Yang Yu-ren: Vom Schulabbrecher zum „Old Shoes for Life“ in Afrika
30-Sekunden-Zusammenfassung: Yang Yu-ren, geboren 1987 in Taoyuan, deren Vater einen Schuhbetrieb führte. Nach dem Abschluss der Mittelschule studierte sie in Australien und brach zweimal ab. Im Alter von 18 Jahren fand ihre Lebensrichtung durch ein Tattoo-Priester auf einem Basketballplatz eine Wende. Im Jahr 2014 sammelte sie mit einem Blog-Plakat fast hunderttausend gebrauchte Schuhe für Kenia, gründete „Step30 Old Shoes for Life“, das sich später auf 12 Länder ausdehnte und über drei Millionen Menschen versorgte; im Jahr 2017 wurde sie zu einer der zehn herausragenden jungen Persönlichkeiten.
Herkunft
Yang Yu-ren wurde 1987 in Taoyuan geboren. Die Erinnerung an ihren Vater, der einen Schuhbetrieb betrieb, machte „Schuhe“ zum zentralen Symbol ihres späteren Lebensweges. Nach dem Abschluss der Mittelschule schickte sie mit 15 Jahren nach Australien, um dort eine Mittelschule zu besuchen und ihre Zukunft durch das Studium zu gestalten.1
Jahre in Australien und religiöser Wandel
Während ihres Aufenthalts in Australien war Yang Yu-ren fasziniert von Hip-Hop-Kultur, Nachtclubs und Graffiti. Sie brach die Oberstufe ab und studierte anschließend Design an einer Kunstakademie, bevor sie erneut eine Pause machte. In dieser Zeit ging auch der Schuhbetrieb ihrer Heimatbankrott und verschuldete. Im Alter von 18 Jahren traf sie auf einen tätowierten ehemaligen Gang-Priester auf einem Basketballplatz. Die Geschichte dieses Mannes führte sie in die Kirche und wandelte ihre Lebensrichtung grundlegend.
Nach ihrer Rückkehr nach Taiwan arbeitete sie zunächst als Englischlehrerin bei der „Woodworker’s Home Care Association“ (木匠的家關懷協會) in Zhongli, bevor sie im Kirchenkreis der National University of Chungyuan als Jugendbetreuerin tätig wurde und dort einen neuen Fokus in ehrenamtlicher Arbeit fand. Im Jahr 2011 lernte sie ihre kanadische Ehefrau Kara Remley kennen; nach zwei Monaten Beziehung verlobten und heirateten sie, und später bekamen sie vier Töchter. Sie reisten mehrmals mit der Familie in Afrika in den Dienst.2
Die Geburt von „Old Shoes for Life“
Yang Yu-rens Schwiegervater, Allen Remley, war ein kanadischer Missionar, der in Afrika diente. Im Jahr 2014 teilte er die Situation der Kinder an der Grenze zwischen Kenia und Uganda mit: Barfußkinder litten unter Scharje (Sandmücken), was zu Wunden oder Amputationen führte; die Lösung erforderte lediglich ein Paar Schuhe.
Yang Yu-ren dachte an den alten Lagerbestand des Schuhbetriebs ihres Vaters und veröffentlichte am 19. April ein „Old Shoes for Life“-Plakat auf einem Blog. Die Verbreitung des Plakats übertraf alle Erwartungen; in kurzer Zeit wurden fast hunderttausend Schuhe und 7 Tonnen Kleidung gesammelt. Im September desselben Jahres erreichte der erste 40-Fuß-Container Kenia; im November fuhr Yang Yu-ren persönlich dorthin, um die Verteilung zu überwachen und sicherzustellen, dass jeder Schuh den Füßen eines Kindes gelangte. Diese Aktion wurde später auch als Dokumentarfilm gedreht, der die gesamte Rettungsaktion festhielt. Die Initiative wurde „Step30“ genannt, um junge Taiwaner unter 30 zu ermutigen, sich ehrenamtlich in humanitären Aufgaben zu engagieren.3
Hilfsphilosophie: Keine Abhängigkeit schaffen
Yang Yu-rens Kernanliegen ist die „Vermeidung langfristiger Abhängigkeit“. Sie arbeitete bewusst mit lokalen Kirchenstrukturen zusammen, um Materialien in Werkzeuge zur Selbstständigkeit der Gemeinschaft umzuwandeln und nicht dazu zu machen, dass ausländische Hilfe eine dauerhafte Bluttransfusion darstellt. Dieses Prinzip durchdringt die gesamte Logik ihrer späteren Projekte und ist ihr deutlichster Unterschied zu gewöhnlichen Spendenaktionen.4
Erweiterung des nachhaltigen Gemeinschaftsprojekts
Nach der Schuhspende entwickelte „Step30 Old Shoes for Life“ schrittweise vier Richtungen: das „Bildungsprojekt“, bei dem Container in Klassenzimmer, Computerlabore und Kliniken umgebaut wurden; das „Wasserleben-Projekt“, bei dem Brunnen in wasserarmen Gebieten gegraben und lokale Wartungskomitees gegründet wurden; das „Liebe für Mädchen“-Projekt zur Schulung von Frauen in der Herstellung von Stoffbinden zur Lösung des Problems des Schulabbruchs während der Menstruation; sowie die Ausbildung zur landwirtschaftlichen Selbstständigkeit durch Hühnerhaltung und Bio-Landwirtschaft. Die gemeinsame Logik aller Projekte ist, dass das Ende der Hilfe die Selbstständigkeit und nicht der nächste Container sein soll.5
Bis heute hat „Step30“ 12 Länder versorgt und über drei Millionen Menschen erreicht; fast 25.000 Freiwillige sind registriert. Im Jahr 2017 wurde Yang Yu-ren zu einer der zehn herausragenden jungen Persönlichkeiten.6
Yang Yu-ren veröffentlichte „Blessing for 50,000 Pairs: How a Small Action Changes the World“ (Campus Books, 2018), in dem sie den Gründungsprozess von Old Shoes for Life und ihre Erfahrungen im Dienst in Afrika dokumentiert.7
Referenzen
Weiterführende Lektüre
- Step30 Old Shoes for Life — Offizielle Website von Step30 mit den neuesten Servicedaten und Freiwilligeninformationen
- Yang Yu-ren – Wikipedia — Hauptbiografische Daten, einschließlich der Geburt in Taoyuan, des Studiums in Australien und des religiösen Wandels.↩
- Step30 Old Shoes for Life – Offizielle Website — Organisationseinführung, Projektplan und Jahresbericht.↩
- Old Shoes for Life International Christian Care Association – Wikipedia — Die Geschichte der Plakataktion von 2014 und die Containerverteilung.↩
- 104 Applause Interview – Vom Straßenräuber zum zehn Herausragenden Jungen — Yang Yu-rens Lebenswende, der Namensgeber für Step30 und die Philosophie „keine Abhängigkeit schaffen“.↩
- Step30 Offizielle Website – Projektvorstellung — Beschreibung der vier Projekte: Bildung, Wasserleben, Liebe für Mädchen und landwirtschaftliche Selbstständigkeit.↩
- Vereinigung der Zehn Herausragenden Jungen — Bestätigt die Auszeichnung von Yang Yu-ren als eine der zehn herausragenden jungen Persönlichkeiten im Jahr 2017.↩
- „Blessing for 50,000 Pairs“ – Bloggle — Werk von Yang Yu-ren (Campus Books, 2018), das den Gründungsprozess von Old Shoes for Life und ihre Erfahrungen im Dienst in Afrika dokumentiert.↩