansätze zur Lösung gemeinsamer Probleme.

Der tiefere Wert der Gemeinschaftskultur

Der Wert der taiwanesischen Gemeinschaftskultur geht weit über die bloße Organisation von Aktivitäten hinaus. Sie spiegelt eine wichtige gesellschaftliche Philosophie wider: Demokratie ist nicht nur ein politisches System, sondern auch eine Lebensweise. In der Gemeinschaft lernen die Menschen, verschiedene Stimmen zu hören, unterschiedliche Ansichten zu respektieren und gemeinsame Lösungen zu suchen. Die Pflege dieser „demokratischen Kompetenz“ legt einen soliden Grundstein für die demokratische Entwicklung der gesamten Gesellschaft.

Die Gemeinschaftskultur zeigt auch die Kraft der Zivilgesellschaft. Außerhalb von Staat und Markt reagiert die Zivilgesellschaft durch Selbstorganisation und Selbstverwaltung auf viele soziale Bedürfnisse. Diese Aktivität des „dritten Sektors“ ergänzt nicht nur die staatlichen Dienstleistungen, sondern demonstriert auch die Subjektivität und Proaktivität der Bürger.

Was noch wichtiger ist, die Gemeinschaftskultur trägt die Funktion der „sozialen Resilienz“. Bei Naturkatastrophen, menschlichem Leid, wirtschaftlichen Veränderungen oder sozialen Schocks sind die engen Netzwerke der Nachbarschaft oft die effektivste Stütze. Die gegenseitige Fürsorge zwischen den Nachbarn, die schnelle Mobilisierung von Gemeinschaftsorganisationen und die flexible Zuteilung lokaler Ressourcen – all dies zeigt eine Fähigkeit zur sozialen Erholung von unten nach oben.

Mit Blick auf die Zukunft wird sich die taiwanesische Gemeinschaftskultur weiterentwickeln. Neue Herausforderungen erfordern neue Antworten, und neue Generationen bringen neue Vorstellungen mit sich. Aber unabhängig von Veränderungen bleibt der Kerngeist des „gemeinsamen Lebens, der gegenseitigen Fürsorge und der kollektiven Aktion“ der wertvollste Schatz der taiwanesischen Gesellschaft.

In dieser schnelllebigen Zeit erinnert uns die Gemeinschaft an das Wesen des Lebens: Der Mensch ist ein soziales Wesen; Glück muss geteilt werden, Probleme müssen gemeinsam gelöst werden. Wenn wir im Gemeindezentrum über die Reinigungsaktion sprechen, in den Kursräumen der Hochschulgemeinschaft neues Wissen erwerben und in den Gassen der Nachbarschaft uns Guten Abend wünschen, setzen wir eigentlich das älteste und modernste Ideal der Menschheit um – nämlich den Aufbau einer besseren Gemeinschaft.

Fazit: Die Zukunft Taiwans im „Li“ sehen

Die Li-Kultur ist ein fortlaufendes demokratisches Experiment. Sie verwandelt abstrakte bürgerliche Pflicht in konkrete Nachbarschaftspflege und übersetzt kalte staatliche Politik in die Wärme der Gemeinschaft. In dieser schnell fragmentierten Ära brauchen wir immer noch die Gasse, in der man sich Guten Morgen sagen kann, und das Gemeindezentrum, in dem man sich über einen alten Baum oder eine Entwässerungsrinne versammelt. Denn dort sind wir nicht nur Wähler, sondern Zeugen des Lebens des anderen.

Referenzen

  1. Ministerium für Kultur der Republik China (2022). „Gemeinschaftsbildung und Dorfkulturentwicklungsplan (111–116 Jahre)“. Abrufbar unter: https://www.moc.gov.tw/cp.aspx?n=128
  2. Taiwan Community Connect (2021). „Nicht nur Hobbykurse, sondern soziale Aktionen der Hochschulgemeinschaften“. Abrufbar unter: https://communitytaiwan.moc.gov.tw/Item/Detail/不只是才藝班,社區大學的社會行動
  3. Bürgeramt der Stadt Taipeh (2024). „Rechte und Pflichten des Li-Vorstehers“. Abrufbar unter: https://ca.gov.taipei/cp.aspx?n=3E43CD1A09FE5FA9
  4. Ministerium für Innere Angelegenheiten (2023). „Gesetz über lokale Institutionen und das Li-System“. Abrufbar unter: https://www.moi.gov.tw/
  5. Wikipedia-Redakteursgruppe (2025). „Gemeinschaftsbildung“. Wikipedia. Abrufbar unter: https://zh.wikipedia.org/zh-tw/社區總體營造
Über diesen Artikel Dieser Artikel wurde gemeinschaftlich sowie mit Unterstützung von AI verfasst und geprüft.
Schlagwörter
Li-System Gemeinschaftsbildung Hochschulgemeinschaft Bürgerbeteiligung lokale Selbstverwaltung
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